Der Lottosechser namens Auston Matthews

Vergangene Saison verzückte er noch die Schweizer Liga: Wie das erste NHL-Jahr von Auston Matthews lief.

Der Superstar und sein mutmasslicher Nachfolger: Alexander Owetschkin (r.) und Auston Matthews beim Shakehands.

Der Superstar und sein mutmasslicher Nachfolger: Alexander Owetschkin (r.) und Auston Matthews beim Shakehands. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Auch im letzten Saisonspiel überzeugte Auston Matthews noch einmal. Der Amerikaner erzielte im Schlussdrittel das zwischenzeitliche 1:0, wenige Sekunden nachdem auf der Gegenseite Alexander Owetschkin seinerseits den Führungstreffer verpasst hatte. Reichen sollte es den «Leafs» letztlich nicht, nach 6:31 der Verlängerung zog Marcus Johansson im Air Canada Centre den Stecker.

Die Enttäuschung über das abrupte Ende des Playoff war natürlich riesig, sie machte aber bald lang andauerndem Applaus Platz. «Go Leafs, go» hallte es durch die Arena. Die Fans honorierten damit eine Steigerung, die kaum jemand vor Saisonbeginn in dieser Form für möglich gehalten hätte. Im Vorjahr hatte das Team ligaweit abgeschlagen den 30. und letzten Platz erreicht und zum 10. Mal in 11 Jahren das Playoff verpasst, niemand hätte gedacht, dass man die «Caps» fünfmal bis in die Overtime würde fordern können.

Es war aber die Zeitrechnung vor Auston Matthews. Mit dem Draft des Jünglings aus Arizona kam im letzten Sommer die Hoffnung zurück. Und der Mann, der letzte Saison während seines Gastspiels bei den ZSC Lions die gesamte Liga verzückt hatte, erwies sich tatsächlich als Lottosechser. Mit 40 Toren und total 69 Punkten war der 19-Jährige in beiden Bereichen der erfolgreichste Rookie der Liga, und auch im Playoff hielt er die Kadenz. Mit 4 Toren war er der zweiterfolgreichste Skorer der ersten Runde überhaupt. Frappant die Steigerung zum Vorjahr: Gegen Bern war er im Playoff-Viertelfinal verglüht, auch, weil ihn Marc Crawford überforciert hatte.

«Es war ein harter Abnützungskampf», sagte Matthews, kurz nachdem er sich beim obligaten Shakehands noch ein paar Sekunden mit Owetschkin unterhalten hatte, «wir haben dem besten Team in der Liga alles abgefordert. Wir können unsere Köpfe hoch oben halten. Natürlich ist es nicht gerade das beste Gefühl, aber wir können stolz auf uns sein.» Oder wie es der «Toronto Star» zusammenfasste: «Hell of a game. Hell of a series. Hell of a season.»

Torontos verheissungsvolle Zukunft

Und dann sprach Matthews noch aus, was alle denken, aber auch hören wollten: «Wir haben eine verheissungsvolle Zukunft.» Aus dem Mund des neben dem Eis so ruhigen, ja fast schüchternen Matthews schon fast eine Kriegserklärung an die Konkurrenz. Tatsächlich spricht vieles dafür, dass sich das Team aus der Hockey-Traditionsstadt bald wieder altem Glanz annähert. Sie haben ihre Budgetlimite noch nicht ausgeschöpft und können so punktuelle Zuzüge tätigen, dazu kommt der Jugendbonus. Alleine im Game 6 standen 7 Rookies auf dem Eis. Einer von ihnen ist sogar ein Lottosechser.

Erstellt: 24.04.2017, 11:42 Uhr

Artikel zum Thema

Rote Zahlen trotz Matthews-Effekt

Die ZSC Lions kam ihr frühes Playoff-Aus teuer zu stehen. Das zeigt die Jahresrechnung 2015/16. Mehr...

Video: So schiesst sich Ex-ZSC-Star in die NHL-Geschichtsbücher

Video Auston Matthews setzt bei seinem Debüt gleich neue Massstäbe. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Sehen so Gewinner aus? Der Britische Premierminister Boris Johnson ist für kreative (Wahl-)Kämpfe bekannt, aber ob er mit Boxhandschuhen den Brexit voran und seine Wähler an die Urnen bringt? (19. November 2019)
(Bild: Frank Augstein/Getty Images) Mehr...