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Die Niederlage selber eingeleitet

Die ZSC Lions unterliegen beim heimstarken EV Zug 1:3. Vor allem wegen des erneut schwachen Startdrittels.

ZSC-Goalie Niklas Schlegel und Verteidiger Mathias Seger (r.) versuchen den Zuger Carl Klingberg zu stoppen.
ZSC-Goalie Niklas Schlegel und Verteidiger Mathias Seger (r.) versuchen den Zuger Carl Klingberg zu stoppen.
Alexandra Wey, Keystone

Wer nach der Partie nur wenig Zeit hatte, um ein Interview mit einem ­Exponenten der ZSC Lions zu führen, musste unverrichteter Dinge wieder abziehen. Lange blieb die Garderobentür geschlossen, und obwohl die Wände in der Bossard-Arena hervorragend isoliert sind, drangen laute Gesprächsfragmente nach draussen. Auf Englisch. Diskussionsbedarf gab es genügend, vor allem bezüglich des Startdrittels. Als Hans Kossmann schliesslich vor die ­Medien trat, liess sein Urteil zu den ­ersten zwanzig Minuten an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: «Wir waren überhaupt nicht bereit, das war eine ­Katastrophe.»

Man konnte es ihm ansehen: Er war es leid, einmal mehr darüber Auskunft zu geben, wie sein Team auf einen verpatzten Spielbeginn reagieren musste. 2:0 stand es für Zug nach zwanzig Minuten, und das Resultat schmeichelte den Gästen noch. Der ZSC hatte ausser einem Abschluss von Jérôme Bachofner, den Tobias Stephan mit einem olympiawürdigen Reflex entschärfte, keine zwingende Möglichkeit. Es war das achte Startdrittel unter dem Kanada-Schweizer, und nur gerade eines – beim 4:2 in Bern – konnte der ZSC mit einer Führung beenden. Statistikfan ­Kossmann tat sich mit der Analyse ­dieses Fakts schwer: «Das können nur die Spieler erklären.»

McIntyre wie beim Nachtslalom

Beim 3:0 kurz nach der Pause konnte sich David McIntyre fühlen wie beim Nachtslalom in Schladming, er umkurvte alle vier Gegenspieler wie Stangen. Auf der Sünderbank sass Fredrik Pettersson, der in praktisch allen Statistiken zur Spitzengruppe gehört, unnötigerweise allerdings auch bei den «unnötigen Fouls in der Offensivzone». Niklas Schlegel löste anschliessend den bei ­allen drei Gegentoren unglücklich aussehenden Lukas Flüeler ab.

Die anschliessende optische Verbesserung brachte ausser dem 1:3 keinen zählbaren Erfolg mehr. Dies, obwohl sich die Lions im Mittelabschnitt 16:4 Torschüsse notieren liessen. «Der Aufwand, den wir brauchen, um ein Tor zu erzielen, ist viel zu gross», sagte Kossmann. Alles wollte er allerdings nicht schlechtreden: «Die Reaktion war sehr gut, meine Spieler versuchen es ja. Aber wir müssen schnellstmöglich über 60 Minuten stabil werden.»

Unter dem Level

Beide Teams werden in zwei Wochen für verschiedene Nationen je sechs Spieler nach Pyeongchang entsenden. Für Schlagzeilen sorgte aber beim vorentscheidenden 2:0 ein Zuger Trio, das in den letzten Tagen den Frust einer Olympia-Nichtnomination verarbeiten musste. Zuerst traf Lino Martschini nach starker Vorlage von Reto Suri nur die Latte, in der gleichen Aktion lenkte der Flügel eine Vorlage von David McIntyre unhaltbar ab. Beim ZSC konnten sich andere designierte Leistungsträger zu selten auszeichnen. «Wir haben zu viele Spieler, die schon zu lange unter ihrem Level spielen», sagte Kossmann.

Als Beispiel für Spieler, die mehr bringen müssen, nannte er Chris Baltisberger, Mike Künzle oder auch Suter, den Schützen des Ehrentores. Er hätte aber auch weitere nennen können. Und dass seine Geduld bald reisst, bekam Inti Pestoni zu spüren: Der Leventiner war nur 13. Stürmer. Aus Zürcher Sicht gab es nur zwei positive Nachrichten: Mit Roman Wick, Fabrice Herzog und Pascal Pelletier kehrte ein Trio zurück, und aufgrund der Niederlage von Langnau in Biel beträgt der Vorsprung auf den Trennstrich nach wie vor sieben Punkte. Dass dies erwähnt werden muss, sagt viel über den Zustand der ZSC Lions aus.

Zug - ZSC Lions 3:1 (2:0, 1:1, 0:0)

6762 Zuschauer. SR Massy/Mollard, Castelli/Gnemmi. – Tore: 9. Diaz (Klingberg, McIntyre) 1:0. 19. Suri (McIntyre, Martschini) 2:0. 23. McIntyre (Stalberg/Ausschluss Pettersson) 3:0 (Eigentor Klein). 25. Suter (Geering/Ausschluss Schlumpf) 3:1. – Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Zug, 2mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions. – Zug: Stephan; Diaz, Morant; Thiry, Alatalo; Schlumpf, Leeger; Helbling, Geisser; Klingberg, McIntyre, Suri; Martschini, Holden, Stalberg; Lammer, Diem, Senteler; Schnyder, Kast, Haberstich. – ZSC Lions: Flüeler/Schlegel (ab 23.); Sutter, Geering; Klein, Phil Baltisberger; Seger, Guerra; Pettersson, Suter, Herzog; Künzle, Vey, Wick; Chris Baltisberger, Schäppi, Kenins; Hinterkircher, Prassl, Bachofner; Pestoni; Pelletier. – Bemerkungen: Zug ohne Zehnder (krank), Roe und Grossmann. ZSC Lions ohne Blindenbacher, Karrer, Korpikoski, Marti, Nilsson, Sjögren und Shore (alle verletzt). - Pfosten-/Lattenschüsse: 7. Senteler, 19. Martschini. - 34. Tor von Klein wegen Offside aberkannt. - ZSC ab 58:00 ohne Goalie.

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