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«Der Sieger der Herzen sind wir»

Nach dem Out im Halbfinal des Spengler-Cups befinden sich die Spieler und Trainer von Ambri in einem Wechselbad der Gefühle.

Pure Enttäuschung: Ambri-Piotta verliert gegen Trinec nach Verlängerung 2:3 und scheidet aus.
Pure Enttäuschung: Ambri-Piotta verliert gegen Trinec nach Verlängerung 2:3 und scheidet aus.
Gian Ehrenzeller, Keystone
Lange sieht es gut aus für Ambri: Die Tessiner gehen in der fünften Minute durch Giacomo Dal Pian in Führung.
Lange sieht es gut aus für Ambri: Die Tessiner gehen in der fünften Minute durch Giacomo Dal Pian in Führung.
Gian Ehrenzeller, Keystone
In dieser Verlängerung behalten die Tschechen die Oberhand und ziehen dank dem Treffer von Stransky in den Final ein.
In dieser Verlängerung behalten die Tschechen die Oberhand und ziehen dank dem Treffer von Stransky in den Final ein.
Estelle Vagne/freshfocus
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«Es ist schon enorm bitter», sinnierte Stürmer Marco Müller nach der 2:3-Niederlage nach Verlängerung gegen Trinec. «Wir waren so nahe dran, den Final zu erreichen und jetzt stehen wir mit leeren Händen da. Dieser Stachel sitzt im Moment tief.» Doch als Müller dann seinen Blick über das gesamte Turnier schweifen liess, konnte sein Herz wieder lachen: «Das war wirklich eine gute Woche, wir haben uns teuer verkauft. Wie wir in jedem Match und auch ausserhalb des Stadions gefeiert wurden – das war Gänsehaut pur, das waren wunderschöne Momente. Überall sah man Blau-Weiss.»

Der Berner in Diensten Ambris sprach von «grossen Emotionen» und einem einzigartigen Erlebnis. «Es war noch viel besser, als wir uns das vor dem Turnier vorgestellt haben.» Sie seien am Spengler-Cup auch als Team nochmals gewachsen. «Wir haben viel zusammen unternommen, waren zum Beispiel gemeinsam im Schnee, haben auch das eine oder andere Bierchen gemeinsam getrunken und viel gelacht. Und daneben hatten wir diese Matches auf hohem Niveau. Etwas besseres für das Teambuilding gibt es nicht.»

Unvergessliche Tage Die Tage in Davos niemals vergessen wird auch Verteidiger-Routinier Michael Ngoy. «Wir haben am Spengler-Cup die Ambri-Identität gelebt, auf dem Eis immer alles gegeben und das gefällt den Leuten. Ich denke, der Sieger der Herzen sind wir», erklärte der Romand.

Auch Trainer Luca Cereda sprach trotz der natürlich auch für ihn enttäuschenden Niederlage gegen Trinec mit viel Enthusiasmus über die vergangenen Tage: «Das war auf und neben dem Eis eine grossartige Erfahrung, die wir nun nach Ambri mitnehmen können.» Sein Team kam zu zwei Siegen (4:1 gegen Ufa, 3:0 gegen Turku), lieferte sich im Halbfinal mit Trinec ein heisses Duell und fiel in keiner Phase des Turniers ab. Und dies obwohl gerade der dritte und vierte Block von Ambri nicht sehr prominent besetzt waren. «Bei uns standen Spieler auf dem Eis, die vor drei Jahren noch in der 1. Liga gespielt haben. Das sind für mich die wahren Geschichten des Sports. Ich bin sehr stolz auf meine Jungs», erklärte Cereda.

Einzigartige Erfahrung

Kurzfristig müssten sie womöglich einen Preis dafür zahlen, dass sie in Davos dabei waren und einiges an Energie investiert haben (Ambri hat im Januar zwölf Spiele zu absolvieren), meinte Cereda weiter, «aber langfristig werden wir davon profitieren, dass wir den Spengler-Cup gespielt haben. Die Mannschaft konnte viel lernen. Solche Erfahrungen kann man sich nicht kaufen, die muss man erleben.»

Auch er selbst habe am Spengler-Cup viel lernen können. «Ich habe gesehen, wie andere Mannschaften ihren Tagesablauf bestreiten, wie sie trainieren, welche Übungen sie machen und wie sie spielen. Ich konnte einiges für mich mitnehmen.» Für Cereda, den Trainer der Stunde im Schweizer Eishockey, ist daher klar: «Sollten wir wieder eine Einladung für den Spengler-Cup erhalten, werden wir sicher nicht nein sagen.»

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