Der neunte Sieg in Serie und mit Platz 2 ins neue Jahr

Wer hätte das gedacht nach dem schweren Oktober mit sieben Niederlagen in Folge? Kloten verabschiedet sich mit einem 5:0 gegen Biasca.

Marc Marchon behauptet den Puck und Kloten siegt problemlos: 5:0 gegen die Ticino Rockets aus Biasca. Bild: Balz Murer

Marc Marchon behauptet den Puck und Kloten siegt problemlos: 5:0 gegen die Ticino Rockets aus Biasca. Bild: Balz Murer

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Da kommt der abgeschlagene Tabellenletzte aus dem Tessin in die Swiss Arena. Der Fanblock ist bis auf den letzten Platz leer, was nichts anderes heisst, als dass null (0) Zuschauer aus Biasca mitgereist sind. Und dennoch waren 4544 Besucher in der Halle. Das bedeutet nichts anderes, als dass der EHC Kloten selber attraktiv genug ist, Zuschauer anzulocken. Er braucht keine besondere Affiche.

Denn diese Mannschaft hat sich nach einem ganz schweren Monat Oktober mit sieben Niederlagen in Folge zu einem Team entwickelt, das seine Anhänger mehr als zufriedenstellt. Das auch - von ganz kleinen Ausnahmen abgesehen - nie mehr unter ein gewisses Niveau fällt. Und das sich so Spiel für Spiel in der Tabelle nach vorne gearbeitet hat. Platz 2 ist die aktuelle Position.

Die Rekordserien

Vor einem Jahr herrschte zum gleichen Zeitpunkt Tristesse in Kloten. Jetzt – eine Liga tiefer allerdings – sieht vieles sehr gut aus. Die Mannschaft hat neun Spiele in Folge gewonnen, das ist Ligarekord in dieser Saison. Die Bestmarke hatte bis gestern Langenthal gehört, das acht Erfolge hintereinander hatte feiern können (dabei aber zweimal in die Verlängerung musste). Kloten holte lupenreine 27 Punkte. Den ganzen Dezember über hat das Team nur gewonnen. Von den letzten 18 Spielen deren 16. Da gibt es in der Swiss League Teams ganz anderen Kalibers und mit andern Rekordmarken. Die Ticino Rockets sind das schlechteste Beispiel, doch die längste Niederlagenserie hält der EHC Winterhur, der eine Phase von zehn Niederlagen in Folge durchmachte.

8:1, 8:0 und nun 5:0 lauten die Ergebnisse Klotens gegen dieses inferiore Farmteam, das nach sportlichen Kriterien keinen Platz in der zweithöchsten Liga verdient hätte. Schon nach 30 Sekunden schoss Jeffrey Füglister das 1:0. Nach einer eher zurückhaltenden Phase entschloss sich das Team doch noch dazu, die Zuschauer mit weiteren guten Aktionen und vier zusätzlichen Toren ansprechend zu unterhalten. Leicht war es nicht, die Konzentration hoch zu halten.

Die gute Entwicklung

Die Mannschaft hat laut Trainer Rötheli eine Entwicklung und einen Prozess durchgemacht. «Trainer, Spieler, das Leben in der Garderobe, die Mischung von jung und alt funktioniert. Wir kommen so miteinander aus, wie das nötig ist für ein Team, das Erfolg haben will.» Nun steht das Team durchaus in etwa dort, wo Rötheli es haben wollte. Das bestätigt auch, dass er die Spieler und ihre Fähigkeiten richtig eingeschätzt hat, die Rollen so verteilte, dass nun vieles zusammenpasst.

Viel zum positiven Wandel beigetragen haben die Wechsel, welche Sportchef Felix Hollenstein vornahm. Dass ein zweiter ausländischer Stürmer nun gesetzt ist. Dass mit Joren van Pottelberghe ein Goalie kam, der in der Swiss League die Nummer 1 ist. Und dass mit Jussi Jokinen ein Mann mit über 1000 NHL-Spielen Tag für Tag vorlebte, was es alles braucht, um als Eishockeyspieler erfolgreich zu sein.

Jokinen brachte auch neue Ideen mit, was das Überzahlspiel betraf. Wenn man denn etwas kritisieren will zum Jahresende, ist es die Effizienz im Powerplay. Mit Jokinen funktionierte es überragend, in dieser Disziplin war Kloten führend, auch nach Jokinens Abschied. Aber mit dem Ausfall aller Ausländer ging viel Geradlinigkeit verloren. In Visp schoss Fabian Sutter das einzige Powerplay-Goal der letzten Partien. Gestern, als Ryan MacMurchy und Jack Combs wieder dabei waren, gabs kein Überzahltor. Selbst bei 5:3 nicht. Da gibt es durchaus noch Raum für Steigerung.

Nun ist Kloten auf Umwegen in etwa da angelangt, wo viele den Absteiger vor der Saison sahen. Aber wer hätte zum Beispiel gedacht, dass ein Routinier zu den Schlüsselspielern gehört, dessen Karriere eigentlich schon vorüber war?

Fabian Sutter trugt auch gestern, als MacMurchy wieder dabei war, den Helm des Topskorers. Der Center, der im nächsten Sommer 37 Jahre alt wird, hat sich zum klaren Leader der Feldspieler entwickelt. Hinter ihm zeigen mit Marc Marchon und Patrick Obrist solche aus dem jüngeren Bereich ihre Qualitäten, Jeffrey Füglister ist mit 15 Treffern erfolgreichster Schütze.

Auch da zeigt sich: Jung und alt arbeiten hervorragend zusammen. Die Mischung im Team stimmt.

Das nahrhafte Programm

Kloten bleibt nicht viel Zeit, den Jahreswechsel zu geniessen. Am letzten Tag des alten Jahres wird noch trainiert, am 2. Januar ebenfalls. Denn schon am 3. Januar geht es weiter, mit einem happigen Programm: Es folgt der Auftritt in Zug (tatsächlich um 15.45 Uhr), tags darauf das Spiel in Weinfelden gegen Thurgau, am Sonntag (18.30 Uhr) das Heimspiel gegen Olten und am Dienstag wieder vor eigenem Publikum der Auftritt gegen den Leader aus La Chaux-de-Fonds. Vier Spiele innert sechs Tagen - im Vergleich dazu sieht ein Playoff-Rhythmus geradezu gemütlich aus.

Erstellt: 30.12.2018, 19:54 Uhr

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