NHL setzt ein Zeichen für Schwule

Nachdem ein Spieler auf dem Eis eindeutig homophobe Äusserungen gemacht hat, reagiert die Liga und statuiert ein Exempel.

Andrew Shaw muss sich vor versammelter Presse erklären.

Andrew Shaw muss sich vor versammelter Presse erklären. Bild: Keystone

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Es passierte im vierten NHL-Playoff-Spiel der Chicago Blackhawks gegen die St. Louis Blues. Der Blackhawks-Center Andrew Shaw kassiert zwei Minuten vor Ende des Spiels eine Strafe. Chicago liegt zu diesem Zeitpunkt 3:4 zurück. Auf dem Weg zur Strafbank verliert Shaw völlig die Fassung und zeigt seine beiden Mittelfinger in Richtung Schiedsrichtergespann. Nachdem er Platz genommen hatte, kamen zudem eindeutig homophobe Worte aus seinem Mund. Er nannte den Schiedsrichter eine Schwuchtel. Kurz nach dem Spiel behauptete er, sich nicht mehr an das Gesagte erinnern zu können.

Nachdem er die Szene noch einmal auf Video gesehen hatte, entschuldigte sich der Kanadier dann aber vor versammelter Presse: «Ich bin nicht so ein Typ Mann. Ich bin sauer auf mich selbst. Solche Dinge sage ich eigentlich nicht.» Es sei Zeit, alle Menschen gleich zu behandeln und keine solchen Wörter zu benutzen, stammelte Shaw nach dem Spiel.

Seine Entschuldigung bewahrt den Kanadier aber nicht vor einer Spielsperre. Shaw wird seinem Team wegen dieser Aktion im fünften und vielleicht entscheidenden Playoff-Spiel nicht zur Verfügung stehen. Zudem muss er eine Busse von 5000 Dollar zahlen.

«Wir können ein solches Verhalten nicht durchgehen lassen. Auch wenn sich der Spieler entschuldigt, müssen wir ihn zur Verantwortung ziehen», sagte ein NHL-Offizieller nach dem Spiel. Dies wahrscheinlich auch vor dem Hintergrund der bereits vierjährigen Partnerschaft der NHL mit der Kampagne «You Can Play». Dieses Projekt will erreichen, dass Athleten nach ihrem Talent und ihrer Arbeit bewertet werden und nicht nach ihrer sexuellen Orientierung oder ihrem Geschlecht. Die Suspendierung von Andrew Shaw ist ein klares Zeichen der Liga gegen Homophobie und Diskriminierung.

Erstellt: 22.04.2016, 18:59 Uhr

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