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Die Berner erzwingen den Sieg

Die ZSC Lions verlieren nach sieben Siegen erstmals wieder. Beim 2:3 im Gigantenduell in Bern lassen sie zentrale Eigenschaften vermissen.

Yanik Burren (l.) jubelt nach seinem 3:1 mit Berns Tristan Scherwey. Der SCB gewinnt das Städtederby gegen den ZSC 3:2.
Yanik Burren (l.) jubelt nach seinem 3:1 mit Berns Tristan Scherwey. Der SCB gewinnt das Städtederby gegen den ZSC 3:2.
Anthony Anex, Keystone
Mark Arcobello (r. unten), wird von ZSC-Spielern in die Klammer genommen. Das Spiel in der PostFinance-Arena ist umkämpft und von vielen Strafen geprägt.
Mark Arcobello (r. unten), wird von ZSC-Spielern in die Klammer genommen. Das Spiel in der PostFinance-Arena ist umkämpft und von vielen Strafen geprägt.
Ennio Leanza, Keystone
Deutlisch knapper gewinnt Ambri-Piotta gegen Rapperswil-Jona. Der 2:1-Siegtreffer für die Tessiner fällt erst in den Schlussminuten.
Deutlisch knapper gewinnt Ambri-Piotta gegen Rapperswil-Jona. Der 2:1-Siegtreffer für die Tessiner fällt erst in den Schlussminuten.
Alessandro Crinari, Keystone
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Manchmal reicht eine Szene, um den Matchverlauf ziemlich adäquat wiederzugeben. Gestern ist es eine Szene aus der 50. Minute. 2:1 führt Bern, die ZSC Lions wollen mit einem Powerplay den Ausgleich, können sich aber nicht festsetzen. Gaetan Haas befreit aus der eigenen Zone, am anderen Ende des Eisfelds kommt Tristan Scherwey vor Roger Karrer an den Puck. Er legt zurück, und dort hält Jungverteidiger Yanik Burren den ehemaligen SCB-Stürmer Simon Bodenmann auf Distanz. 3:1 statt 2:2, es ist die Entscheidung.

Es gibt Spiele in der Qualifikation. Und es gibt Kämpfe in der Qualifikation. Partien, in denen man unbedingt Präsenz markieren will. Von der ersten Sekunde, bis zur letzten Sekunde. Zu diesen gehören die Duelle zwischen dem SC Bern und den ZSC Lions. Auch wenn es erst Oktober ist und die Meisterschaftsentscheidung noch sechs Monate entfernt. Beide Teams wissen, dass im Herbst die Basis für Frühlingserfolge gelegt werden kann, und wollen keinen Zentimeter Eis preisgeben. So insistiert Tristan Scherwey fünf Sekunden vor Schluss des zweiten Drittels nach gewonnenem Bully in der Offensivzone. Er drischt den Puck quer über die Eisfläche, und von dort schiesst Calle Andersson. Der scharfe Schuss erwischt Niklas Schlegel auf der Stockhandseite. 2:0, es fehlen noch 2,8 Sekunden bis zur Sirene. «Das war ein wichtiges Tor für Bern», sagte ZSC-Trainer Serge Aubin, «aber Niklas hat uns vorher wiederholt im Spiel gehalten.»

Chris Baltisbergers Charge verletzt Eric Blum

Die Gemüter hatten sich in dieser Phase wieder etwas beruhigt, dies, nachdem zu Beginn des zweiten Drittels die Emotionen übergekocht waren. Auslöser war eine Charge von Chris Baltisberger an der Bande gegen Eric Blum, nach welcher der Berner Verteidiger liegen blieb. Der Zürcher Vorkämpfer wurde mit einem Restausschluss belegt, Blum erhob sich nach längerer Zeit wieder, konnte aber nicht weiterspielen. Er sei verletzt, gab sich der SCB wortkarg, dass die Hand in Mitleidenschaft gezogen worden sei, wollte niemand bestätigen.

Im Falle einer eventuellen weitergehenden Bestrafung Baltisbergers wird sich wohl auch in den nächsten Tagen noch die Frage stellen, ob er den Check hätte verhindern können. «Er stand sehr nahe von Blum, ich glaube nicht, dass er viel hätte anders machen können», schilderte Aubin seine Sicht der Dinge. Er hatte bereits in der ersten Drittelspause Stammgoalie Lukas Flüeler herausgenommen, der ein Knie von Thomas Rüfenacht an den Kopf bekommen hatte. «Der Nacken tut ihm weh, aber es sollte nichts Schlimmeres sein», sagte Aubin.

Jérome Bachofner trifft schon wieder

In der fünfminutigen Unterzahl wehren sich die Zürcher gut, profitieren aber auch davon, dass den Berner Offensivbemühungen die letzte Konsequenz fehlt. So verpasst Suter in dieser Sequenz sogar den Ausgleich. Erst im letzten Drittel werden die Bemühungen dann auch von Erfolg gekrönt: Zuerst verlängert Topskorer Jérome Bachofner seine Torserie mit dem 1:2 auf sechs Partien, danach vollendet Simon Bodenmann eine «Tennis-Volley-Aktion» nach Assist von Pius Suter zum 2:3.

Der Meister muss aber drei Tage nach dem siebten Sieg in Serie – dem 6:2 bei den Vienna Capitals – erleben, dass Hauptstadt nicht gleich Hauptstadt ist. Die Berner standen hinten solid und zeigten vorne, dass sie das 1:2 in Salzburg am Mittwoch mental und physisch verdaut hatten. Und die Zürcher ihrerseits waren weniger bereit als in den letzten Wochen. Konsequenz: die erste Niederlage im Oktober.

Eine gute Lektion, findet Aubin: «Wir haben gesehen, dass wir das Maximum geben müssen, um gewinnen zu können. Und wir brauchen jeden einzelnen Spieler dazu.» Nächste Gelegenheit, es besser zu machen, bietet sich morgen Sonntag, im Cup-Achtelfinal bei den SCL Tigers.

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