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Der 26-Millionen-Mann

Nino Niederreiter hat den bisher bestdotierten Vertrag für einen Schweizer Eishockeyspieler unterschrieben. Welche besondere Feinheiten der Vertrag beinhaltet.

Kristian Kapp
Nino Niederreiter: Neuer Vertrag bei den Minnesota Wild.
Nino Niederreiter: Neuer Vertrag bei den Minnesota Wild.
Salvatore Di Nolfi, Keystone

Die Verhandlungen über die Vertragsverlängerung hatten sich seit Monaten hingezogen. Der Flug nach Toronto am 2. August war schon gebucht, zwei Tage später wäre für Nino Niederreiter dort die Anhörung vor dem unabhängigen Schiedsgericht auf dem Programm gestanden. Für dieses hatte sich der Stürmer vorsorglich angemeldet gehabt, falls es zwischen ihm und seinem NHL-Club, den Minnesota Wild, zu keiner Einigung im Vertragspoker gekommen wäre. Das Schiedsgericht hätte den neuen Lohn bestimmt.

Doch nun, kurz nach Sonntagmitternacht, wurden sich der 24-jährige Churer und sein Verein, für den er bereits seit 2013 spielt, einig: fünf Jahre, 26,25 Millionen US-Dollar.

Bildstrecke – Was die Schweizer Teamsportler in Nordamerika 2016/17 verdienen

Platz 1: Roman Josi. Der Verteidiger der Nashville Predators verdiente in der Saison 2016/17 4,25 Millionen US-Dollar und damit so viel wie kein anderer Schweizer Nordamerika-Profi. In der kommenden Saison wird er exakt 5 Millionen US-Dollar verdienen.
Platz 1: Roman Josi. Der Verteidiger der Nashville Predators verdiente in der Saison 2016/17 4,25 Millionen US-Dollar und damit so viel wie kein anderer Schweizer Nordamerika-Profi. In der kommenden Saison wird er exakt 5 Millionen US-Dollar verdienen.
Christopher Hanewinckel, Reuters
Platz 3: Thabo Sefolosha. Der 33-jährige Shooting Guard verdiente 2016/17 bei den Atlanta Hawks in seiner 11. NBA-Saison 3,85 Millionen US-Dollar. Nächste Saison, nach seinem Wechsel zu Utah Jazz, wird sein Salär 5'122'000 US-Dollar betragen, dann erhält er knapp mehr als Roman Josi.
Platz 3: Thabo Sefolosha. Der 33-jährige Shooting Guard verdiente 2016/17 bei den Atlanta Hawks in seiner 11. NBA-Saison 3,85 Millionen US-Dollar. Nächste Saison, nach seinem Wechsel zu Utah Jazz, wird sein Salär 5'122'000 US-Dollar betragen, dann erhält er knapp mehr als Roman Josi.
Seth Wenig, Keystone
Platz 4: Luca Sbisa. Der 27-jährige Zuger verdient gut für einen Defensivverteidiger: Letzte Saison kassierte Sbisa bei den Vancouver Canucks 3,6 Millionen US-Dollar, 2017/18 wird er gar 4 Millionen verdienen.
Platz 4: Luca Sbisa. Der 27-jährige Zuger verdient gut für einen Defensivverteidiger: Letzte Saison kassierte Sbisa bei den Vancouver Canucks 3,6 Millionen US-Dollar, 2017/18 wird er gar 4 Millionen verdienen.
Ben Nelms, Keystone
Platz 5: Nino Niederreiter. Der Bündner Stürmer der Minnesota Wild kassierte letzte Saison 3,5 Millionen US-Dollar. Sein Vertrag ist ausgelaufen; weil Niederreiter die beste Saison der Karriere hinter sich hat, hat er nun eine saftige Lohnerhöhung erhalten: Durchschnittlich 5,25 Millionen jährlich während den nächsten fünf Jahren wird der Churer kassieren.
