Timo Meier verstärkt die Schweiz

Die Schweizer Nationalmannschaft hat den Ruhetag an der Eishockey-WM genossen. Die Teamleitung erhält zudem gute Nachrichten aus Übersee.

Saison noch nicht zu Ende: Timo Meier (28) von den San Jose Sharks wird das Schweizer WM-Team ergänzen. (6. Mai 2018)

Saison noch nicht zu Ende: Timo Meier (28) von den San Jose Sharks wird das Schweizer WM-Team ergänzen. (6. Mai 2018) Bild: Marcio Jose Sanchez/Keystone

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Am Tag nach dem 2:0-Sieg gegen die Slowakei gab es für Nationaltrainer Patrick Fischer frohe Kunde, erhielt doch Timo Meier von den San Jose Sharks die Freigabe für die WM in Dänemark.

Mit Meier stösst der sechste Spieler zum Schweizer Team, der in dieser Saison zu Einsätzen in der NHL gekommen ist. Der 21-jährige Stürmer aus Herisau schaffte bei San Jose den Durchbruch und erzielte in 91 Partien 23 Tore und 18 Assists. Ausserdem bringt der 1,84 m grosse und 96 kg schwere Meier viel Wasserverdrängung mit, er geht dorthin, wo es weh tut. Spieler mit diesen Eigenschaften gibt es in der Schweizer Mannschaft nach wie vor zu wenig.

Herbe Enttäuschung für den Appenzeller

Die Sharks schieden in der Nacht auf Montag im Viertelfinal gegen die Vegas Golden Knights mit 2:4 Siegen aus, wobei die 0:3-Niederlage vor heimischem Publikum alles andere als zwingend war. Meier selber vergab in der 18. Minute eine gute Chance zum 1:0. Ausserdem scheiterte San Jose dreimal an der Torumrandung, zweimal beim Stand von 0:0.

Dementsprechend gross war bei Meier die Enttäuschung. «Wir spielten gut. Am Ende fehlte etwas das Glück», sagte er am Telefon gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Mit den eigenen Leistungen – im NHL-Playoff kam er in 10 Partien auf zwei Tore und drei Assists – ist er «im Grossen und Ganzen zufrieden». Es gebe jedoch immer Raum, um sich zu verbessern. «Hätte jeder sein Bestes gespielt, wären wir weitergekommen. Jedoch lernt man aus Fehlern. Ich freue mich bereits auf die nächste Saison.»

An der WM für Furore sorgen

Vorerst aber will er mit der Schweizer Nationalmannschaft für Furore sorgen. Trotz der vielen Partien in der besten Liga der Welt war es für ihn keine Frage, nach Dänemark zu reisen. «Die Energie ist noch gut», so Meier. «Ohnehin habe ich mich auf eine lange Saison vorbereitet. Und wenn wir (San Jose) weitergekommen wären, hätte ich ja auch weitergespielt. Es ist ein guter Test für den Körper.»

Meier hatte noch einiges zu tun, ehe er Montagabend um 17.30 Uhr kalifornische Zeit das Flugzeug bestieg. «Ich freue mich, das erste Mal für die A-Nationalmannschaft aufzulaufen.» Hat er die WM verfolgt? «Ich habe mit Mirco Müller und Noah Rod telefoniert, die mir sagten, dass es eine coole Truppe sei.» Theoretisch könnte Meier bereits am Dienstagabend im Spiel gegen Tschechien sein Länderspiel-Debüt geben. Allerdings ist fraglich, ob Fischer angesichts der Reisestrapazen schon auf den Powerstürmer zählen wird, zumal der gegen die Slowaken gesperrte Sven Andrighetto wieder zur Verfügung steht.

Noch zwei Plätze frei

Nach der Zusage von Meier sind im Schweizer Team noch zwei Plätze frei, bis das Maximalkontingent von 25 erreicht ist. Diese hält Fischer weiterhin offen, da noch zwei Spieler aus dem Schweizer Trio von Nashville – Roman Josi, Kevin Fiala und Yannick Weber – ein Thema werden könnten. Die Predators kämpften in der Nacht auf Dienstag bei den Winnipeg Jets gegen das Ausscheiden.

Im Training am Montag standen nur gerade die Torhüter, Andrighetto sowie die bisher noch nicht eingesetzten Spieler auf dem Eis. Der Rest zog einen Ruhetag ein, damit die Batterien gegen Tschechien wieder gefüllt sind. Die Osteuropäer müssen nach der 2:3-Niederlage am Sonntag gegen Schweden reagieren, um mit Blick auf die Viertelfinal-Qualifikation nicht in die Bredouille zu geraten. Die Schweizer ihrerseits können nach dem gelungenen Auftakt mit fünf Punkten aus zwei Partien befreit aufspielen.

Tschechien mit drei «Schweizern»

An den Olympischen Spielen in Pyeongchang war die Schweizer Mannschaft beim 1:4 gegen die Tschechen chancenlos geblieben, ebenso wie in den beiden Testspielen in der WM-Vorbereitung (2:5 und 1:4). Blickt man in der Statistik jedoch etwas weiter zurück, weist die Schweiz keine schlechte Bilanz auf. Von den letzten zehn Direktbegegnungen seit Olympia 2006 in Turin hat die Schweiz deren sechs gewonnen.

In Kopenhagen treten die Tschechen mit einer relativ jungen Mannschaft an. Im Kader stehen nebst fünf NHL-Profis auch die in der Schweiz engagierten Dominik Kubalik (Ambri-Piotta), Roman Cervenka (Fribourg-Gottéron) und Robert Kousal (Davos).

(fal/sda)

Erstellt: 07.05.2018, 21:32 Uhr

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