Die Revolution findet nicht statt

Der ZSC zieht vorerst keine personellen Konsequenzen. Sportchef Salis darf bleiben.

Morris Trachsler muss den ZSC verlassen und dürfte bei Kantonsrivale Kloten unterkommen.

Morris Trachsler muss den ZSC verlassen und dürfte bei Kantonsrivale Kloten unterkommen. Bild: Keystone

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Kaum war die ZSC-Saison vorbei, ­kursierten die ersten Gerüchte. Ronalds ­Kenins wechsle zu Lugano, wo sein ­früherer ZSC-Mentor Bob Hartley übernehme, hiess es. Dann meldeten mehrere Medien, der Lette werde künftig für Lausanne stürmen. «Blödsinn», dementierte Edgar Salis – und zeigte ein SMS, in dem Lausanne-Sportchef Jan Alston betonte, er habe mit diesen Meldungen nichts zu tun.

Aber wo Rauch ist, gibt es oft auch Feuer. Der enttäuschende ­Kenins dürfte einer jener Spieler sein, bei denen sich die ZSC Lions überlegen, ob sie ihn nicht trotz weiterlaufenden Vertrags ziehen lassen wollen.

Trachsler wohl zu Kloten

Stand heute haben die Zürcher für nächste Saison 2 Goalies, 8 Verteidiger und 12 Stürmer unter Vertrag. Neu kommt aus Biel Verteidiger Dave Sutter, vom Farmteam erhielten die Angreifer Mattia Hinterkircher und Jérôme Bachofner Profiverträge. Von den Ausländern hat nur Mattias Sjögren einen weiter­laufenden Kontrakt. Und der Schwede, der sich zuletzt mit Leistenproblemen plagte, darf bleiben. Man kann davon ausgehen, dass ein oder zwei ausländische Center dazukommen. Morris Trachs­ler muss gehen und dürfte zu Kloten ­wechseln. Eine Offerte des SC Bern schlug der 32-Jährige aus, er möchte im Raum ­Zürich bleiben.

Obschon Salis zuletzt bei Transfers glücklos agierte, sitzt er fest im Sattel. CEO Peter Zahner sagt: «Er ist ein sehr guter Sportchef, ist bestens vernetzt. Das hat er sich über die Jahre erarbeitet. Es gibt keine Ausbildung für Sportchefs, die Fertigkeiten dazu muss man sich im Job aneignen. Salis brauchte ein, zwei Jahre, um sich einzuleben. Nun macht er seine Arbeit sehr gut.» Sofortmass­nahmen gebe es nach dem Playoff-Aus keine, betont Zahner: «Jetzt müssen wir zuerst einmal die Emotionen herunterfahren und viele Gespräche führen.» Die Revolution findet nicht statt.

Wie reagieren die Zuschauer?

Zahner ist sich aber bewusst, dass es nach dem erneut enttäuschenden Playoff ein Signal braucht: «Wir müssen dem Fan aufzeigen, dass wir die richtigen Schlüsse ziehen.» Der Zuschauerschnitt sank nach dem letztjährigen Viertel­final-Out gegen Bern von der Rekordmarke von 9818 auf 9214 – jetzt droht ein weiterer Rückgang. Weil die Lions den Halbfinal verpassten, dürften ihnen aus Ticket­einnahmen und Sponsoring- und Marketingerträgen zwischen 500 000 und 800 000 Franken ­entgehen.

Immerhin läuft hinter den Kulissen alles nach Plan, was ihr Stadionprojekt in Altstetten betrifft. Aktuell wird am Gestaltungsplan gefeilt, im April soll er ­öffentlich aufgelegt werden. Als Bezugstermin gilt weiterhin 2022.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.03.2017, 22:12 Uhr

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