Das Zürcher Eishockey lebt!

Obschon die ZSC Lions das Playoff verpasst haben, stellt der Kanton Zürich im Halbfinal mit 17 die meisten Spieler. Vor allem auf der Goalieposition sind Zürcher die Erfolgsgaranten.

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Es war kein gutes Jahr fürs Zürcher Eishockey. Erstmals fand das Playoff ohne ein Team aus dem bevölkerungsreichsten Kanton statt. Dabei ist dieser der erfolgreichste in der Playoff-Ära: mit den zehn Titeln, welche die ZSC Lions und der EHC Kloten in dieser Zeit sammelten, plus weiteren acht Finalteilnahmen.

2014 duellierten sich die Rivalen noch um die Meisterschaft. Jetzt rauchen bei den Stadtzürchern die Köpfe, weil sie bei der Analyse der verpatzten Saison keinen Aspekt ausser acht lassen wollen. Und bei Kloten wird darauf gewartet, ob Abstiegspräsident Hans-Ulrich Lehmann wie angekündigt zurücktritt. Oder ob er nun doch findet, er sei unverzichtbar.

ZSC 10, Kloten 7 Spieler

Auch wenn es die anderen sind, die nun um den Titel spielen, das Zürcher Eishockey lebt! Denn kein anderer Kanton stellt in den Halbfinals so viele Spieler - deren 17. Zehn stammen von den ZSC Lions, sieben vom EHC Kloten. Berücksichtigt wurden bei dieser Aufstellung alle Spieler der Halbfinalisten, die im Playoff bis dato zum Einsatz kamen.

Und zwar wurde bei jedem der Verein als Stammclub gezählt, bei dem er die höchste Junioren stufe (Elite) erklomm. Der Kanton Bern, der im Halbfinal zwei Teams stellt, folgt mit 16 ausgebildeten Spielern, dann Zug mit 11. Nicht berücksichtigt wurden jene Spieler, die erst nach dem Juniorenalter in die Schweiz kamen. Wie EVZ-Verteidiger Jesse Zraggen. Der Lette Ronalds Kenins gilt hingegen als Zürcher, weil er bei der Elite A für den ZSC spielte.

Die meisten «Eigengewächse» der Halbfinalisten hat Zug mit sieben Spielern aus der eigenen Juniorenabteilung. Bei Lausanne spielt nur ein «Eigener»: der junge Loic In-Albon. Der Walliser stiess mit 16 Jahren zu den Waadtländern. Dafür haben diese am meisten Zürcher, gleich sechs: Boltshauser, Genazzi, Grossmann, Kenins, Leone und Zangger. Der EVZ folgt mit fünf: Lammer, Schlumpf, Senteler, Stephan und Suri, dann Biel (Brunner, Diem, Künzle) und der SCB (Bieber, Blum, Genoni) mit je drei.

Die prominentesten Rollen unter den Zürchern spielten im Playoff bisher Biels Topskorer Brunner und Zug-Goalie Stephan, den die Lausanner zuletzt zweimal nicht bezwingen konnten.

Ein Zürcher Goalieduell?

Apropos Goalies: Zürcher sind auf dieser Position ohnehin die Erfolgsgaranten im Schweizer Eishockey. In den letzten zehn Jahren wurde nur einmal ein Team ohne Zürcher Torhüter Meister: der SCB 2016 mit dem tschechischen Aushilfsgoalie Stepanek. Die anderen neun Titel teilten Genoni (vier), Flüeler (drei), Bührer (zwei) und Berra (einer) unter sich auf, wobei sich Genoni und Berra 2009 in Davos den Goaliejob teilten. Und ein Finalduell zweier Zürcher Goalies (Genoni und Stephan) ist in diesem Jahr ja nun ziemlich wahrscheinlich geworden.

Doch eben: Was die Clubs betrifft, hängen in naher Zukunft alle Zürcher Hoffnungen an den ZSC Lions. Beim EHC Kloten glauben sie zwar, ein National-League-Club zu sein, der nur auf der Durchreise ist in der Swiss League. Doch die abgelaufene Saison zeigt, dass dies ein Trugschluss ist. «Es wäre schon wünschenswert, dass der Kanton Zürich zwei Teams in der National League hätte», sagt ZSC- Geschäftsführer Peter Zahner. «Wenn man die Einwohnerzahl, das Zuschauerinteresse, die Wirtschaftskraft und das Spielerreservoir betrachtet, wäre das sicher angemessen.»

Etwas neidisch schielt Zahner auf den Kanton Bern mit dem SCB, dem EHC Biel und den SCL Tigers. Sicher sei es da von Vorteil, dass sich diese Teams geografisch verteilten: «Das Seeland und das Emmental sind ganz andere Sportwelten als die Stadt Bern. Kloten und wir hingegen sind nur fünf Kilometer von einander entfernt.»

Geld für 240 Ex-Junioren

Nicht nur auf höchster Stufe ist der Einfluss der ZSC Lions mit Spielern, die ihre Nachwuchsabteilungen durchliefen, immens. Die Organisation bekommt aktuell Ausbildungsentschädigungen für 240 Spieler bis in die 2. Liga, die irgendwann bei ihren Junioren waren. Unter anderem 189 Franken für HCD-Jungstar Benjamin Baumgartner, der mit 13 eine Saison bei ihnen spielte. An seinem sportlichen Aufstieg profitieren nun auch sie etwas, zumindest finanziell.

Und klar ist: Egal, wer Meister wird, am Schluss jubeln Zürcher. (Redaktion Tamedia)

Erstellt: 04.04.2019, 10:06 Uhr

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