Die Meisterbesieger

Couragierte ZSC Lions siegen in Bern 4:2 und haben gegen den Leader neun von zwölf Punkten geholt.

Der Gamewinner: Inti Pestoni feiert den 3:2-Treffer für den ZSC. Foto: Lukas Lehmann (Keystone)

Der Gamewinner: Inti Pestoni feiert den 3:2-Treffer für den ZSC. Foto: Lukas Lehmann (Keystone)

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Vielleicht war es ja Martin Plüss, der die ZSC Lions zu einem Sondereffort anspornte. Der im Frühjahr abgetretene SCB-Captain, dessen Nummer 28 vor dem Spiel unters Hallendach gezogen wurde, sagte in Marc-Lüthi-Manier: «Ich erwarte beste Unterhaltung und drei Punkte gegen Zürich.» Das war den zuletzt nicht erfolgsverwöhnten Lions dann doch ein bisschen zu viel. Sie standen gerne Pate, als dem vierfacher Berner Meisterspieler aus dem Zürcher Unterland die verdiente Ehre zuteil wurde. Aber im Spiel sahen sie sich nicht in einer Statistenrolle.

Das deutete schon der junge Bach­ofner mit dem frühen 1:0 an. Und das unterstrichen die arg dezimierten Zürcher mit ihrer Reaktion, nachdem sie 1:2 in Rückstand geraten waren. Wick glich kurz vor der zweiten Pause aus, und als im dritten Abschnitt auch noch der 32-Jährige ausfiel (das Knie, Diagnose noch offen), hielt das die Lions nicht von einem kräftigen Endspurt zum 4:2-Sieg ab. Es war ihr dritter im vierten Duell mit dem Meister und Leader, neun von zwölf möglichen Punkten haben sie diese ­Saison gegen den SCB geholt.

Kossmanns Erleichterung

Coach Hans Kossmann war danach die Erleichterung anzusehen. «Diesmal wurden wir dafür belohnt, dass wir stets dranblieben», sagte er. «Anders als gegen Fribourg.» Und er verwies darauf, dass sein Team in Bern kein Tor bei fünf gegen fünf Feldspielern zuliess. Beide Gegen­treffer fielen in der 30. Minute – in ­doppelter und einfacher Unterzahl.

Ursprung war ein Wechselfehler, nicht der erste unter Kossmann. Doch der Coach gab sich grosszügig: «Die Jungen sind zu früh aufs Eis gestürmt», sagte er. «Sie sind eben ehrgeizig.» Weil auch noch Schäppi für Haken auf die Strafbank musste, spielten die Zürcher plötzlich mit drei gegen fünf.

Im Powerplay liessen die SCB-Stars ihre Klasse aufblitzen, trafen Noreau und Scherwey innert 29 Sekunden. In den Minuten danach mussten die Zürcher untendurch, doch sie fingen sich wieder. Und Wicks Ausleich in der 39. Minute, nach brillantem Zuspiel Petterssons in Überzahl, liess sie mit einem guten Gefühl in die zweite Pause gehen. Danach entschieden Pestoni (47.) und Pettersson (57.) mit ihren Toren die Partie. Der Schwede, der nie stillsteht, bewies erneut seinen Wert für dieses Team als Antreiber und Goalgetter.

Darunter, dass seine Landsleute Wallson und ­Johansson gehen mussten, scheint er nicht zu leiden. «So ist das Business», sagte er schulterzuckend. «Wir hatten gute Spiele unter ihnen, aber nicht ­genug davon. Doch natürlich stellt uns das auch als Team ein schlechtes Zeugnis aus.» Kossmann habe einige taktische Dinge verändert, die er nicht ver­raten wolle, so Pettersson. «Entscheidend ist, dass jeder genau weiss, was er auf dem Eis tun muss.» Die Richtung stimme jedenfalls.

Pettersson dürfte bleiben

Und welchen Weg nimmt Pettersson? Bleibt er bei den ZSC Lions? «Zu meiner Vertragssituation möchte ich mich nicht äussern», sagt er. «Ich kann nur festhalten, dass es mir sehr gut beim ZSC gefällt, obschon wir noch nicht den Erfolg hatten, den wir uns wünschen. Jeder ist in diesem Club mit Herz ­dabei.» Hinter den Kulissen laufen die Verhandlungen mit dem 30-Jährigen. Die Lions werden es zu verstehen wissen, ihn in Zürich zu halten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.01.2018, 23:20 Uhr

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