«Der Rekord ist schon eine Bestätigung für meine Karriere»

Mathias Seger (35) bestreitet in Stockholm seine 15. A-WM. Der Captain der Nati und der ZSC Lions äussert sich über seine internationale Rekordmarke und die Aussichten des Schweizer Teams.

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Die Schweiz hat in den letzten Tests vor der A-WM in Stockholm Deutschland zweimal knapp bezwungen. Waren Sie zufrieden mit den Leistungen?
Wir können nicht ganz zufrieden sein. Teilweise war die Leistung gut, wir dominierten die Deutschen phasenweise. Aber wir verpassten es jeweils, den Vorsprung entscheidend auszubauen. Dann zogen wir uns zu fest zurück, taten zu wenig für das Spiel und gaben dem Gegner zu viel Raum. Prompt kassierten wir am Samstag nach einem 2:0-Vorsprung zwei Treffer in der Schlussphase. Das hätte nicht passieren dürfen. (Anm. d. Red.: Die Schweiz gewann in Langenthal 2:1 nach Verlängerung, tags darauf in Rapperswil-Jona mit 3:2 nach Penaltyschiessen).

Wo steht die Schweizer Nationalmannschaft vor dem WM-Turnier, das am Freitag beginnt?
Das ist schwierig zu beurteilen. Jede WM ist etwas anders. Wir sind eine junge Mannschaft. (schmunzelt) Ok, nicht alle sind jung. Umso wichtiger sind die Erfahrungen des letzten Tests gegen die Deutschen gewesen. Wir alle können aus diesem Spiel auch etwas lernen.

Wissen Sie, wieviele Weltmeisterschaften Sie schon bestritten haben?
Das sind bisher 14 gewesen. Jetzt kommt schon die 15. WM. Die Zeit ist viel zu schnell vergangen.

Wissen Sie auch, dass nur noch der Finne Petteri Nummelin soviele Weltmeisterschaften absolviert hat wie Sie? Ist das nicht etwas Besonderes in ihrer langjährigen Laufbahn als Eishockey-Profi?
(überlegt) Doch, das ist ein schönes Gefühl. Es ist eine Bestätigung für meine Karriere, verbunden mit einem neuen Auftrag. Ich werde versuchen, diese WM auch ein wenig zu geniessen. Ich freue mich jedenfalls auf das Turnier. Hoffentlich werden wir auch Erfolg haben. Darum geht es letztlich.

Und wieviele WM-Turniere wollen Sie in Zukunft noch anhängen?
Ich weiss nicht. Ich spiele mal dieses Turnier, dann sehen wir weiter.

Sie sind als Captain für diese Titelkämpfe bestimmt worden. Freut Sie das?
Ich mache das gerne. Aber es gäbe auch andere Spieler in der Nationalmannschaft, die diesen Job problemlos übernehmen könnten.

Die WM 2012 in Helsinki verlief nicht gerade angenehm für Sie. Sie waren zuerst überzählig, am Ende kamen sie nur als Stürmer zum Einsatz. Trotzdem rebellierten Sie nicht bei Trainer Sean Simpson.
Wenn ich reklamiert hätte, wäre dies der falsche Weg gewesen. Für mich waren die Erlebnisse in Helsinki auch eine Motivation, härter zu arbeiten, damit ich wieder eine bessere Rolle im Nationalteam einnehmen würde. Ich hoffe, dass mir das in Stockholm auch gelingen wird. Und sollte ich wieder als Stürmer aufgestellt werden, so versuche ich wenigstens, Tore zu erzielen (lacht).

Das Schweizer Team war 2012 viel prominenter besetzt als heuer. Ist diese Mannschaft mit sieben WM-Debütanten nicht zu jung und zu unerfahren?
Wir stellen ein junges Team, gewiss. Und wir sind nominell vielleicht nicht so stark besetzt wie auch schon. Aber diese Mannschaft hat einen grossen Ehrgeiz entwickelt. Und sie hat eine gute Mischung punkto Alter, aber auch was das offensive Potenzial und die defensive Stabilität betrifft.

Schweden, Kanada, dann Tschechien – so lautet das happige Startprogramm für die Schweiz. Das ist ein happiges Startprogramm. Aber nicht nur wir, auch andere Nationen werden wohl personell nicht mehr so stark besetzt sein wie auch schon. Der Auftakt gegen Schweden ist schon speziell. Die Halle ist ausverkauft. Wir sind klarer Aussenseiter, aber der Druck lastet ganz beim WM-Gastgeber. Auch gegen Kanada und Tschechien werden wird die Aussenseiterrolle inne haben. Diese Ausgangslage müssen wir als Chance sehen.

Erstellt: 01.05.2013, 16:17 Uhr

Das Schweizer WM-Kader

Torhüter (3): Berra Reto (EHC Biel), Gerber Martin (Rögle BK / SWE), Stephan Tobias (Genève-Servette HC).

Verteidiger (8): Blindenbacher Severin (ZSC Lions), Blum Eric (Kloten Flyers), Furrer Philippe (SC Bern), Grossmann Robin (HC Davos), Josi Roman (Nashville Predators/NHL), Seger Mathias (ZSC Lions), Vauclair Julien (HC Lugano), Von Gunten Patrick (Kloten Flyers).

Stürmer (14): Ambühl Andres (ZSC Lions), Bieber Matthias (Kloten Flyers), Bodenmann Simon (Kloten Flyers), Bürgler Dario (HC Davos), Cunti Luca (ZSC Lions), Gardner Ryan (SC Bern), Hollenstein Denis (Kloten Flyers), Monnet Thibaut (ZSC Lions), Moser Simon (SCL Tigers), Niederreiter Nino (Bridgeport/AHL), Plüss Martin (SC Bern), Suri Reto (EV Zug), Trachsler Morris (ZSC Lions), Walker Julian (Genève-Servette HC).

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