Platz 5: Nino Niederreiter. Der Bündner Stürmer der Minnesota Wild kassierte letzte Saison 3,5 Millionen US-Dollar. Sein Vertrag ist ausgelaufen; weil Niederreiter die beste Saison der Karriere hinter sich hat, hat er nun eine saftige Lohnerhöhung erhalten: Durchschnittlich 5,25 Millionen jährlich während den nächsten fünf Jahren wird der Churer kassieren.
Jim Mone, Keystone
Platz 6: Sven Bärtschi. Der Stürmer der Vancouver Canucks wird immer besser. Dies zeigt sich auch an seinem Lohn. Der Berner verdiente letzte Saison 1,7 Millionen US-Dollar, 2017/18 werden es 2 Millionen sein.
Platz 6: Sven Bärtschi. Der Stürmer der Vancouver Canucks wird immer besser. Dies zeigt sich auch an seinem Lohn. Der Berner verdiente letzte Saison 1,7 Millionen US-Dollar, 2017/18 werden es 2 Millionen sein.
Trevor Hagan, Keystone
Platz 7: Reto Berra. Der Goalie kassierte 2016/17 dank einem Einwegvertrag bei den Florida Panthers den vollen, 1,5 Millionen US-Dollar schweren Lohn, obwohl er nur 7-mal in der NHL, aber 31-mal in der Farmteamliga AHL bei Springfield zum Einsatz kam. Nächste Saison sind ihm die 700'000 Dollar bei den Anaheim Ducks ebenfalls garantiert. Dank des Einwegvertrags konnte er trotz unterschriebenem NLA-Kontrakt mit Fribourg-Gottéron seine Nordamerika-Karriere unerwartet verlängern.
Platz 7: Reto Berra. Der Goalie kassierte 2016/17 dank einem Einwegvertrag bei den Florida Panthers den vollen, 1,5 Millionen US-Dollar schweren Lohn, obwohl er nur 7-mal in der NHL, aber 31-mal in der Farmteamliga AHL bei Springfield zum Einsatz kam. Nächste Saison sind ihm die 700'000 Dollar bei den Anaheim Ducks ebenfalls garantiert. Dank des Einwegvertrags konnte er trotz unterschriebenem NLA-Kontrakt mit Fribourg-Gottéron seine Nordamerika-Karriere unerwartet verlängern.
Thomas Hodel, Keystone
Platz 8: Clint Capela. Der Center der Houston Rockets dürfte in zwei Jahren auf Platz 1 dieser Rangliste stehen. In seiner dritten NBA-Saison verdiente der 23-jährige Genfer zuletzt «bloss» 1'296'240 US-Dollar. Bereits nächste Saison verdoppelt sich sein Lohn auf 2'334'528 Dollar. Und danach, wenn ein neuer Vertrag verhandelt wird, wird eine Lohnerhöhung um das Vielfache dieser Summe erwartet.
Platz 8: Clint Capela. Der Center der Houston Rockets dürfte in zwei Jahren auf Platz 1 dieser Rangliste stehen. In seiner dritten NBA-Saison verdiente der 23-jährige Genfer zuletzt «bloss» 1'296'240 US-Dollar. Bereits nächste Saison verdoppelt sich sein Lohn auf 2'334'528 Dollar. Und danach, wenn ein neuer Vertrag verhandelt wird, wird eine Lohnerhöhung um das Vielfache dieser Summe erwartet.
David Zalubowski, Keystone
