Der zweite Leader war doch zu stark

Der EHC Kloten begeistert im Cup-Viertelfinal mit starken 40 Minuten und einer 3:1-Führung, dann aber setzt der EV Zug zu und trifft 107 Sekunden vor Spielende zum 4:3.

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Am 21. Oktober hatte Kloten mit dem EHC Biel den Leader der National League aus dem Cup geworfen (4:3 nach 0:3-Rückstand). Gestern hiess es wieder 4:3, wieder gegen den aktuellen Leader der höchsten Liga – aber es war der EV Zug, der am Ende über den 4:3-Erfolg jubeln durfte. Und Kloten stand plötzlich mit leeren Händen da. Während 40 Minuten war die Mannschaft aus der Swiss League nicht die schlechtere, sondern die bessere gewesen. Sie kassierte zwar erneut ein frühes Gegentor (weil Kellenberger die Übersicht verlor), doch legte Kloten so los, wie man es in dieser Saison noch kaum je einmal gesehen hat. Da waren Entschlossenheit, Geradlinigkeit und Konsequenz in den Aktionen zu sehen, die in diesem Herbst kaum einmal dem Publikum gezeigt worden waren.

Das erste Beispiel war der 1:1-Ausgleich, den Adrian Wetli, sonst im Ausnützen von Chancen eher nicht gerade brillant, besorgte. Patrick Obrist tankte sich durch, Wetli schoss direkt – 1:1. Im nächsten Powerplay lag der Puck wieder im Zuger Tor, wieder hatte Obrist den Puck gespielt, wieder Wetli geschossen. Doch die Zuger verlangten die Coache’s Challenge – und sie bekamen recht. Dem Tor war ein Klotener Offside vorausgegangen.

Verdienter Vorsprung

Auch die nächste 2:1-Führung zählte nicht, Patrick Obrist hatte den Puck mit dem Schlittschuh ins Tor spediert. Statt 3:1 hiess es nach 20 Minuten nur 1:1. Aber Kloten machte auch im zweiten Drittel dort weiter, wo es aufgehört hatte. Die Zweikämpfe gingen an die Swiss-League-Mannschaft, Marchon lief einen Konter, Romano Lemm verwertete den Querpass. Dieses 2:1 zählte. Im Zuger Tor stand schon seit der 16. Minute nicht mehr Tobias Stephan, der sich nach Wetlis zweitem Treffer (der nicht zählte) hatte auswechseln lassen, sondern Sandro Aeschlimann.

Der sah bei Romano Lemms zweitem Tor nicht glücklich aus. Aber das kümmerte Kloten wenig. Die 3:1-Führung war hoch verdient. Was den EHC dann aber kümmerte, war das frühe Anschlusstor der Zuger. Santeri Alatalo schoss es, im dritten Nachsetzen, er war der erste Zuger, der einen Zweikampf für sich entschied. «Dieses Tor hat unsere Beine ein bisschen schwerer gemacht», analysierte Romano Lemm. «Wir haben danach nur noch reagiert, sind ihnen zwischendurch hinterhergefahren.» Alatalo traf zum 3:3.

Kloten bekam seine Chancen in Überzahl. Aber da fehlte ihnen als Organisator Fabian Sutter, der nach dem Ausgleich von Schiedsrichter Stricker für zehn Minuten auf die Strafbank geschickt ­worden war. Trainer André Rötheli zeigte sich darob wenig «amused».

«Egal, wie der Gegner heisst»

Die Linie mit Obrist, Wetli und Jokinen war die beste bei Kloten, von den andern spielten viele ganz nahe an ihrem Optimum. Deshalb gelang es auch, die aktuelle Nummer 1 der Schweiz dermassen in Bedrängnis zu bringen. Und Kloten zeigte, dass das Powerplay auch gegen Topteams effizient sein kann. Zwei Überzahltreffer gelangen. Und im letzten Drittel fehlte nach dem 3:3 im letzten Klotener Powerplay nur wenig zum vierten Goal. Füglister, Lemm und Jokinen hatten die besten Chancen.

Nach dem Aus im Cup ist wieder der Alltag in der Swiss League angesagt. Visp heisst am Freitag der Gegner. Und dort steht wieder ein Alatalo im Einsatz, Santeris Vater Matti ist Visp-Trainer. Die Walliser sind wieder so ein Gegner aus den Top 5 der Swiss League, gegen die Kloten noch keinen Punkt geholt hat. «Wir müssen so spielen wie gegen Zug, das muss in unsere Köpfe rein», sagt Lemm. «Egal, wie der Gegner heisst.» Ähnlich sieht es auch Trainer Rötheli: «Wenn wir so spielen wie gegen Zug, dann kommt es in der Meisterschaft gut.» Aber eben, es müssen alle mit voller Konzentration dabei sein.

Erstellt: 28.11.2018, 00:13 Uhr

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