Das grosse Aufatmen bei den Flyers

Dank zwei Toren von Vincent Praplan besiegt Kloten die SCL Tigers 3:2 und gewinnt sein erstes Saisonspiel.

Matchwinner mit zwei Toren: Praplan auf Gratulationstour nach dem 3:2 gegen die SCL Tigers.

Matchwinner mit zwei Toren: Praplan auf Gratulationstour nach dem 3:2 gegen die SCL Tigers. Bild: Keystone

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Wenn die SCL Tigers nach Kloten kommen, hat das fürs Heimteam beruhigende Wirkung. Das war beim letzten Langnauer Besuch vor zweieinhalb ­Jahren so, als die sich Flyers mit einem 5:3 in Spiel 5 des Playout-Halbfinals die Zugehörigkeit zur NLA sicherten. Und das war gestern wieder so, als sie mit ­einem 3:2 die ersten Punkte dieses Herbstes holten.

Wie im Frühjahr 2013 war es kein Sieg, mit dem viel gewonnen ist – sondern einer, der Schlimmeres verhindert. Damals den verlängerten Abstiegskampf, diesmal die Dramatisierung einer Krise, mit drei Niederlagen zum Saisonstart schon angebahnt war.

Der Sieg, die drei Punkte waren das Beste dieses Abends. Nur 3600 Zuschauer hatte die Affiche gegen den Aufsteiger in die Swiss-Arena gelockt, und was sie zu sehen bekamen, war mager. Bis zur Schlusssirene musste das Team von Sean Simpson um sein erstes Erfolgserlebnis zittern, dann war der letzte Schuss der sechs Langnauer Feldspieler am Klotener Tor vorbeigesegelt.

Darum konnte den Flyers alles andere egal sein: dass gegenüber ihren ­bisherigen Auftritten keine Steigerung spürbar gewesen war; dass nicht nur, aber vor allen von Guggisberg beste Chancen vergeben wurden; dass die Fehlerquote hoch war wie gewohnt, der Spielaufbau ideenlos, die Ordnung in der eigenen Zone zerbrechlich. Wichtig war einzig das Stoppen des Negativtrends. Wen kümmerte da, dass alle drei Tore nach Einzelleistungen fielen?

Zweimal Praplan und Bieber sorgten dafür, dass Trainer Sean Simpson den heutigen Match in Lausanne gelassener vorbereiten kann. «Ich bin zufrieden mit den drei Punkten, nicht mit der Leistung», hielt der Kanadier fest, «die Punkte bringen die Null in der Tabelle weg.»

Es war ein ungewohnter Simpson, der nach diesem 3:2 Auskunft gab. Ein gelöster, fast gut gelaunter, einer, dem die Erleichterung anzusehen war. Als Praplan ein paar Reportern seine ersten Saisontreffer erklärte, ­witzelte Simpson aus der Ferne, der Grund dafür sei «viel Vertrauen vom Coach» gewesen. Als sich die Mikrofone dem Trainer zuwandten, monierte er das komplizierte Spiel ­seiner Mannschaft, die Auftritte einiger Leistungsträger, von denen er viel mehr erwarte. «Viel Raum nach oben», hätten die Flyers, «aber ich will nicht negativ klingen – wir haben schliesslich gewonnen». Simpson sagte es mit einem ­Anflug von Lächeln.

«Das tut mir sicher gut»

Gewonnen hat Kloten gegen ein Team, das sich nach Kräften wehrte, das bei nummerischem Gleichstand allerdings wenig Torgefahr erzeugte und für beide Treffer Powerplays brauchte. Das erste in doppelter Überzahl (27.), das zweite, weil Santala nach einem missglückten Befreiungsschlag Schellings einen Langnauer nur irregulär bremsen konnte (56.). «Ein blödes Tor» nannte Praplan dieses 3:2-Anschlusstor durch Anton ­Gustafsson, das eine Schlussphase einläutete, die nichts für schwache Nerven war.

Weil die Klotener den finalen Ansturm überstanden, wurde der 21-jährige Walliser zu ihrem ersten Matchwinner der Saison. «Schön, dass ich zwei Tore schiessen konnte» fand Praplan , «das tut mir sicher gut.» Es war die ­Untertreibung des Abends – gestern um 21.45 Uhr atmete ein ganzer Club auf.

Erstellt: 18.09.2015, 23:16 Uhr

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