Platz 9: Yannick Weber. Der 28-jährige Verteidiger der Nashville Predators ist zäh – und ein Phänomen. Der Berner verlängerte diesen Sommer zum fünften Mal in Serie seinen Vertrag bloss um ein weiteres Jahr – jedes Mal wurde ihm von den Kritikern das Ende der NHL-Karriere prophezeit. Diesmal gab es eine kleine Lohnerhöhung. Zuletzt verdiente er 575'000 US-Dollar, neu werden es 650'000 sein.
Platz 9: Yannick Weber. Der 28-jährige Verteidiger der Nashville Predators ist zäh – und ein Phänomen. Der Berner verlängerte diesen Sommer zum fünften Mal in Serie seinen Vertrag bloss um ein weiteres Jahr – jedes Mal wurde ihm von den Kritikern das Ende der NHL-Karriere prophezeit. Diesmal gab es eine kleine Lohnerhöhung. Zuletzt verdiente er 575'000 US-Dollar, neu werden es 650'000 sein.
Matt Kincaid/Getty Images
Platz 10: Denis Malgin. Der kleingewachsene Stürmer hat viele überrascht, da er in seiner Debütsaison bei den Florida Panthers bereits 47 Spiele bestreiten durfte. Sein NHL-Lohn betrug damit 544'286 US-Dollar. Hätte er die ganze Saison in der NHL statt beim AHL-Farmteam in Springfield verbracht, wäre sein NHL-Verdienst auf 640'000 Dollar angewachsen.
Platz 10: Denis Malgin. Der kleingewachsene Stürmer hat viele überrascht, da er in seiner Debütsaison bei den Florida Panthers bereits 47 Spiele bestreiten durfte. Sein NHL-Lohn betrug damit 544'286 US-Dollar. Hätte er die ganze Saison in der NHL statt beim AHL-Farmteam in Springfield verbracht, wäre sein NHL-Verdienst auf 640'000 Dollar angewachsen.
Bruce Bennett/Getty Images
Platz 11: Blerim Dzemaili. Der Fussballer von Montreal Impact steht in der offiziellen Lohnliste des MLS-Clubs mit 480'625 US-Dollar im Sold. In Tat und Wahrheit verdient er aber (deutlich?) mehr, der effektive Lohn wurde indes noch nicht öffentlich gemacht. Als sogenannter «Designated Player» gehört er bei seinem Club zu jenen (Star-)Spielern, deren Saläre die Lohnobergrenze nur mit diesen 480'625 Dollar belasten. Alle MLS-Teams dürfen bis zu drei solcher Designated Player bestimmen.
Platz 11: Blerim Dzemaili. Der Fussballer von Montreal Impact steht in der offiziellen Lohnliste des MLS-Clubs mit 480'625 US-Dollar im Sold. In Tat und Wahrheit verdient er aber (deutlich?) mehr, der effektive Lohn wurde indes noch nicht öffentlich gemacht. Als sogenannter «Designated Player» gehört er bei seinem Club zu jenen (Star-)Spielern, deren Saläre die Lohnobergrenze nur mit diesen 480'625 Dollar belasten. Alle MLS-Teams dürfen bis zu drei solcher Designated Player bestimmen.
Paul Chiasson, Keystone
Platz 12: Sven Andrighetto. Mitten in der Saison wechselte der Zürcher Stürmer seinen NHL-Verein: Von Montreal ging es zu Colorado. Der Transfer lohnte sich: Sportlich blühte er auf, und sein Vertrag wurde zu deutlich besseren Konditionen verlängert: Er wird 2017/18 1,2 Millionen verdienen. Letzte Saison kassierte er nur 458'597 US-Dollar von den im Vertrag festgeschriebenen 650'000, da er bei Montreal rund die Hälfte seiner Zeit in der AHL bei den St. John's Ice Caps verbrachte.
