Knapper geht nicht – ZSC und SCB siegen

Zum Sieg gezittert: Die ZSC Lions wie auch Bern gewinnen ihre Spiele nur mit einem Tor Unterschied. Kloten verliert trotz 2:0-Führung

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die ZSC Lions haben nach zuletzt schwachen Auftritten einiges gutzumachen - und sie taten im Heimspiel gegen Davos einen energischen Schritt in die richtige Richtung. Im Gegensatz zum peinlichen 1:5 gegen Kloten und dem offensiv harmlosen Auftritt beim Champions-League-Out gegen Liberec machten die Zürcher diesmal vieles richtig.

Die vorentscheidenden Szenen spielten sich im Mitteldrittel ab. Der PostFinance-Topskorer Roman Wick (1 Tor, 2 Assists), dem die Davoser viel zu viel Platz liessen, überlistete in der 24. Minute Goalie Gilles Senn von hinter dem Tor. Danach kamen beide Teams in einer spektakulären Phase zu Torchancen in Hülle und Fülle. Es war aber die GCK-Lions-Leihgabe Pascal Pelletier, die in der 36. Minute mit viel Einsatz das 3:1 erzielte.

Dass beim Team von Coach Hans Wallson aber einiges im Argen liegt, zeigten sie im Schlussdrittel. Nachdem sie aus fünf Minuten in Überzahl nichts Zählbares herausgeholt hatten, liessen sie das ersatzgeschwächte Davos nochmals ins Spiel. Verteidiger Fabian Heldner brachte die Bündner zwölf Minuten vor Schluss auf einen Treffer heran. Trotz einiger guter Chancen gelang die Wende aber nicht. Dank des wertvollen Sieges - dem ersten in dieser Saison gegen Davos - verbesserte sich der ZSC wieder auf den dritten Platz.

Erster Saisonsieg für Bern gegen Lugano

Der Leader SC Bern setzte sich im Spitzenkampf gegen Lugano zu Hause 2:1 durch und baute den Vorsprung auf die zweitplatzierten Bianconeri auf zehn Punkte aus.

Es war für den SCB im dritten Saisonduell gegen Lugano der erste Sieg. Im Heimspiel Mitte September hatte der Schweizer Meister bis zur 50. Minute 4:1 geführt, ehe er noch 4:5 nach Penaltyschiessen unterlag. Überhaupt ist bei den Bernern das Verwalten von Vorsprüngen so eine Sache. Vor der Partie gegen Lugano hatten sie die letzten drei Spiele vor heimischem Publikum allesamt verloren, wobei sie zweimal ein 3:0 und einmal ein 3:1 aus der Hand gaben.

Anschlusstreffer fällt zu spät

Diesmal liess das Team von Trainer Kari Jalonen nach dem 2:0 (35.) nur noch den Anschlusstreffer durch Sebastian Reuille (51.) zu. Den ersten Berner Treffer erzielte Thomas Rüfenacht in der 14. Minute nach einem Konter, wobei er Luganos Keeper Elvis Merzlikins bei einer 2:1-Situation in der nahen Ecke erwischte. Für das 2:0 zeichnete PostFinance-Topskorer Andrew Ebbett mit einem verwandelten Penalty verantwortlich. Zunächst sah es aus, als könnte Merzlikins den Schuss parieren, ehe der Puck doch noch ins Tor kullerte.

Mit dem ersten Sieg nach 60 Minuten im Dezember in der heimischen Liga zeigte Bern eine gute Reaktion auf das nicht zwingende Scheitern am Dienstag im Viertelfinal der Champions Hockey League gegen den schwedischen Leader Växjö (Gesamtskore 5:6). Lugano dagegen erlitt die erste Auswärtsniederlage nach vier Siegen in Folge auf fremdem Eis.

