Der Top-Skorer will nicht zum ZSC

Mit dem 1:2 gegen Bern bleibt Kloten abgeschlagen Letzter. Dafür will Captain Hollenstein beim EHC bleiben.

Denis Hollenstein zum ZSC? Klotens Topskorer sagt: «Dann sollen die Leute das halt schreiben.» Foto: Patrick Kraemer (Keystone)

Denis Hollenstein zum ZSC? Klotens Topskorer sagt: «Dann sollen die Leute das halt schreiben.» Foto: Patrick Kraemer (Keystone)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Katastrophe». So bezeichnete Kloten-Trainer Kevin Schläpfer den Auftritt am Samstag gegen Ambri (3:6). «Wir haben klar dominiert.» So beurteilte er die ersten zwei Drittel gestern gegen Meister Bern. Schläpfers Worte zeigen, zu was der EHC im Schlechten wie im Guten ­fähig ist. Und sie zeugen von der Ohnmacht eines Trainers, dessen Team auch im sechsten Anlauf nicht alle drei Punkte holte. Denn das Ergebnis war ja zweimal dasselbe: null Punkte, die Zementierung des letzten Tabellenrangs.

Auch Denis Hollenstein sprach nach dem 1:2 gegen den SCB davon, dass sein Team vierzig Minuten lang «sehr, sehr gutes Hockey» gespielt habe. «Danach haben wir ihnen eine Chance gegeben – und sie waren eiskalt.»

Der 28-Jährige steht dieser Tage noch mehr im Fokus als sonst. Auf dem Eis sticht er schon wegen seines gelben Topskorerhelms hervor, mit seinen 8 Saisontoren traf er mindestens viermal so oft wie sämtliche Mitspieler ausser Schlagenhauf (5), Santala und Bozon (je 3). Neben dem Eis ist er aber mindestens so wichtig für den Club.

Denn es ist Transferzeit, und ­obschon Hollenstein vertraglich bis 2020 an die Unterländer gebunden ist, wollen die Gerüchte nicht verstummen, die ihn nächste Saison anderswo sehen – beim ZSC zum Beispiel. Peter Lüthi, eigentlich in der Nachwuchsorganisation Young Flyers, aber derzeit in der Sportkommission für Transfers zuständig, gibt sich in Sachen Personalplanung bedeckt. Doch weil sein Club möglichen Zuzügen die Perspektiven in Kloten aufzeigen muss, wäre ein Bekenntnis von Hollenstein zum EHC durchaus wichtig. Oder? «Es wäre extrem wichtig», bestätigt Lüthi.

Gerüchte sind «nichts Neues»

Nun, am Sonntagnachmittag kurz nach sechs kam es. «Auf jeden Fall» habe er vor, beim EHC zu bleiben, bekräftigte der noch schweissnasse Stürmer, «ich habe diesen Vertrag nicht einfach so unterschrieben.» Solche Gerüchte seien für ihn nichts Neues. «Es wurde letztes Jahr schon viel geschrieben, vor drei ­Jahren ebenfalls – dann sollen die Leute das halt schreiben.»

Dass die Laune des Captains in diesem Moment nicht die beste war, hatte viel mit den vorangegangenen sechzig Minuten Eishockey zu tun. Zwei Drittel lang hatten die Klotener gegen einen stumpfen SCB tatsächlich in jeder Hinsicht ­überzeugt. Egli hatte sie mit einem ­herr­lichen Distanzschuss in Führung ­gebracht, das Powerplay produzierte zahlreiche Chancen zum 2:0, und kurz nach der zweiten Pause traf Marchon nur die Lattenunterseite. Goalie Boltshauser merkte man die Grippe, die ihm die Niederlage bei Ambri erspart hatte, nie an.

Und doch war er es, der am Ursprung der Wende stand. In der 42. Minute ­verschob er sein Tor – der SCB nutzte das resultierende Powerplay zum 1:1. «Ein bisschen nervös» seien sie dann geworden, so Schläpfer. Fünf Minuten später profitierte Haas von chaotischer Klotener Abwehrarbeit – und bediente Andersson zum 2:1. Das wars. Mehr brauchte der Leader nicht für seinen 18. Saisonsieg.

Am anderen Ende der Tabelle steht der EHC. Völlig zu Recht, nimmt man das 3:6 beim Playoff-Konkurrenten ­Ambri zum Massstab. Völlig zu Unrecht, orientiert man sich an den ersten vierzig Minuten gegen Bern. Eine Erkenntnis aber lässt sich aus beiden so unterschiedlichen Auftritten dieses Wochenendes gewinnen. Wenn der Gegner aus fünf Ausländern auswählen kann, der EHC aber nur zwei verfügbar hat, ist das kein Erfolgsrezept. Daran vermag auch das Bekenntnis seines besten Schweizer Stürmers nichts zu ändern.

Erstellt: 19.11.2017, 23:09 Uhr

Artikel zum Thema

Derbysieg für Bern, Rückschlag für Kloten

Der SCB gewinnt ein intensives Derby mit fünf Toren im Schlussdrittel. Kloten verliert in Ambri klar, Lausanne zeigt in Langnau eine tolle Moral. Mehr...

Lions und Kloten verspielen Führung

Kein Zürcher Hockey-Nachmittag: Bei den Lions endet eine Siegesserie mit einer Niederlage gegen Davos, Kloten verliert knapp gegen Leader Bern. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Handarbeit: Schauspieler des Kote Marjanishvili Theaters in Tiflis während einer Probe des Tolstoi-Stücks «Die Kreutzersonate». (18. Februar 2020)
(Bild: Zurab Kurtsikidze) Mehr...