Der fünfte Klotener Sieg ohne Gegentor

Beim 3:0 in Biasca traf auch Klotens Neuzugang Marco Truttmann. Eine Schwäche hat der EHC dennoch.

Ein sicherer Rückhalt: Dominic Nyffeler. Bild: EHC Kloten

Ein sicherer Rückhalt: Dominic Nyffeler. Bild: EHC Kloten

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Kloten war gewarnt. Schliesslich hatte am 2. November Leader Ajoie in Biasca 2:3 verloren. Deshalb nahmen die Zürcher den ersten Match nach der Nationalteampause nicht mit gefährlicher Nonchalance, sondern konzentriert in Angriff. Das war die Grundlage dafür, dass der EHC in dieser Saison weiterhin zwar ab und zu verliert, aber das noch nie zweimal in Folge getan hat. Und mit dem 3:0 steht er natürlich weiterhin punktgleich mit Ajoie an der Tabellenspitze – mit 41 Punkten und einem Schnitt von 2,16 pro Match.

«Die ersten zwei Drittel waren nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut», analysierte Trainer Per Hanberg den Match. Im Mitteldrittel nahm er ein Timeout. Das Ping-Pong, das Hin und Her, passte ihm nicht. Er sagte der Mannschaft, dass sie sich nicht stressen lassen soll. «Ruhig weiterspielen, das tun, was wir tun wollen, einfache Pässe.»

Grossniklaus, Truttmann

Und er wollte mehr Schüsse auf das Tor von Viktor Östlund sehen. Einen der ersten musste der Goalie, dessen Vater «Osten» Östlund einst in Fribourg gespielt hat, passieren lassen. Es war im ersten Klotener Powerplay des Abends.

Schütze war Tim Grossniklaus, der seinen ersten Treffer für sein Team erzielte. Es war schon fast logisch, dass Kloten ein zweites Überzahltor schoss, als Dario Meyer im letzten Drittel ein zweites Mal auf die Strafbank musste. So war es denn auch, Romano Lemm lenkte einen Schuss von Robin Figren ab.

Der letzte Treffer war dann eine Premiere für den neuesten Klotener: Marco Truttmann traf in der letzten Minute ins leere Tor. Der Stürmer, der am Vortag erstmals mit dem Team trainiert hatte, trat als Flügel neben Éric Faille und Ramon Knellwolf auf. Er hatte einige gute Abschlüsse und einige gute Pässe, er zeigte sein offensives Potenzial. «Er hat fast einen Monat nicht gespielt», rechnete Hanberg vor. «Er wird noch besser werden, er muss auch noch herausfinden, was wir von ihm wollen, wie er sich genau im System bewegen soll.»

Lehmanns Pause

Er wird sich noch einige Zeit am Flügel in einer der zwei Toplinien versuchen können. Denn Marco Lehmann wird länger fehlen. Im Match vor der Nationalteampause zog er sich einen Fingerbruch zu, er musste operiert werden. Mit rund sechs, sieben Wochen Ausfall muss der Trainer rechnen.

Still dürfte es um den schnellen Flügel allerdings nicht werden. Es sieht danach aus, als ob in den nächsten Tagen ein Club aus der National League den Zuzug des 20-Jährigen, der bisher so überzeugt hat, für die kommende Saison bekannt gibt.

Die Penaltys...

Das sind Sachen, mit denen sich Kloten konfrontiert sieht, Dinge, die eben passieren können, wenn man den Top-Spielern keine Garantie für die höchste Liga geben kann. Der Zufall wollte es, dass Lehmann gestern auch in einem anderen Bereich Thema war. Denn als Éric Faille in der 36. Minute einen Penalty nicht verwerten konnte, war das bereits der sechste in dieser Saison, der aus dem Spiel heraus ohne Ertrag blieb.

Faille (zwei) und eben Lehmann (zwei) sowie Füglister und Forget haben schon verschossen.Deshalb brauchte es gestern eine starke Defensivleistung mit einem erneut sicheren Goalie Dominic Nyffeler, um gegen einen Tabellenletzten, der extrem bissig auftrat, zu gewinnen. Es war bereits der fünfte Shutout von Nyffeler – in erst 19 Partien.

Biasca - Kloten 0:3 (0:1, 0:0, 0:2) 212 Zuschauer. - SR Ströbel, Gianinazzi; Gurtner/Kehrli. - Tore: 6. Grossniklaus (Forget; Ausschluss Meyer) 0:1. 54. Lemm (Figren; Ausschluss Meyer) 0:2. 60. (59:20) Truttmann (Faille; ins leere Tor) 03.–Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Biasca, 5-mal 2 plus 10 Minuten (Harlacher) gegen Kloten. - Bemerkungen: Timeout Kloten 32:59, Timeout Ajoie 57:46; Faille verschiesst Penalty (36.).


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Erstellt: 12.11.2019, 23:31 Uhr

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