Platz 12: Sven Andrighetto. Mitten in der Saison wechselte der Zürcher Stürmer seinen NHL-Verein: Von Montreal ging es zu Colorado. Der Transfer lohnte sich: Sportlich blühte er auf, und sein Vertrag wurde zu deutlich besseren Konditionen verlängert: Er wird 2017/18 1,2 Millionen verdienen. Letzte Saison kassierte er nur 458'597 US-Dollar von den im Vertrag festgeschriebenen 650'000, da er bei Montreal rund die Hälfte seiner Zeit in der AHL bei den St. John's Ice Caps verbrachte.
Derek Leung/Getty Images
Platz 13: Kevin Fiala. Der Uzwiler musste wegen einer schweren Beinverletzung die letzten Saisonspiele seiner Nashville Predators von der Tribüne aus verfolgen (links im Bild mit gelbem Tuch). Da der Stürmer auch noch rund ein Viertel der Saison in der AHL in Milwaukee verbrachte, verdiente er in der NHL nicht die im Vertrag festgeschriebenen 863'333, sondern bloss 426'844 US-Dollar.
Platz 13: Kevin Fiala. Der Uzwiler musste wegen einer schweren Beinverletzung die letzten Saisonspiele seiner Nashville Predators von der Tribüne aus verfolgen (links im Bild mit gelbem Tuch). Da der Stürmer auch noch rund ein Viertel der Saison in der AHL in Milwaukee verbrachte, verdiente er in der NHL nicht die im Vertrag festgeschriebenen 863'333, sondern bloss 426'844 US-Dollar.
Christopher Hanewinckel, Reuters
Platz 14: Timo Meier. Der Erstrunden-Draft San Joses teilte sich die Regular Season 2016/17 auf: 34 Spiele bei den NHL-Sharks, 33 Partien bei den AHL-Barracuda. 387'504 US-Dollar  betrug damit sein NHL-Lohn Ende Saison, 925'000 wären bei einer vollen Saison bei den Sharks möglich gewesen.
Platz 14: Timo Meier. Der Erstrunden-Draft San Joses teilte sich die Regular Season 2016/17 auf: 34 Spiele bei den NHL-Sharks, 33 Partien bei den AHL-Barracuda. 387'504 US-Dollar betrug damit sein NHL-Lohn Ende Saison, 925'000 wären bei einer vollen Saison bei den Sharks möglich gewesen.
Rocky W. Widner/Getty Images
Platz 15: Stefan Frei. Vor 16 Jahren, mit 15, wanderte der Torhüter in die USA aus. Der St. Galler hat als Profi deshalb stets in Nordamerika gespielt. Seit drei Jahren hütet Frei das Tor der Seattle Sounders. Sein aktueller MLS-Lohn beträgt 256'250 US-Dollar.
Platz 15: Stefan Frei. Vor 16 Jahren, mit 15, wanderte der Torhüter in die USA aus. Der St. Galler hat als Profi deshalb stets in Nordamerika gespielt. Seit drei Jahren hütet Frei das Tor der Seattle Sounders. Sein aktueller MLS-Lohn beträgt 256'250 US-Dollar.
Victor Decolongon/Getty Images
Platz 16: Scott Sutter. Der in England geborene und aufgewachsene Schweizer spielt neu in den USA für Orlando. Der erste Lohn des Verteidigers in der MLS beträgt 250'000 US-Dollar.
Platz 16: Scott Sutter. Der in England geborene und aufgewachsene Schweizer spielt neu in den USA für Orlando. Der erste Lohn des Verteidigers in der MLS beträgt 250'000 US-Dollar.
Joe Petro/Getty Images
Platz 17: Jérôme Thiesson. Der 29-jährige Zürcher verliess trotz laufendem Vertrag den FC Luzern und verteidigt seit dieser Saison in den USA bei den Minnesota United. Sein erster Lohn in der MLS beträgt exakt 210'166 US-Dollar und 67 Cents.
