Zum Hauptinhalt springen

Die Schweiz spielt um den Kopf des Trainers

Die Schweizer Eishockey-Nati kämpft an der A-WM nicht nur um den Viertelfinaleinzug und um das Olympia-Ticket 2014. Das Turnier ist auch wegweisend für die Zukunft des Coaches.

Philippe Gaydoul, der Präsident der Swiss Ice Hockey Federation (SIHF), hat die Forderung auf markante Weise kommuniziert. Mark Streit, der Captain der Nationalmannschaft, hat es kürzlich an dieser Stelle betont. Von dieser ausgeglichenen, personell gut besetzten Schweizer WM-Equipe darf man, ja muss man einen Platz unter den Top-Acht-Nationen erwarten. Gewiss, die Schweiz absolviert gleich dreimal zwei Partien in zwei Tagen, dazu trifft sie jeweils im zweiten Duell auf einen Gegner, der am Vortag einen Ruhetag genossen hat. Aber NHL-Profi Streit sagt klipp und klar: «Der Spielkalender darf uns nicht von unserem Weg abbringen.»

Streit, der erstmals unter Sean Simpson eine WM bestreitet, denkt dabei nicht an das Zitat von Konfuzius «Der Weg ist das Ziel», sondern er nimmt den internationalen Stellenwert des Schweizer Eishockeys als Vergleich. Aufsteiger Kasachstan, Weissrussland, Titelverteidiger Finnland, Kanada, Frankreich, Slowakei und die USA heissen die Gruppengegner der Schweiz, die Platz 7 im Ranking einnimmt. Aufgrund der hierarchischen Verhältnisse in dieser Sportart ist die Aufgabe Viertelfinal für das Simpson-Team fürwahr lösbar und gleichzeitig das Minimalziel.

Olympia im Hinterkopf

Die Schweizer WM-Delegation strebt ab morgen in Finnlands Metropole nicht nur den Einzug in den K.-o.-Wettbewerb an, für den Rang 4 in der Gruppe A genügen würde. Es geht auch um die direkte Qualifikation für das olympische Turnier in Sotschi. Die ersten neun Nationen in der Weltrangliste nach dieser WM haben die Fahrkarte für die Spiele 2014 bereits in der Tasche. Ansonsten droht der Gang durch die Qualifikationsmühlen. Auf diesen Umweg würden SIHF und National League liebend gerne verzichten; die Spieler ebenfalls.

Aber nicht nur die Mannschaft steht im Norden Europas unter Druck, sondern auch der Personalchef. Simpson führt nach einem 5. und 9. Rang die Schweiz zum dritten Mal an eine WM. Dem heutigen Geburtstagskind (52) steht zusammen mit seiner grossen Entourage das wohl ausgeglichenste und nominell beste Schweizer WM-Team überhaupt zur Verfügung. Schafft der erfahrene Headcoach, der einen Vertrag bis Frühling 2014 hat, die Hürde Viertelfinal nicht, dann ist die Mission Helsinki gescheitert und sein Job durchaus gefährdet. Denn Gaydoul, der sich mehr als Manager denn als Obmann eines Verbandes sieht, gilt als Macher. Im Falle eines Misserfolgs scheut sich der erfolgsorientierte Unternehmer nicht, personelle Konsequenzen zu ziehen. Nicht nur Gaydoul sähe es allerdings lieber, Simpsons Männer würden in Skandinavien zu einem Höhenflug ansetzen. Die Voraussetzungen dazu wären eigentlich gegeben.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch