«… dann wäre ich ein Verlierer»

Zug-Trainer Dan Tangnes sagt nach dem Final, dass er für eine solche Saison nicht unterschrieben hätte. Und was die grösste Herausforderung in der nächsten Saison sein wird.

Vier Jahre, drei Titel: Die Berner sind einmal mehr ganz oben im Schweizer Eishockey. Video: SRF

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Nein, wenn man ihm vor der Saison angeboten hätte, den Cup zu gewinnen und den Playoff-Final zu erreichen, hätte er nicht unterschrieben, sagt Dan Tangnes nach dem letzten Finalspiel: «Im professionellen Sport denkt man nicht so. Wir stehen jeden Morgen um 6 auf, gehen an die Arbeit. Ich habe seit meiner Unterschrift im letzten April jeden Tag alles gemacht, um eine Chance auf den Titel zu haben. Wir können auf Vieles stolz sein, aber jetzt ist da nur Leere und Enttäuschung. Ich glaube, ich wäre ein Verlierer, wenn ich mit dem zweiten Platz zufrieden wäre.»

Tangnes steht vor dem Eingang zur Zuger Garderobe, ein paar Meter weiter feiern die Berner. Der Speaker ruft einen Spieler nach dem anderen aufs Eis, man versteht sein eigenes Wort kaum. Im Interview blickt Tangnes aber auch schon wieder vorwärts.

Trotz der Finalniederlage: Es gibt schon Dinge, auf die Sie stolz sein können.
Ja das stimmt, aber ich werde einige Tage brauchen, um das richtig analysieren zu können. Wir haben den Cuptitel gewonnen, hatten die gesamte Saison viele Verletzungen, das war eine grosse Herausforderung. Die Organisation hat einen klaren Plan, wie es weitergehen soll, wir haben viel darauf investiert, eine Identität zu kreieren, wie wir spielen wollen und wie wir die Jungen weiterbringen wollen. Wir können stolz sein, wie wir das gemacht haben, und dazu spielten wir oft wirklich gutes Eishockey.

Der Puck ist in der Finalserie nicht gerade für Zug gesprungen, 4:1 tönt brutal. Allzu viel vorwerfen können Sie Ihren Spielern aber nicht, oder?
Nein, ich habe viel Respekt und Dankbarkeit für meine Spieler, sie haben alles gegeben. Hoffentlich können sie die Frustration in Motivation und Benzin für die Zukunft umwandeln. Das ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg und wir müssen aus diesen Erfahrungen lernen.

Ein enttäuschter Dan Tangnes nach dem entscheidenden Spiel 5 der Finalserie. Bild: Keystone

In der Vorbereitung auf die neue Saison können Sie auf einem höheren Niveau beginnen.
Das stimmt. Ich kenne die Spieler, die Organisation, die Liga, die Spieler kennen mich. Aber unser Team wird anders zusammengestellt sein und es wird eine andere Dynamik geben.

Und die Erwartungen steigen.
Genau. Es wird unsere grösste Herausforderung, mit den Erwartungen umzugehen. Der Spieler, der von hier kommt (er meint Goalie Leonardo Genoni, dessen Name gerade skandiert wird, Red.) und der Spieler, der in Lugano sehr erfolgreich war (Grégory Hofmann, Red.) bringen uns weiter, aber sie alleine werden uns den Titel nicht geben.

Was braucht es dann dafür?
Sehr viel harte Arbeit. Viele Jungs haben unser Team über lange Phasen getragen, einige wechseln den Club, andere müssen ihre Aufgaben übernehmen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir unsere Ziele erreichen werden. Früher oder später.

Erstellt: 21.04.2019, 08:44 Uhr

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