Der ZSC probt den Pokaljubel

Die Zürcher gewinnen dank einem 4:1 in Lausanne den Cup. Es war eine gute Vorbereitung darauf, welch schwierige Prüfungen im Playoff auf sie warten.

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Mathias Seger hat in seiner langen Karriere vieles gewonnen: Fünf Meistertitel, die Champions League, ein Duell mit den Chicago Blackhawks, WM-Silber. Und nun also durfte der ZSC-Captain auch noch den Schweizer Cup in die Höhe stemmen. Seine Lions rangen im Final den HC Lausanne 4:1 nieder und triumphierten damit zum dritten Mal. Der alte ZSC hatte den Wettbewerb bereits in früheren Zeiten vor der letztjährigen Wiederbelebung gewonnen: 1960 und 1961.

Der Cup geniesst (noch) keinen grossen Stellenwert. Aber einen Pokal in den Händen halten zu können, ist nie schlecht. Und was die Intensität und die Anspannung anging, war der Final für die Zürcher ein guter Anhaltspunkt dafür, was im Playoff auf sie zukommen wird. Bis anhin konnten sie relativ unbehelligt durch die Qualifikation ­gleiten. Aber auf dem Weg zum wahren Ziel, dem Meistertitel, werden die Gegner ruppiger auftreten. Da ist zuweilen mehr Wucht statt Schönspiel gefragt.

Lausanne war deshalb der ideale Gegner. Die Waadtländer traten so auf, wie sie das immer tun gegen die ZSC Lions: kompakt vor dem eigenen Tor, bissig in den Zweikämpfen, energisch im Konter. Sie mögen gerade turbulente Zeiten erleben. Sie stecken mitten im Kampf um einen Playoff-Platz und schon morgen steht ausgerechnet ein kapitaler Match in Genf an, der aufgrund der noch ungelösten Situation um Hugh Quennec als Besitzer der beiden Clubs viel Zündstoff birgt. Aber den Einsatz dosieren und den Zürchern so den Cupsieg überlassen, das kam für sie nicht infrage.

Zusätzlicher Gang für Lausanne

Es wurde erneut sichtbar, warum bis zum Duell vor ein paar Wochen, das Lausanne in der Verlängerung 3:2 für sich entschied, in zehn Begegnungen ­jeweils nie mehr als drei Tore gefallen waren. Da wurde um jeden Zentimeter geschuftet, da wurden Hiebe ausgeteilt.

Kam hinzu, dass die Romands diesmal lautstark von ihrem Anhang unterstützt wurden. Den Halbfinal gegen Kloten ­hatten nur 3000 Zuschauer sehen wollen, diesmal war die Patinoire de Malley mit 7600 ausverkauft. Und in ­vielen Phasen schien das Publikum dem Heimteam einen zusätzlichen Gang im Betrieb nach vorne zu verleihen.

Schon der Start war furios gewesen: Cunti hatte das vermeintlich sichere 1:0 für den ZSC auf dem Stock, doch Verteidiger Lardi klärte seinen Schuss aufs ­offene Tor auf der ­Linie. Sekunden später bewies Geering auf der Gegenseite ebenfalls spektakuläre Goaliereflexe. Und dann stürzte Lausannes Nodari in der Vorwärtsbewegung – Neuenschwander, eher als verlässlicher Defensiv­stürmer bekannt, schloss den resultierenden Konter blitzsauber ab (9.).

225 000 Franken Preisgeld

Die Lions waren keineswegs überlegen, aber konsequenter in ihren Angriffen. Das hielt bis zur Schlussphase an, als die Lausanner auf der Suche nach dem 2:2-Ausgleich mehrmals ihre Schüsse verzogen. Und sonst war ZSC-Goalie Schlegel da, der nach einigen nervösen Interventionen immer sicherer wurde. Auch für den Erfahrungsschatz des 21-Jährigen war dieser Cupfinal Gold wert, falls er im Playoff ebenfalls zum Einsatz kommen sollte. Und finanziell hat sich der Cup für die Zürcher ohnehin ­gelohnt: Für den Finalsieg streichen sie 138 000 Franken ein, total belaufen sich ihre Preisgeld-Einkünfte auf 225 000 Franken.

Erstellt: 03.02.2016, 23:50 Uhr

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