Platz 17: Jérôme Thiesson. Der 29-jährige Zürcher verliess trotz laufendem Vertrag den FC Luzern und verteidigt seit dieser Saison in den USA bei den Minnesota United. Sein erster Lohn in der MLS beträgt exakt 210'166 US-Dollar und 67 Cents.
Scott Winters/Getty Images
Platz 18: Joël Vermin. Sein Nordamerika-Abenteuer ist nach knapp dreieinhalb Jahren vorerst zu Ende, Vermin wird 2017/18 in der National League für den Lausanne HC stürmen. In seiner letzten Saison kam er bei Tampa auf 18 Spiele, 68 Partien bestritt er fürs AHL-Farmteam Syracuse. Sein NHL-Lohn betrug damit 156'506 US-Dollar, theoretisch wären 575'000 möglich gewesen.
Platz 18: Joël Vermin. Sein Nordamerika-Abenteuer ist nach knapp dreieinhalb Jahren vorerst zu Ende, Vermin wird 2017/18 in der National League für den Lausanne HC stürmen. In seiner letzten Saison kam er bei Tampa auf 18 Spiele, 68 Partien bestritt er fürs AHL-Farmteam Syracuse. Sein NHL-Lohn betrug damit 156'506 US-Dollar, theoretisch wären 575'000 möglich gewesen.
Mark LoMoglio/Getty Images
Platz 19: Mirco Müller. Der Verteidiger kam in seiner letzten Saison bei den San Jose Sharks auf bloss 4 NHL-Spiele, 77 Partien bestritt er fürs AHL-Farmteam San Jose Barracuda. Statt dem vollen NHL-Lohn von 832'500 gab es darum nur 109'296 US-Dollar. Müller spielt ab 2017/18 für die New Jersey Devils, dort sind ihm dank Einwegvertrag 775'000 Dollar garantiert.
Platz 19: Mirco Müller. Der Verteidiger kam in seiner letzten Saison bei den San Jose Sharks auf bloss 4 NHL-Spiele, 77 Partien bestritt er fürs AHL-Farmteam San Jose Barracuda. Statt dem vollen NHL-Lohn von 832'500 gab es darum nur 109'296 US-Dollar. Müller spielt ab 2017/18 für die New Jersey Devils, dort sind ihm dank Einwegvertrag 775'000 Dollar garantiert.
Rocky W. Widner/Getty Images
Platz 20: Christoph Bertschy. Nur für fünf Partien durfte der Freiburger letzte Saison bei den Minnesota Wild NHL-Luft schnuppern. Ansonsten spielte er fürs AHL-Farmteam Iowa. Sein NHL-Lohn betrug darum bloss 68'960 US-Dollar, möglich wären deren 742'500 gewesen.
Platz 20: Christoph Bertschy. Nur für fünf Partien durfte der Freiburger letzte Saison bei den Minnesota Wild NHL-Luft schnuppern. Ansonsten spielte er fürs AHL-Farmteam Iowa. Sein NHL-Lohn betrug darum bloss 68'960 US-Dollar, möglich wären deren 742'500 gewesen.
Nick Wosika/Getty Images
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Wem gleich alles erzählen, um sich gemeinsam freuen zu können? Klar, Vater und Mutter, bei denen Niederreiter jeweils im Sommer in der Bündner Kantonshauptstadt wohnt. Bloss schliefen diese bereits. «Als Erstes weckte ich meine Eltern», erzählt Niederreiter über die Momente nach Abschluss der Verhandlungen. «Danach rief ich meine Schwestern an, meinen Personal Trainer Michi Bont und teilte alles auch meinen besten Kollegen via Gruppenchat mit.»

