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Büne, Pussy und das Tagebuch

Ein Song, der bereits in der Hitparade ist, «the big eric ray» und die Schwalben im Eishockey und Schach, die diesmal gar keine Schlagzeilen hätten sein sollen.

Kraftvolle Stimme, wehende Haare: Büne Huber (rechts) und Eric Blum bei einem Fototermin auf dem Gurten: Beide verbindet eine tiefe Freundschaft.
Kraftvolle Stimme, wehende Haare: Büne Huber (rechts) und Eric Blum bei einem Fototermin auf dem Gurten: Beide verbindet eine tiefe Freundschaft.
Ephraim Bieri

Büne Huber, er singt. Malt. Zeichnet. Textet. Dichtet. Komponiert. Schreibt. Musiziert. Skizziert. Entwirft. Die Frontfigur von Patent Ochsner macht ganz vieles – und alles gut. Er sagt über sich, er sei ein ewig Suchender, mitunter Findender, taumelnd, stolpernd, tastend, mäandernd.

Und einige Monate lang tat er jetzt alles gleichzeitig. Er hatte mit seiner Band in einem ehemaligen Waisenhaus ein Studio eingerichtet, ein neues Album erscheint bald, der dreizehnte Ochsenopus, eine neue Tour, und täglich sass Büne Huber auch an seiner Hermes Baby, sein Baby, sagt er, das er aus dem Keller entstaubte und mit Halbrahm einmassierte, er hämmerte los, schrieb und zeichnete und kritzelte Geschichten, 149 wurden es, sein Tagebuch, eingescannt und online gestellt.

Es ist amüsant, witzig, manchmal auch nachdenklich, im Büne-Sound geschrieben, man erfährt vieles, die Geschichte des Songs mit dem Arbeitstitel «The long way home», der schon 1995 in seinem Kopf war, Umwege nahm und sein Gesicht viermal oder einige Male mehr liftete. Als «Für immer uf di» ist es inzwischen vorab veröffentlicht, ein sehr schönes Lied, Büne sagt gar, eines seiner allerschönsten. Es steht in der Schweizer Hitparade nach nur einer Woche bereits an zweiter Stelle.

«Für immer uf di» von Patent Ochsner

(Video: YouTube/Patent Ochsner)

«herr blum (the big eric ray)», kommt im Tagebuch vor, «der alte hutmacher und eishockeysportler», der SCB-Verteidiger, der sein Freund ist. Und eines Tages haben sie ihn angerufen von der Zeitung mit den grossen Schlagzeilen, er glaubte, sie wollten ihn wieder aufs Fussballglatteis führen, weil er einst ein legendäres Interview über die Pussys und ihre Schwalben in diesem «Schutti dingsbums» gab. Er wolle nichts mehr sagen, weil er momentan kein bisschen in dieser Sportwelt sei, und er sowieso vermute, dass es bald nicht nur im Eishockey, sondern auch im Synchronschwimmen, beim Schach und Springreiten Schwalben gebe. Am andern Tag las er trotzdem die grosse Schlagzeile.

Und in seinem Logbuch, Folge 124, schrieb Büne Huber dann: «ihr da draussen auf den eisfeldern und kunstrasenplätzen macht eure schwalben ohne mich. aber verletzt euch nicht beim theatralischen stürzen und weinet nicht, wenn euch danach übergewichtige popstars als pussis bezeichnen. ist nämlich nicht halb so wichtig, was ihr thut oder lasset. ist nur brot und spiele und opium fürs volk. little entertainment mit dem man die welt nicht ein bitzeli verbessert oder verschlechtert. ist nur so ein von woche zu woche dingsbums. und morn scho wieder vergässe, schwalbenkönich.»

Sein Tagebuch hätte die grössere Schlagzeile gegeben.

Das Logbuch ist unter www.patentochsner.ch zu lesen.Link

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