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Lions mit zu wenig Biss gegen die Tigers

Die SCL Tigers dominieren die ZSC Lions und stossen dank des 4:1-Heimsiegs auf Rang 2 vor.

Keine Chance in Langnau, auch nicht mit dem Sportchef an der Bande: Meister ZSC geht bei den Tigers unter. Bild: Keystone
Keine Chance in Langnau, auch nicht mit dem Sportchef an der Bande: Meister ZSC geht bei den Tigers unter. Bild: Keystone

Der Löwe und der Tiger begegnen sich in der freien Wildbahn nicht, sie leben in unterschiedlichen Gebieten – in Afrika ­respektive Asien. So versuchte die BBC anhand von verschiedenen Tests die grosse Frage zu ­beantworten, wer den Kampf der mächtigen Raubkatzen gewinnen würde. Es obsiegte der Tiger. Und so ist es dieser Tage auch im Schweizer Eishockey.

Während Jahren hatten die Zürcher Löwen die Emmentaler Tiger beherrscht, diesen Winter ist es umgekehrt. Die Langnauer gewannen auch das dritte ­Duell gegen den Meister, unter anderem haben sie ihn ja im Cup-Achtelfinal (5:3) geschlagen. Wer dachte, die ZSC Lions hätten diesen Wettbewerb vielleicht nicht so ernst genommen und deshalb verloren, muss ­seine Position wohl langsam überdenken. Denn in der Meisterschaft waren die Tigers nun zweimal klar überlegen und siegten beide Male 4:1.

28:8 Schüsse nach 2 Dritteln

Hatte man Ende September im Hallenstadion noch von einem Zürcher Ausrutscher reden können, so war es diesmal doch verblüffend, wie spielbestimmend die Langnauer waren. 28:8 Torschüsse und 3:0 Tore lautete das Verdikt nach den ersten 40 Minuten. Nach dem Anschlusstreffer Shores (42.) machten die Zürcher wenigstens noch kurz den Eindruck, als stemmten sie sich gegen die Niederlage.

Als mildernde Umstände mögen sie anführen, dass sie das Montagsspiel gegen die Lakers (5:2) in den Beinen hatten und die Absenzenliste lang ist. Neu fehlte auch Marti, der für seinen Check gegen Rapperswils Mosimann vorsorglich gesperrt wurde – ein Verfahren wurde eingeleitet. Weil also ein weiterer Verteidiger ausfiel, musste Pettersson wieder zuschauen, traten die Lions nur mit elf Stürmern an.

Enttäuschter Sportchef

Trotzdem wäre es nicht verboten gewesen, in den ersten zwei Dritteln etwas mehr Effort zu zeigen. Auch Sportchef Sven Leuenberger zeigte sich enttäuscht über den lange passiven Auftritt. Eigentlich hätte das Team nach dem Lakers-Spiel im Rhythmus sein müssen.

Weil Assistent Craig Streu krank war, nahm Leuenberger dessen Position an der Bande ein. Was er aus nächster Nähe sah, konnte ihm nicht gefallen. Nur der Sturm mit Bachofner brachte hin und wieder einen zusammenhängenden Angriff zustande. Dass sich verschiedene Flügel in der Linie mit Cervenka versuchen durften, weil ja ein Stürmer fehlte, war natürlich auch nicht gerade förderlich.

Das Rätsel Cervenka

Apropos Cervenka: Der Tscheche spielt schon schöne Pässe, doch im Abschluss ist er so harmlos, dass man kaum vermuten würde, dass er 2010/11 der beste Torschütze der russischen KHL war. So erfreulich es ist, dass Junge wie Bachofner und Prassl Führungsrollen einnehmen, es ist an Coach Serge Aubin, darauf hinzuarbeiten, dass auch vermeintliche Topstürmer wie Cervenka und Pettersson langsam in Form kommen. Die SCL Tigers stiessen derweil auf Rang 2 vor. Das Schweizer Eishockey steht kopf in diesem Oktober 2018.

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