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Der ZSC schöpft Vertrauen

Das 6:4 in Langnau ist im vierten Anlauf der erste Auswärtssieg der Zürcher. Noch klappt einiges nicht, aber sie zeigen immer mehr gute Phasen.

Simon Graf, Langnau
Die Lions ziehen mit einem Doppelschlag auf 3:1 davon. (Video: SRF)

Das Langnauer Publikum ist treu. Es hat mit seinem Team schon vieles durchgemacht und wurde letzten Winter mit der Playoff-Qualifikation für so vieles entschädigt. Doch das war dann selbst für die Tigers-Anhänger zu viel: Nachdem Suter in der 53. Minute mit einem platzierten Hocheckschuss das 6:2 für die ZSC Lions erzielt hatte, machten sich viele in der Ilfishalle bereits auf den Heimweg. Sie verpassten, wie Kuonen mit zwei späten Toren noch auf 4:6 verkürzte. Zu mehr reichte es nicht mehr.

So feierten die ZSC Lions im vierten Anlauf endlich ihren ersten Auswärtssieg. Zwar kassierten sie wie schon in Zug, Genf und Rapperswil-Jona späte Tore. Doch diesmal hatten sie vorgesorgt, sich dank eindrücklicher Effizienz ein Polster verschafft. «Die Langnauer haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, sind ein sehr unangenehmer Gegner», sagte Roman Wick, derweil er nach der Partie auf dem Hometrainer die Beine bewegte. «Sie haben uns das ­Leben in jüngster Zeit enorm schwer gemacht, umso mehr tut dieser Sieg gut.»

In der Tat lag der letzte Dreipunkte-Erfolg der Zürcher an der Ilfis schon länger zurück: Am 9. Dezember 2016 siegten sie 4:3, Nilsson schoss in der 59. Minute das goldene Tor, des weiteren trafen Thoresen, Kenins und Pestoni. Es scheint eine Ewigkeit her. Keiner dieser vier spielt mehr bei den Lions. Damals stand das schwedische Trainerduo Wallson/Johansson in seiner ersten ZSC-Saison, und man wusste noch nicht, ob es den Erfolg bringen würde. Der kam dann erst im Folgejahr unter Hans Kossmann.

Die Spielfreude entdeckt

Unter Rikard Grönborg, dem nächsten Schweden, nehmen die ZSC Lions nun allmählich Gestalt an. Sie haben in sechs von sieben Partien gepunktet und ihre Spielfreude wieder entdeckt. Noch haben sie es nicht geschafft, ihr Spiel über 60 Minuten durchzuziehen. Aber phasenweise ist es schon recht eindrücklich, was sie zeigen. «Wir haben Vertrauen geschöpft ins System», sagt Wick. «Und nicht zuletzt auch wieder Vertrauen in uns. Das war nach der letzten Saison dringend nötig.»

Und natürlich hilft es, wenn ein Spieler wie Hollenstein ins Lineup zurückkehrt. Mit ihm haben die Zürcher drei Linien, die regelmässig skoren. Der Paradesturm mit Roe, Wick und Suter spielt schon seit Saisonstart gut. Pettersson hat sich gefunden mit den Kämpfern Chris Baltisberger und Prassl. Und Hollenstein, Bodenmann und Diem ergänzen sich gut. Nur der vierte Sturm um Schäppi zog in Langnau keinen guten Abend ein, kassierte drei der vier Tore.

Was das Coaching betrifft, scheint Grönborgs schwedische Herkunft stärker als seine amerikanische Prägung: Er stellt die Formationen nicht gerne um und bekommt Recht dafür. Es entstehen immer mehr Synergien, und es fällt gar nicht auf, dass seit vier Spielen der Schwede Krüger ausfällt, der ja als Schlüsselfigur vorgesehen war. Der NHL-erprobte Center könnte noch etwas zur defensiven Stabilität beitragen.

Denn so souverän, wie es am Schluss aussah, war der Zürcher Auftritt in der Ilfishalle auch nicht. Sie waren bis zur 25. Minute unter Druck, wurden von den aufsässigen Langnauern immer wieder in der eigenen Zone eingeschnürt. Doch Flüeler bewahrte sie vor einem Rückstand. Und mit der Doublette durch Suter (26.) und Trutmann (28.) vom 1:1 zum 3:1 bremsten die Lions den Schwung der Langnauer.

Ehlers fatales Lob

Die Tigers sind damit zwiespältig in die Saison gestartet. Nach dem 5:3 gegen Zug vor Wochenfrist sprach Coach Heinz Ehlers vom besten Spiel in seiner vierjährigen Ära an der Ilfis. Doch vielleicht war das fast zu viel des Lobes vom Mann, der meist mit einer griesgrämigen Miene hinter der Bande zu stehen pflegt. Jedenfalls haben die Tigers seitdem dreimal verloren. Und Ehlers dürfte seine Spieler spätestens jetzt wieder an ihre defensiven Pflichten erinnern.

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