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Der ZSC muss abreissen lassen

Der SCB führt den Zürchern beim 3:2 jene Eigenschaften vor, die einen Meister ausmachen.

Ab dem 2. Drittel stets eine Nasenlänge voraus: Berns Mark Arcobello vor Roman Wick.
Ab dem 2. Drittel stets eine Nasenlänge voraus: Berns Mark Arcobello vor Roman Wick.
Keystone

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, um Meister zu werden? Widerstandsfähigkeit? Effizienz? Zielstrebigkeit? Falls ja, haben die ZSC Lions bis zum Playoff-Start am 4. März noch Nachholbedarf. Und besonders schmerzhaft: Gestern bekamen sie diese Eigenschaften vom härtesten Rivalen vorgeführt.

Natürlich, der Match gegen Bern war mit Blick auf die Tabelle auch schon brisanter. Der SCB zog dank des 3:2 an der Spitze zwar mit vier Punkten Vorsprung weg, die Zürcher mussten wieder abreissen lassen. Käme es im Frühling zum allseits erwarteten Final, hätte der Titelverteidiger – Stand heute – Heimrecht. Aber dessen Wert zeigt sich just im Duell der beiden Liga-Grössen, stets gewann in dieser Saison das Auswärtsteam.

Was den ZSC Lions mehr zu denken geben muss, ist die Entstehung dieser Niederlage. Sie hatten ein Spiel aus den Händen gegeben, in dem sie im Startdrittel dominierten wie selten. 15:4 lautete das Schussverhältnis, sie gestanden dem SCB eine einzige gefährliche Torchance zu. Zur Pause hätte es 3:0 oder 4:0 stehen müssen. Doch weil die Zürcher leichtsinnig mit ihren Möglichkeiten umgingen, führten sie bloss 1:0.

Erfolgreiche Challenge umsonst

Und dann erwachte der Berner Bär aus dem Winterschlaf. Coach Jalonen sei gar nicht besonders feurig oder wütend gewesen in der Garderobe, berichtete Verteidiger Blum. Aber der Meister merkte: Da muss mehr kommen! Und er stürmte nun viel aggressiver nach vorne. Mit ihrem überfallartigen Forechecking überforderten die Berner die ZSC-Abwehr immer wieder, in der Angriffsauslösung gelang dieser kaum mehr ­etwas Sinnvolles. «Sie haben eine sehr gute Mannschaft. Und vor allem haben sie mit Genoni einen Rückhalt im Tor, der ihnen stets eine Chance zum Sieg gibt, selbst wenn es mal nicht so läuft», musste Blindenbacher anerkennen.

Mit ihrem ersten Powerplay glichen die Berner aus (21.). Dann vollendete ­Hischier einen Konter mustergültig (32.). Und auch als der ZSC dank den wach­samen Augen des Goalietrainers auf der Tribüne erfolgreich eine Coach’s Challenge nahm und so ein weiteres Gegentor verhindern konnte, brachte das den SCB nicht aus dem Konzept. Nur drei Minuten später holte er Verpasstes nach: Rüfenacht lenkte einen Distanzschuss zum spielentscheidenden 3:1 ab.

Finale mit 5 Spielen in 8 Tagen

Diese Geradlinigkeit rund ums Tor ging dem Heimteam derweil ab. Da wurde auch in Situationen der Pass gesucht, wo der Angreifer in bester Abschlussposition stand. Erst als die Zürcher in der Schlussphase keine andere Wahl mehr hatten, feuerten sie aus allen Lagen. Einen Goalgetter wie Bärtschi, den langjährigen SCB- und ZSC-Stürmer, der nach seinem verletzungsbedingten Rücktritt vor dem Match geehrt worden war, hätten sie gut gebrauchen können.

5 Spiele bleiben, um sich in Playoff-Form zu spielen. 5 Spiele in 8 Tagen wohl gemerkt. Nach nur 8 Partien im ganzen Januar wird es für die ZSC Lions im Finish der Qualifikation noch einmal hektisch. Blindenbacher gab sich kämpferisch: «Wenn man vorne mitspielt, will man auch Platz 1 holen!» Doch draussen konnte man die SCB-Fans inbrünstig ­singen hören: «Die Nummer 1, die Nummer 1 der Schweiz sind wir.»

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