Gross feiern werde er nicht: «Ich habe am Morgen früh bereits wieder trainiert, und auch am Abend werde ich mit dem EHC Chur aufs Eis gehen. Vielleicht feiern wir dann am 1. August ein wenig mehr als geplant.»

«Josi wird meinen Vertrag überbieten»

26,25 Millionen in fünf Jahren. So gut war noch nie ein Vertrag, den ein Schweizer Eishockeyspieler unterschrieb. Die 5,25 Millionen Durchschnitt pro Jahr sind kein «Schweizer Rekord», Mark Streits letzter Kontrakt war jährlich exakt genauso viel wert, allerdings nur während vier Spielzeiten.

Die Bedeutung des neuen Schweizer Top-Vertrags sieht Niederreiter pragmatisch: «Die Löhne in der NHL steigen grundsätzlich. Und spätestens dann, wenn Roman Josi einen neuen Vertrag unterschreibt, wird er auch meinen überbieten.»

Josi unterschrieb 2013 bei den Nashville Predators einen Vertrag, der zwar 28 Millionen Dollar schwer ist, allerdings sieben Jahre lang dauert und damit durchschnittlich pro Saison «nur» 4 Millionen einbringt. 2021, wenn er ausläuft, wird dem Berner Verteidiger in der Tat ein klar grösserer Zahltag winken. Josi gehört zu den weltbesten Verteidigern, sein aktueller Vertrag gilt als Schnäppchen für Nashville.

Speziell strukturierter Vertrag

Niederreiters Agent André Rufener hat gute Arbeit geleistet. Bei den Verhandlungen orientierte er sich an drei anderen NHL-Spielern, die kürzlich ihren Vertrag verlängerten: Ondrej Palat (Tampa), Tomas Tatar (Detroit) und Mika Zibanejad (New York Rangers). Allesamt ähnlich alte Stürmer wie Niederreiter, alle drei haben zudem zuletzt ähnliche Skorerwerte produziert wie der Churer, dem 2016/17 mit 25 Toren, 32 Assists und 57 Skorerpunkten in allen Kategorien persönliche Karriere-Bestwerte gelangen.

Das Spezielle an Niederreiters Vertrag ist aber die Strukturierung: Er verdient nicht einfach jede Saison exakt 5,25 Millionen Dollar, sondern wie folgt: 4,6 Millionen im ersten Jahr, danach 6,075 Millionen, 5,85 Millionen, 4,25 Millionen und 5,475 Millionen.

Was im ersten Moment willkürlich, ja fast kryptisch erscheint, hat einen besonderen Grund. Die mit Abstand kleinste Summe, die 4,25 Millionen, sind auf die Saison 2020/21 gelegt. Es ist jene Spielzeit, in der erneut ein Lockout in der NHL droht, weil der Gesamtarbeitsvertrag zwischen Liga und Spielergewerkschaft ausläuft.

In der gleichen Situation fiel zuletzt die Saison 2004/05 ganz aus, während die Spielzeit 2012/13 erst Mitte Januar 2013 statt bereits im Oktober 2012 begann. Der Lohnverlust Niederreiters wäre in so einem Fall also minimal. Weniger als die 4,25 Millionen wären in einem einzelnen Jahr gemäss Reglement bei einem 26,25 Millionen schweren Fünfjahresvertrag gar nicht möglich.

Keine Klauseln

Ebenfalls speziell bei Niederreiters Vertrag: Im Gegensatz zu Tatar, Zibanejad und Palat, die mit ihrem neuen Vertrag alle rund 5,3 Millionen pro Jahr verdienen werden, gibt es beim Churer keine Klausel, die ein Tauschgeschäft mit einem anderen Verein verbieten würde. Weder Club noch Niederreiter wollten diese.

Warum der Churer auf diese Sicherheit verzichtet, erklärt er so: «Falls Minnesota mich irgendwann vielleicht nicht mehr will, soll ein Wechsel zu einem anderen Club nicht wegen so einer Klausel scheitern. Das ist für beide Seiten besser.»

Doch grundsätzlich geht Niederreiter davon aus, die nächsten fünf Jahre bei den Minnesota Wild zu verbringen. Den sportlichen Erfolg sieht er auch als wichtigen Aspekt: «Wir haben hier mit unseren jungen Spielern viel Potenzial und die Möglichkeit, in den nächsten Jahren etwas zu reissen.»

Die fünf Jahre Vertragslänge würden es ihm selbst auch vereinfachen, sich auf das grosse Ziel, den Gewinn eines Stanley Cups, zu konzentrieren: «Die Länge ist gut. Ich habe ein paar Jahre, um zu zeigen, was ich kann, und ich kann dabei befreit aufspielen.»

Video: Auch in der Schweiz gehen beim Hockey die Emotionen hoch:

Der Berner Eishockey-Tempel kochte in der Nacht vom 18. April über, als die SCB-Stars zur Meisterparty eintrafen.
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