Der ZSC siegt mit der Wut im Bauch

Mit einem 3:1 über Gottéron stoppt der Meister im Hallenstadion seine Niederlagenserie. Es ist kein schöner Sieg, aber ein Auftritt mit Emotionen.

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Serge Aubin dürfte sich in den vergangenen Wochen immer wieder den Kopf zerbrochen ­haben, wie der schlafende ZSC-Löwe zu wecken sei. Das Abrutschen unter den Strich hatte jedenfalls noch nicht diesen Effekt. Doch gegen Fribourg sah man es endlich wieder einmal, das Feuer in den Augen der ZSC-Cracks. Stellvertretend dafür war Kevin Klein, der mehrmals schäumte vor Wut und das wegweisende Tor zum 2:1 schoss – in der 39. Minute in Unterzahl. Bodenmann war bei einem Konter vors gegnerische Tor gefahren, der Puck gelangte von einem Gottéron-Verteidiger zurück zu Klein, der wuchtete ihn unter die Latte und schrie seinen Ärger und seine Freude heraus.

Produktives Boxplay

Für einen Moment wähnte man sich zurückversetzt ins Playoff, als der Kanadier das Team mit seiner Leidenschaft angeführt hatte. Klein hatte sich vor seinem Tor geärgert über eine Fünfminuten-Strafe gegen Ulmann wegen Bandenchecks. Der Stürmer aus dem Farmteam, am Samstag in Biel noch zweifacher Torschütze, hatte Gottérons Miller an der Bande geschubst – und weil der Amerikaner unglücklich in die Bande fiel, musste Ulmann unter die Dusche. Ein harter Entscheid, der die ZSC Lions aber befeuerte. Beim 1:4 gegen den SC Bern hatten sie vergangenen Freitag während einer Fünfminuten-Strafe gegen Noreau drei Tore kassiert und das Spiel verloren, diesmal schossen sie sogar einen Shorthander.

Es war die Differenz in einem zerfahrenen Spiel mit vielen ­Gehässigkeiten. Selbst in den Schlusssekunden, nachdem Miranda mit dem 3:1 ins verlassene Tor die Entscheidung besorgt hatte, kam es noch zu Keilereien. Insgesamt wurden 71 Strafminuten ausgesprochen. Für die Verteilung hatte Klein nur ein Kopfschütteln übrig. Seine Lions hätten es momentan schwer mit den Schiedsrichtern, fand er. Allerdings schadete es ihrem Spiel nicht, dass sie phasenweise mit einer Wut im Bauch spielten.

Nach drei Niederlagen in ­Serie schafften sie jedenfalls wieder einmal einen Sieg, womit sie es auf Kosten von Servette wieder über den Strich schafften. «Heute haben wir unseren Job gemacht», stellte Aubin fest. «Allerdings auch nicht mehr.» Defensiv standen seine Lions solider als auch schon, und das Boxplay war wieder besser. In der Angriffsauslösung und im Offensivspiel allgemein stimmte immer noch vieles nicht. Es half, dass Suter zurückkehrte und zusammen mit Pettersson stürmte, mit dem er eingespielt ist. Der Schwede profitierte schon nach 15 Sekunden von einem Fehler Abplanalps und schoss das 1:0.

Der andere Schwede

Pettersson spielte eine seiner besseren Partien, doch punkto Selbstvertrauen ist er noch weit von jenem Spieler entfernt, der er letzte Saison war. Bezeichnend ist, dass er momentan eher als Passeur denn als Schütze in Erscheinung tritt. In dieser Saison kommt er auf 2,33 Torschüsse pro Spiel, vergangenen Winter waren es doppelt so viele gewesen. Aber vielleicht hilft ihm ja sein viertes Saisontor, um langsam wieder zu seinem Spiel zu finden. Nebst Pettersson lief mit Backman von den GCK Lions ein weiterer Schwede beim ZSC auf. Shore plagt sich mit Adduktorenproblemen, deshalb wurde die sechste Ausländerlizenz mit Backman eingelöst.

Ob der 27-Jährige mehr als ein Ersatz sein kann, muss sich weisen. Bei seiner Premiere blieb er zwischen Hollenstein und Bodenmann eher diskret. Er verfügt über gute Hände, ist läuferisch aber nicht so versiert. Doch immerhin resultatmässig war es mit seiner Mitwirkung ein gelungener ZSC-Abend. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.12.2018, 23:22 Uhr

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