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Berns Mentor will noch mehr

Andrew Ebbett spielt beim SCB viele Rollen. Auch in seinem zweiten Schweizer Playoff-Final am liebsten die als Erfolgsgarant.

«Wir sind nicht zufrieden, der Job ist noch nicht getan»: Andrew Ebbett vor dem Playoff-Final.
«Wir sind nicht zufrieden, der Job ist noch nicht getan»: Andrew Ebbett vor dem Playoff-Final.
Keystone

Es ist lange her, dass in der NLA letztmals ein Team den Titel verteidigte. 16 Jahre, um genau zu sein. Als der ZSC 2001 Meister wurde, war Andrew Ebbett noch ein Teenager und spielte in der Kootenay International Junior Hockey League. Trotz des grossspurigen Namens: Die KIJHL ist eine zweitklassige Liga im ­fernen Westen Kanadas. Dass Ebbett es später trotzdem in die NHL schaffte, ­verdankte er eher seinem Charakter als seinem Talent, gedraftet wurde er nie.

«Ich bin nicht besonders spektakulär», sagt der mittlerweile 34-Jährige über sich selbst und zeigt sein typisches Lächeln, «ich versuche bloss, einfach und smart zu spielen.» Sowie erfolgreich, wäre hinzuzufügen. Denn Ebbett ist die Schlüsselfigur beim SCB, der ab morgen versucht, es dem ZSC von 2001 gleichzutun.

Ebbetts Erfolgsbilanz: Er ist mit 11 Punkten Berns bester Playoff-Skorer – wie schon im Vorjahr. Und seit er 2015 hierherkam, holte er jeden Titel, um den er in der Schweiz spielte: wurde Meister und mit dem Team Canada Spengler-Cup-Sieger sowie Turnier-Topskorer. Den Spengler-Cup 2015 sowie die Berner Cup-Outs ­verpasste er. Die grosse SCB-Krise 2015/16 fiel ebenfalls zusammen mit seiner langen Verletzungspause. Kein Wunder, sagt Ebbett: «Seit dem Beinbruch läuft es mir gut. Ich hätte es mir nicht besser vorstellen können, als ich beim SCB unterschrieb.»

«Ich liebe meine Teamkollegen» Dass es dazu kam, war das Verdienst des damaligen Sportchefs Sven Leuenberger. Mehrere Jahre hatte er schon Kontakt gehalten mit dem Kanadier, während der von NHL-Club zu NHL-Club tingelte. In der Organisation von Pittsburgh, seiner siebten und letzten NHL-Station, verbrachte Ebbett dann die meiste Zeit im Farmteam. Und war mit 32 bereit für einen Neuanfang.

Bereut hat er den Schritt nie. «Bern ist wunderschön, hat genau die richtige Grösse. Und es ist toll, jeden Abend in die eigene Wohnung zu kommen.» Für Besuche ins Stadtzentrum nimmt er wie Einheimische das Tram, von den Menschen schwärmt er: «Ich liebe meine Team­kollegen, und unser Publikum ist einzigartig. Ich bin nicht sicher, ob die Fans wissen, wie viel Energie sie uns geben.»

Es ist ein Gefühl, dass der extrovertierte Kanadier noch mindestens zwei weitere Jahre erleben will. Im Januar verlängerte er bis 2019, und dabei ist er nicht nur ein Mann für die wichtigen ­Momente, sondern auch fürs Innenleben des Clubs. Er gehört zum fünfköpfigen Spielerrat, schätzt die Gesellschaft jüngerer Mit­spieler, «weil ich mich dann selber jung fühle». Und er versuchte, für Mark Arcobello «zu tun, was Chuck für mich tat».

Chuck ist Chuck Kobasew, Stürmer beim SCB, als Ebbett 2015 zum Team stiess. «Er sagte mir schon im Sommer, was mich erwartete, was ich packen musste und so weiter. Denn es ist ein Kulturschock. Dazu kommen die hohen Erwartungen und das Hockey, das wirklich anders ist. Je schneller man sich ­eingelebt hat, umso besser für alle.» Bei Arcobello hat das mit der Rolle als Mentor gut geklappt: In seiner ersten NLA-Saison wurde der Amerikaner Topskorer und wertvollster Spieler der NLA.

Doch seine wichtigste Aufgabe erwartet Ebbett ab morgen auf dem Eis. «Wir sind nicht zufrieden, der Job ist noch nicht getan», sagt der 34-Jährige. Und ­lächelt für einmal kein bisschen.

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