Zum Hauptinhalt springen

Der grösste Triumph der Neuzeit

Acht WM-Siege in Folge – die Schweizer Eishockey-Nati sorgt für neue Massstäbe in ihrer lebhaften Geschichte. Der Einzug in den Halbfinal von Stockholm ist der grösste Erfolg der Neuzeit.

Historisches Turnier: Nationalcoach Sean Simpson (l.) hat mit den Schweizer Eishockeyanern jetzt schon Einzigartiges geschafft.
Historisches Turnier: Nationalcoach Sean Simpson (l.) hat mit den Schweizer Eishockeyanern jetzt schon Einzigartiges geschafft.
Keystone

Nach sieben vergeblichen Anläufen seit dem Jahr 2000 hat es in Schwedens Hauptstadt endlich geklappt: Die Schweizer Eishockeyaner dürfen wieder um WM-Medaillen kämpfen. Gewiss, im Schlussdrittel brauchte das Team von Trainer Sean Simpson im Viertelfinal gegen Tschechien einiges Glück und einen souveränen Goalie Martin Gerber, um den Vorsprung über die Zeit zu retten. Man wähnte sich in gewissen Phasen in Zeiten zurück, als die Nati mit heroischen Abwerhrschlachten hin und wieder einem Grossen ein Bein stellen konnte. Aber über weite Strecken waren die Schweizer den Tschechen, die mit einem Dutzend NHL-Profis antraten, ebenbürtig oder sie waren – wie schon im Gruppenspiel – kompakter. Auch der achte Sieg in Folge an diesem Turnier war letztlich nicht gestohlen.

Der Halbfinal-Einzug ist das beste Ergebnis für Nationalcoach Simpson in seiner nun dreijährigen Amtszeit. Simpson hat bisher in Stockholm alles richtig gemacht und wird dafür mit dem Einsatz seiner Spieler, einem Höhenflug und viel internationalem Lob belohnt. Man mag es dem Kanadier, der nach den beiden missglückten Weltmeisterschaften 2011 und 2012 viel verbale Prügel einstecken musste, gönnen. Der Triumphzug der Nati ist höher einzuschätzen als die Halbfinal-Qualifikation 1998, als ein eigenartiger Modus dem WM-Gastgeber Schweiz in die Hände spielte. Die Erfolge in der WM-Kampagne 2013 sind auch beeindruckender als der Vorstoss unter die Top 4 an der A-WM 1992 in Prag, als die Leistungsdichte im internationalen Eishockey nicht so ausgeprägt war wie heute.

Simpson hat mit seinen leidenschaftlichen, professionellen und erstaunlich abgeklärten Spielern in Stockholm jetzt schon etwas geschafft, das zu Recht mit dem Attribut «einzigartig» den Weg in die Geschichtsbücher finden wird. Wer im gleichen Turnier Schweden, Kanada und Tschechien (zweimal) schlägt, kann auch die Hürde USA nehmen. Der Traum von der ersten Schweizer WM-Medaille seit 1953 ist berechtigter denn je.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch