Dem Saisonende entgegen

Der ZSC beschliesst die Qualifikation mit einem 1:4 gegen Biel, die Strafe ist der EV Zug im Playoff-Viertelfinal.

Ein trügerisches Bild: Die ZSC Lions mit Ronalds Kenins mussten gegen Biel (Samuel Lofquist) unten durch. Foto: Melanie Duchene (Keystone)

Ein trügerisches Bild: Die ZSC Lions mit Ronalds Kenins mussten gegen Biel (Samuel Lofquist) unten durch. Foto: Melanie Duchene (Keystone)

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Hatte es vor der Olympiapause noch leise Anzeichen gegeben, dass die ZSC Lions unter Hans Kossmann doch einen Schritt nach vorne machen, so haben sich diese in den letzten sechs Tagen verflüchtigt. Ja was das Team zum Abschluss der Regular Season gegen Biel bot, war schlicht blamabel. Mit einem Sieg hätten sich die Lions Rang 5 und das dezimierte Lugano als Gegner im Viertelfinal sichern können. Doch sie waren beim 1:4 chancenlos. Auf der einen Seite die Bieler, die nichts Verrücktes taten, einfach ein eingespieltes Team sind und Selbstvertrauen haben. Auf der anderen die Zürcher, die in der 50. Runde so konfus auftraten, als wären sie erst gerade zum ersten Vorbereitungsspiel zusammengekommen.

Er hätte sich nach zwei Niederlagen eine Reaktion erhofft, sagte der ernüchterte Kossmann. «Doch sie kam nicht.» Es muss zum Verzweifeln sein, diese Mannschaft zu coachen. Vor und während der Pause habe es gut harmoniert, sagte der Kanadaschweizer. «Aber seit die sechs Spieler von den Olympischen Spielen zurück sind, passt es nicht mehr.» In den letzten drei Qualifikationsspielen brachten die Zürcher gerade noch drei Tore zustande, wirkten sie zusehends hilfloser. Von den Sturmreihen funktioniert inzwischen keine mehr. Korpikoski ist nicht wirklich eine Bereicherung, auch der nun überzählige Shore blieb den Beweis schuldig, dass er dem Team helfen kann. Und bei Vey, dem Star aus der russischen KHL, ist jeglicher Schwung verebbt.

Die Erheiterung bei Zahner

Geschäftsführer Peter Zahner brachte es auf den Punkt, als er sagte: «Gut, ist diese verknorzte Qualifikation endlich vorbei. Und haben wir im Playoff die Chance, es besser zu machen.» Platz 7 in der Qualifikation sei ganz klar «nicht erfüllt», merkte Zahner an. Für kurze Erheiterung sorgte bei ihm der Hinweis, dass die ZSC Lions Meister wurden, als sie letztmals von diesem Rang aus ins Playoff starteten, 2012 unter Bob Hartley. Damals war bei den Zürchern vor dem Playoff aber ganz klar eine Aufwärtstendenz zu erkennen gewesen, anders als diesmal. Den EVZ wischten die Zürcher damals im Halbfinal mit 4:0-Siegen weg, Vorkämpfer Ambühl wies den Weg. Doch eben: Es waren ganz andere Umstände.

«Wir können sicher nicht mit breiter Brust ins Playoff steigen», sagte Zahner. «Aber es bleibt immerhin die Hoffnung, dass die Mannschaft nun endlich ihr Potenzial ausschöpft. So, wie sie es in vereinzelten Spielen getan hat.» Und der Schmerz, den diese Spieler in den letzten zwei Jahren nach dem Viertelfinal-Aus verspürt hätten, werde sie hoffentlich antreiben, es diesmal besser zu machen, fügte Zahner an. Kossmann mochte auf die Frage, wie er den EV Zug einschätze, nicht gross ins Detail gehen. «Die Zuger sind ein gutes Team mit sehr guten Ausländern», sagte er. Und dann rechnete er noch vor, dass seine ausländischen Stürmer Shore, Korpikoski, Sjögren und Vey gerade mal acht Tore geschossen haben.

Ohne Pettersson, mit 26 Treffern der beste Goalgetter der Liga, wäre es für die ZSC Lions auch knapp geworden um die Playoff-Qualifikation. Dass der Schwede auch gegen Biel als Einziger traf, war bezeichnend. Derweil sich das Team nach seinem schwachen Auftritt formierte, um sich von seinen Stehplatz-Fans zu verabschieden, merkte es nicht, dass sich diese um den Spielereingang geschart hatten. Nicht, um die ZSC-Spieler zu schelten, sondern, um ihnen nochmals Mut zuzusprechen fürs Playoff. Das hat diese Mannschaft auch dringend nötig.

Erstellt: 05.03.2018, 23:32 Uhr

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