Die 13 bringt nicht immer Unglück

Arg dezimierte ZSC Lions fügen Lugano die erste Niederlage im Dezember bei – Wick trifft beim 4:2 doppelt.

Matchwinner: Roman Wick erzielte seine Saisontore 6 und 7.

Matchwinner: Roman Wick erzielte seine Saisontore 6 und 7. Bild: Keystone

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Familiensinn wird bei den ZSC Lions grossgeschrieben. Doch just vor Weihnachten, wenn in vielen anderen Familien selbst die entferntesten Verwandten zusammenfinden, sind die Stadtzürcher arg dezimiert. Gleich dreizehn Stammspieler fehlen, das halbe Team also. Sie sind entweder verletzt, gesperrt oder bereiten sich in Finnland auf die anstehende U-20-WM vor. Selbst die am breitesten abgestützte Organisation der Liga kommt bei diesem Personalschwund an ihre Grenzen: Das Matchblatt war gegen Lugano mit 18 Feldspielern nicht komplett ausgefüllt.

Der Aderlass hatte aber auch sein ­Gutes: Mit fünf GCK-Aushilfen aus der NLB waren die Stadtzürcher gezwungen, ihren Fokus auf eine kompakte Defensive zu richten und ihr Spiel zu vereinfachen. Das gelang vorzüglich: Nach zwei lustlosen Auftritten gegen Kloten (1:3) und Biel (2:5) kehrte der Leader zum Siegen ­zurück, gewann auch das dritte Saisonduell mit den ­Tessinern, diesmal 4:2.

Lugano mit Spang und Glenn am Spengler-Cup

Lugano war zuvor das Team der Stunde gewesen, hatte im Dezember ­unter dem neuen Coach Doug Shedden alle seine sechs Partien gewonnen. Doch diesmal fehlte einiges zur Fortsetzung der Erfolgsserie. Am offensichtlichsten manifestierte sich die Differenz zwischen den beiden Teams in der Abwehrarbeit: Während die Zürcher vor dem eigenen Tor gut aufräumten, gewährten die Bianconeri dem Gegner teils gleich mehrere Chancen zum Abschluss.

Weniger fiel hingegen ins Gewicht, dass auch der HC Lugano mit den kranken Brunner und Filppula sowie dem ­angeschlagenen Stapleton prominente Absenzen in der Offensive zu beklagen hatte. Um mangelnde Torgefahr muss er sich dank seiner schwedischen Fraktion in der Regel nicht sorgen. Und so erstaunt es nicht, dass er sich hinsichtlich des Spengler-Cups in der Verteidigung ­verstärkte: mit den Nordamerikanern Dan Spang und Ryan Glenn.

Schäppi blieb mit Herzrasen in der Garderobe

Im Hallenstadion fiel die Entscheidung zu Spielmitte: Zunächst lenkte ZSC-Stürmer Shannon eine Hereingabe unglücklich ins eigene Netz zum 1:1 ab (28.). Doch die ­Lions waren darob angestachelt statt verunsichert: Geering luchste einem Gegenspieler den Puck ab, ­umspielte einen zweiten brillant und lancierte Wick, der den Konter trocken abschloss (31.). Drei Minuten später verwertete Wick eine weitere sehenswerte Kombination zum 3:1. Und der Hattrick blieb ihm nur verwehrt, weil Ulmer ­seinen Distanzversuch aufs leere Tor im letzten Moment stoppte.

In der eigenen Zone gerieten die Zürcher erst in der Schlussphase richtig ­unter Druck. Da machte sich bemerkbar, wenn sie mit den etwas ungestümen Youngsters Hächler und Schmuckli verteidigten. «Die Jungen erhielten wegen den vielen Absenzen viel Verantwortung. Man kann viel lernen in solchen ­Situationen», befand Wick.

13 Abwesende – resultatmässig brachte die Unglückszahl kein Unglück. Allerdings: Mit Schäppi schied ein 14. aus, der Stürmer blieb wegen Herzrasens vorsichtshalber in der Garderobe.

Die ZSC-Familie ist angeschlagen. Aber das hinderte sie nicht daran, noch etwas weihnachtliches Flair zu verbreiten: Beim letzten Heimspiel des Jahres wurden grosszügig Trikots unterschrieben, Selfies geschossen und Stöcke verteilt. Jener von Wick fand nach einem Wimpernschlag einen Abnehmer.

Erstellt: 22.12.2015, 23:07 Uhr

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