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Die Chance für die Youngsters und den Oldie

Die ZSC Lions treten mit einem Rumpfteam beim Nachbarn in Kloten an. Das gibt willkommene Eiszeit für die Junglöwen – und für den 39-jährigen Ari Sulander.

Die Chance genutzt: Junioren-Nationalspieler Patrick Geering (r.) hat sich zu einem sicheren Wert bei den «grossen» Löwen entwickelt.
Die Chance genutzt: Junioren-Nationalspieler Patrick Geering (r.) hat sich zu einem sicheren Wert bei den «grossen» Löwen entwickelt.
Keystone

Die Liste des Lazaretts bei den Löwen ist mittlerweile recht lang geworden. Die Verteidiger Beat Forster, Daniel Schnyder und Andri Stoffel, der seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat, sowie die Stürmer Oliver Kamber und Mark Bastl sind verletzt und müssen passen. Und weil Trainer Sean Simpson in der Goalie-Wahl entschieden hat, auf den finnischen Routinier Ari Sulander zu setzen, muss der kanadische Forward Jean-Guy Trudel als überzähliger Ausländer zähneknirschend auf der Tribüne im Schluefweg, pardon: Kolping-Arena, Platz nehmen. «Ich bin in der glücklichen Lage, zwei gute Goalies zu haben», sagt Simpson nur. Der Headcoach hatte in den Begegnungen zuvor Newcomer Lukas Flüeler aufs Eis beordert.

Die Statistik von Flüeler

Dass sich der 20-jährige Rookie aus dem Zürcher Oberland in seiner ersten NLA-Saison dermassen gut schlägt, ist für viele Eishockey-Experten doch überraschend. Flüeler hat zwölf Partien absolviert und 92,394 Prozent aller Schüsse gehalten – das ist eine ausgezeichnete Marke. Zum Vergleich: Sulander, der in der Champions League jeweils zum Handkuss kommt, kam in 16 NLA-Spielen auf einen Wert von 88,121 Prozent. Dass das Schweizer Talent in dieser Statistik soviel besser abschneidet als die langjährige defensive Lebensversicherung im Löwen-Revier, erstaunt selbst eingefleischte «Sulo-Fans» in der ZSC-Fangemeinde. Allerdings gilt es folgenden Faktor miteinzubeziehen: Wenn Flüeler in der nationalen Liga das Tor hütet, kommen alle ausländischen Feldspieler zum Einsatz. Das kann die Physionomie eines Spiels grundlegend verändern. Tatsache ist, dass in diesem internen Torhüter-Duell der Senior mehr bedrängt wird, als er vor dem ersten Bully im September gedacht hat. Man darf gespannt sein, wie Sulander reagieren wird, wenn er in der Meisterschaftsentscheidung tatsächlich nur zuschauen darf.

Der Auftrag von ganz oben

Wie dem auch sei: Heute Abend kommt der erfahrenere Schlussmann zum Einsatz. Simpson und sein Assistent Colin Muller haben unter anderem die Aufgabe, junge Spieler von den GCK Lions an die Elite-Klasse heranzuführen. «Es gehört zu unserem Job, talentierte Junioren in das Fanionteam einzubauen», erklärt Simpson. «Schliesslich wird viel Geld und Zeit in die Nachwuchsabteilung investiert.» Lions-Obmann Walter Frey ist es langsam müde, viel Bares in die Juniorenförderung einzuschiessen, damit die Talente später bei der Konkurrenz in Langnau landen oder sonst wo im Land ihre NLA-Tauglichkeit unter Beweis stellen. Der VR-Präsident und Mäzen der Zürcher Sport-Organisation will noch mehr Eigengewächse im NLA-Team am Werk sehen. Egal, ob man im Umfeld des Klubs aus Oerlikon dafür die Geduld aufbringt oder nicht.

Das neue Trainer-Duo packt diesen Auftrag unbeschwerter und mit mehr Esprit an als die Vorgänger im Hallenstadion. Der Beweis für diese Personalpolitik sind neben Flüeler die Abwehrspieler Patrick Geering (18-jährig, 25 NLA-Einsätze), Claudio Cadonau (20-jährig, 14). Der offensiv begabte Flügel Aurelio Lemm (20) hats in seiner dritten A-Saison auf bisher acht Partien geschafft, während Stürmer Patrick Schommer (19) und Verteidiger Philippe Schelling (23) jüngst ihre Feuertaufe in der höchsten Klasse erlebten. Heute Abend im Zürcher Gipfeltreffen greift Simpson unter anderem auf den 25-jährigen Stefan Schnyder vom Farmteam zurück. Auch der kämpferische Flügel, einst Publikumsliebling im (alten) Hallenstadion, stammt aus der Junioren-Abteilung und hat schon eine bewegte Vergangenheit bei den Lions und dem EHC Basel hinter sich. Simpson hat ihn beim ZSC nach vierjähriger Absenz reaktiviert, um vier Sturmreihen bilden zu können. Aus Stadtzürcher Sicht kündigt sich also das Derby als Abend der Jugend - und der Comebacks an.

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