Der SCB legt dank seinen Leadern vor

Erstmals überzeugt der Qualifikationssieger beim 4:1 gegen den EV Zug so richtig. Damit führt der SC Bern in der Serie 2:1.

Das wegweisende 1:0 für Bern durch Arcobello. Video: SRF.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Er hätte wohl an diesem Abend auch die Augen schliessen können und hätte immer noch etwas Brauchbares mit dem Puck gemacht. So war es denn auch in der letzten relevanten Situation: Wenige Sekunden nachdem Stephan einem sechsten Feldspieler Platz gemacht hatte, um das Unmögliche aus Zuger Sicht noch zu versuchen, kam der Puck in der Abwehrzone zu Arcobello, und der Amerikaner schoss ihn quer über das Eis ins leere Tor. 4:1 – auch offiziell «Game Over.»

Dass wenige Minuten zuvor ein Treffer von Scherwey nach einer Coaches Challenge die Anerkennung wegen Offsides versagt wurde, war eine Duplizität der Ereignisse vom Samstag, die man in Bern verkraften konnte. Die wichtigere Wiederholung der Geschehnisse war zu ihren Gunsten ausgegangen. Und noch Minuten nach Spielende wurde der SCB und im Besonderen dessen amerikanischer Topskorer vor ausverkaufter Kulisse gefeiert. Bei drei Treffern war die Nummer 36 hauptbeteiligt, zweimal traf er selber, einmal wurde der Puck noch leicht abgefälscht.

Fehler der Zuger Routiniers

Die Zuger waren mit einer für sie raren Ausgangslage nach Bern gereist, nämlich mit der, auf einen Rückschlag reagieren zu müssen. Ganz besonders gefordert sind in solchen Situationen die designierten Leader, mit ihrer Erfahrung in wichtigen Situationen sollen sie in der Lage sein, Gegensteuer zu geben. Erst zum zweiten Mal waren diese Qualitäten auch beim EV Zug gefragt, nachdem die Zentralschweizer am Samstag zum ersten Mal im Playoff ein Spiel in der Bossard Arena und damit auch den Heimvorteil preisgegeben hatten.

Allein, wunschgemäss gelang dem Team von Dan Tangnes dieses Vorhaben nicht, nach 13 Minuten waren sie schon 1:3 im Rückstand. Moser, der einen Schuss von Arcobello leicht ablenkte, Arcobello selber und Scherwey hatten für Bern getroffen. Ausgerechnet die drei Zuger mit der meisten Eiszeit im Playoff erleichterten ihnen die Aufgabe mit Eigenfehlern.

Skurill: Die Schiedsrichter konsultieren nach dem 4:1 für Bern minutenlang das Video, obwohl die Sache eindeutig wäre.

Diaz und Roe kassierten vermeidbare Strafen, die der SCB ausnützte, vor dem 3:1 strauchelte dann auch noch Alatalo im ungünstigsten Moment. Dass zwischendurch mit Genoni ausgerechnet die Berner Lebensver­sicherung einen Puck von Klingberg unglücklich selber über die Linie bugsierte, fiel nicht entscheidend ins Gewicht.

In der Folge mühten sich die Zuger mit der Berner Abwehr und erschwerten sich die Aufgabe mit zu vielen Strafen zusätzlich. Was noch gegen Lausanne hervorragend geklappt hatte, nämlich das Tempospiel, prallte immer wieder an der gut organisierten Abwehr des SCB ab. Nur selten kam wirklich Gefahr vor Genoni auf, die beste Chance vergab Suri (38.), dessen Ablenker am Pfosten endete. Der Stürmer kehrte nach der Attacke von Almquist ins Team zurück, konnte aber auch kaum Akzente setzen. Bei Bern fügte sich hingegen nach Haas am Samstag auch Andersson wieder nahtlos ein, der SCB ist wieder breiter besetzt als gegen Biel. So gesehen ist das wohl überzeugendste Heimspiel nach bisher total 5 Niederlagen im Playoff keine Überraschung.

Die Müdigkeit ist kein Faktor

Wer die letzten beiden Partien zum Massstab nimmt, kommt zum Schluss, dass die Müdigkeit vorderhand kein Faktor ist. Gerade Spieler wie Scherwey, Arcobello und Moser spielen auf einem absoluten Energiehoch, bei Zug fehlen derzeit solche Leader. Tangnes war nach der Niederlage selbstkritisch: «Ich hatte den Eindruck, wir waren nervös. Wir spielten zu zögerlich, nicht nach unseren Instinkten, nicht schnell genug. Wir spielten nicht so, wie das die ganze Saison unser Markenzeichen war.

Mit teilweise positiven Emotionen in den Bus gestiegen dürfte bei Zug nur Dennis Everberg gestiegen sein. Der Schwede war am Montag in der Heimat Zeuge der Geburt seiner Tochter geworden und am Dienstag wieder zum Team gestossen. Tangnes weiss, dass heute und morgen vor allem psychologische Arbeit angesagt ist: « Nun müssen wir dafür sorgen, dass die Jungs im Kopf wieder frei sein können.»

Erstellt: 16.04.2019, 23:24 Uhr

Artikel zum Thema

Das Berner Playoff-Gesicht

Simon Moser steckt ein, teilt aus, trotzt Rückschlägen – und kämpft und kämpft. Kann er heute mit dem SC Bern in der Finalserie gegen Zug vorlegen? Mehr...

Bern gleicht die Serie nach Overtime-Sieg aus

Video Der SC Bern hat sich den Heimvorteil zurückgeholt. In einer spektakulären Partie setzen sich die Berner nach Verlängerung 3:2 durch. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Kommentare

Blogs

Sweet Home Das Bauhaus ist 100

Geldblog Nestlé enttäuscht den Markt

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Herbstlich gefärbte Weinberge: Winzer arbeiten in Weinstadt, im deutschen Baden-Württemberg. (17. Oktober 2019)
(Bild: Christoph Schmidt/DPA) Mehr...