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«Das war für mich ein Zeichen: Der Zug ist abgefahren»

Neuer Fribourg-Goalie mit einem Jahr Verspätung: Reto Berra.
Dumm gelaufen: Am 28. April 2017 präsentiert Gottéron Reto Berra in der Freiburger Eishalle als neuen Goalie. Gut zwei Monate später kommt das überraschende Angebot aus Anaheim … (Bild: Thomas Hodel/Keystone)

Reto Berra, nach fünf Jahren sind Sie zurück in der Schweiz …

Sie müssen Ihre Eishockeytasche wieder selber tragen…

«Ich war nie in Tijuana. Ich bin mittlerweile auch älter, brauchte kein Rambazamba.»

Reto Berra

Sie hätten eine weitere Saison in der Organisation der Anaheim Ducks bleiben können. War es ein schwieriger Entscheid, abzusagen und in die Schweiz zurückzukehren?

Was gab den Ausschlag für die Schweiz?

Eishockey-Profi in Kalifornien. Das tönt für Aussenstehende dennoch wie ein Traum – auf den Sie nun freiwillig verzichten…

Und die mexikanische Grenzstadt Tijuana, für viele Amerikaner ein Partyparadies und Sündenpfuhl, war auch nur knapp 30 Minuten Autofahrt entfernt …

Ist Ihr persönlicher nordamerikanischer Traum also zu Ende?

Sie haben besonders viele Ups and Downs in Ihrer Karriere erlebt, pendelten mehrfach zwischen NHL und AHL hin und her…

«Ich bereue nichts. Du musst auch schwierige Zeiten durchmachen können. Ich zähle mich dennoch zu den glücklichen Leuten. Auch wenn ich oft nicht wusste, wo ich übermorgen spiele.»

Reto Berra

Welche Aspekte entsprachen nicht dem Bild des vorher erwähnten «Traums»?

Sie hätten eigentlich bereits 2017/18 für Fribourg spielen sollen, als im letzten Moment vor Saisonbeginn das überraschende Angebot der Anaheim Ducks kam und Ihr Transfer in die Schweiz sich um ein Jahr verschob. Hatten Sie keine Angst, dass Sie Ihren künftigen Schweizer Arbeitgeber bereits verärgern, bevor die Zusammenarbeit überhaupt begonnen hat?

«Ich glaube daran: Wenn du den Preis mit ehrlicher Arbeit zahlst, kann es gar nicht anders sein, als dass es wieder zum Erfolg kommt.»

Reto Berra

Eigentlich hatten Sie in Ihrer Karriere bislang nur vier stabile Saisons: von 2009 bis 2013 in Biel.

In Biel kannten Sie Ihre Rolle, Sie waren die Nummer 1, es gab kein Farmteam, in das Sie hätten verschoben werden können, kein Tauschhandel drohte.

Sie spielten in fünf Jahren für vier NHL- und fünf AHL-Teams. Wie lernt man, mental mit diesem Hin und Her, diesem Auf und Ab umzugehen?

Wie Ihr zweites Jahr 2009 in Davos? Sie waren die klare Nummer 2 hinter Leonardo Genoni, kamen kaum zum Einsatz. Und plötzlich spielten Sie im Playoff-Final und holten entscheidende Siege zum Meistertitel …

Happy End mit Davos: Reto Berras letztes Spiel mit dem HCD ist das Meisterspiel 2009 in Kloten, gefeiert wird mit Kollege Leonardo Genoni. (Bild: Patrick B. Kraemer/Keystone)

Wie veränderten Sie diese fünf Jahre als Mensch?

Sie waren zuvor doch eher ein scheuer Zeitgenosse!

Apropos: Sie sorgten vor Ihrem zweiten NHL-Match, zwei Tage nach Ihrem Debüt in Chicago, für eine heitere Episode. Als Sie am Mittag mit Calgary zum Warm-up im Stadion vom Gegner Minnesota eintrafen, sahen Sie gleich vier Schweizer Journalisten. Sie erschraken und verschwanden in der Garderobe mit den Worten «Ihr seid jetzt nur wegen meines NHL-Debüts extra in die USA geflogen? Spinnt ihr?» Interviews wollten Sie auch keine geben, erst am Abend dann nach dem Spiel …

Ja, und eigentlich waren alle wegen Minnesotas Nino Niederreiter dort, nicht Ihretwegen …

Welche Zeit war bislang Ihre schönste der Karriere?

Waren die zwei Jahre in Davos die härtesten?

Rund zehn Jahre danach gibt es nun in Davos das junge Duo Gilles Senn/Joren van Pottelberghe…

Ist Fribourg die letzte Station Ihrer Karriere?

Die Stimmung rund um Gottéron ist in der Tat berüchtigt: Totale Euphorie oder Weltuntergangsstimmung – dazwischen gibts kaum etwas...