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«Der Gegner war diesmal klar besser»

Trotz des Comebacks von Goalie Martin Gerber verliert die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft auch ihr zweites Spiel gegen Schweden.

Kein Glück: Martin Gerber im Spiel gegen Schweden.
Kein Glück: Martin Gerber im Spiel gegen Schweden.
Keystone

Das Eishockey-Nationalteam beendete die zweite Vorbereitungs-Woche auf die WM in Deutschland (ab 7.Mai) sieglos. 48 Stunden nach dem 4:5 nach Penaltyschiessen von Arosa verloren die Schweizer in Winterthur den zweiten Test gegen Schweden mit 0:4.

Die Partie im ausverkauften Deutweg geriet nicht mehr zum grossen Spektakel wie vergangenen Mittwoch. Dafür dominierten die Schweden diesmal zu krass. «Der Gegner war diesmal klar besser», räumte auch Nationalcoach Sean Simpson ein, der seit dem Auftaktsieg über Tschechien mit seinem Team drei Niederlagen hintereinander kassierte. Die Schweden erspielten sich vor allem im ersten Abschnitt ein klares Übergewicht. Nur Goalie Martin Gerber hatten es die Schweizer zu verdanken, dass sie nicht schon in der ersten Pause hoffnungslos zurücklagen.

Das Comeback des Emmentaler Torhüters blieb aus Schweizer Optik das Highlight. Martin Gerber bestritt erstmals seit dem 13. Dezember und dem schweren Unfall in der russischen Liga (Halswirbel- Verletzung) wieder ein Spiel. Gerber schlug sich bei der Rückkehr bravourös: Er parierte die ersten 15 Schüsse. Die mirakulöseste Parade gelang ihm nach 16 Minuten gegen Jonathan Granström, wenige Sekunden später erzielte Fredrik Pettersson per Nachschuss aber das 1:0 für die Schweden.

Gerber zufrieden

Trotz des Gegentors war Gerber mit der gezeigten Leistung zufrieden: «Nach vier Monaten weiss man schon fast nicht mehr, wie es ist, einen Match zu bestreiten. Aber es lief mir ganz gut. Beim Gegentor fuhren mich die Schweden über den Haufen, ich hätte eigentlich einen Pfiff des Schiedsrichters erwartet.»

Gerbers Einsatz sorgte für ein Novum. Zum ersten Mal überhaupt gelangte ein Spieler zu einem Länderspiel-Einsatz, der offiziell diese Woche gar nicht im Aufgebot figurierte. Gerber riskiert nun, dass ihm sein russischer Arbeitgeber (Atlant Mytischtschi) den letzten Lohn nicht mehr ausbezahlen wird.

«Wir spielten wie ein junges, unerfahrenes Team»

Nach 20 Minuten machte Gerber Platz für Leonardo Genoni. Diese Rochade war schon vor dem Spiel vereinbart gewesen. Genoni schlug sich weniger erfolgreich als Gerber. Er liess drei der ersten neun Schüsse auf sein Tor passieren. Letzte Woche gegen Tschechien hatte Genoni in zwei Teileinsätzen (54 Minuten) kein Gegentor kassiert. Wenig Unterstützung erhielten die Schweizer Goalies von der zweiten Verteidigung: Timo Helbling (Minus-4-Bilanz) und René Back (Minus- 3) standen bei fast allen Gegentoren auf dem Eis. Doch nicht nur sie waren überfordert. Simpson: «Wir waren heute für diesen Gegner zu jung und zu unerfahren. Und wir spielten wie ein junges, unerfahrenes Team.»

In der Offensive boten die Schweizer wenig. Damien Brunner (2.), Thibaut Monnet (4.) und Benny Plüss (12.) boten sich in den ersten zwölf Minuten kleinere Chancen zum Führungstor. Die besten Möglichkeiten vergaben Roman Wick (29.) und Benny Plüss in Unterzahl (36.) solo vor Schwedens Keeper Jacob Markström. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste indessen schon mit 2:0.

Vor ausverkauftem Stadion

Drei Wochen vor dem ersten WM-Spiel präsentierte sich erst die erste Linie einigermassen in WM-Form. Am Freitag stürmte für den verletzten Romano Lemm (Bauchmuskel) Björn Christen an der Seite von Roman Wick und Thibaut Monnet. Diese Formation schoss ebenso oft aufs schwedische Gehäuse wie die übrigen drei Formationen zusammen.

Erfreulich war ausserdem, dass die Schweiz zum zweiten Mal diese Woche in einem ausverkauften Stadion antreten durfte. Winterthur erweist sich für das Nationalteam als gutes Pflaster. Seit 2004 fanden fünf Länderspiele in der schmucken Deutweg-Halle statt, vier davon waren ausverkauft. Zwei ausverkaufte Heim-Länderspiele in Serie verzeichnete die Nationalmannschaft während der Vorbereitung letztmals vor neun Jahren. In der Euphorie nach dem 6. Platz von Sankt Petersburg (Russ) gab es damals sogar drei ausverkaufte Spiele hintereinander (2 x Schweiz - Norwegen in Kreuzlingen und Herisau plus Schweiz - USA in Biel).

Die nächsten Länderspiele finden auswärts statt. Nächste Woche treffen die Schweizer in Schwenningen auf Deutschland und danach in Minsk auf Weissrussland und die Slowakei. Das Kader für nächste Woche wird am Samstag aufgeboten, die Mannschaft wird jedoch nicht grosse Änderungen erfahren. Zum Team stossen drei bis vier Legionäre aus Nordamerika, unter ihnen sicher Andres Ambühl und erstmals Juraj Simek.

si/jak

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