Langnauer mit zwei Toren in letzten 25 Sekunden

Die SCL Tigers bleiben im Hoch: Die Emmentaler gewinnen bei Fribourg-Gottéron 3:1. Das entscheidende Tor erzielte der Schwede Andreas Thuresson 25 Sekunden vor Schluss. Es war einmal, da führte Fribourg-Gottéron die Tabelle an. Aktuell befinden sich die Freiburger aber im freien Fall, der schon bald unter dem Strich münden könnte. Gegen die SCL Tigers verloren die Freiburger zum sechsten Mal in den letzten acht Spielen.

Sie stellten sich allerdings auch äusserst dumm an. 2:50 Minuten vor Schluss erhielt das Team von Coach Mark French die goldene Chance, Powerplay zu spielen. Die Freiburger machten nichts daraus und liessen sich 25 Sekunden vor Schluss wie Schulbuben überlaufen. Thuresson, der im vierten Spiel seit seiner Ankunft im Emmental zum dritten Mal traf, sagte danke. Sieben Sekunden fiel noch das 1:3 der zum dritten Mal in Folge siegreichen Langnauer ins leere Tor.

Die Freiburger konnten die Verunsicherung nach den vielen Niederlagen der letzten Wochen nicht kaschieren. Zwar kehrte der defensive Spielmacher Yannick Rathgeb ins Team zurück, offensiv gelang jedoch herzlich wenig. Auch die SCL Tigers agierten allerdings wenig zielstrebig. Es dauerte deshalb mehr als ein halbes Spiel lang, ehe es doch noch Tore gab. Diese fielen im Mitteldrittel innerhalb von 98 Sekunden durch Anton Gustafsson und John Fritsche.

Servette behält die Vorherrschaft am Genfersee

Genève-Servette gewann das Léman-Derby gegen Lausanne zum dritten Mal in Folge. Im letzten Drittel liessen sich die Waadtländer dreimal mit schnellen Gegenstössen übertölpeln und verloren 3:5. Wie am Dienstag in Biel geriet Lausanne bereits früh ins Hintertreffen. Diesmal hatten die Waadtländer aber durchaus Chancen auf die Wende, im letzten Drittel liessen sie sich aber bei Kontern immer wieder überlaufen. Tiefpunkt war das letztlich siegbringende Tor zum 2:4, das Kevin Romy in Unterzahl erzielte.

Dabei hatte Lausanne im Mitteldrittel aus einem 0:1 eine 2:1-Führung gemacht. Diese hatte jedoch nur gerade 21 Sekunden Bestand, dann glich Doppel-Torschütze Damien Riat für Servette aus. Im letzten Drittel agierte Lausanne dann defensiv - in früheren Jahren die grosse Stärke - absolut anfängerhaft.

Die finanziell angeschlagenen Genfer sind damit auf dem Eis wesentlich erfolgreicher als die enttäuschenden Lausanner, denen man viel mehr zugetraut hatte und die bereits einmal den Trainer (von Dan Ratushny zu Yves Sarault) gewechselt haben. Im fünften Saisonduell am Genfersee schwangen sie zum vierten Mal obenaus - und das im dritten Spiel in vier Tagen. Dank dem fünften Sieg in den letzten sechs Spielen hat sich Servette über dem Strich etabliert und den Anschluss an das Mittelfeld geschafft.

ZSC Lions - Davos 3:2 (1:1, 2:0, 0:1) 9565 Zuschauer. - SR Tscherrig/Wiegand, Altmann/Kovacs. Tore: 8. Suter (Wick, Klein) 1:0. 13. Frehner (Dino Wieser) 1:1. 24. Wick (Shore, Geering) 2:1. 36. Pelletier (Wick) 3:1. 49. Heldner (Little) 3:2. Strafen: 3mal 2 plus 10 (Sjögren) Minuten gegen die ZSC Lions, 1mal 2 plus 5 (Forrer) Minuten plus Spieldauer (Forrer) gegen Davos. PostFinance-Topskorer: Wick; Little. ZSC Lions: Schlegel; Geering, Sutter; Klein, Phil Baltisberger; Karrer, Seger; Guerra; Chris Baltisberger, Schäppi, Herzog; Wick, Suter, Shore; Künzle, Sjögren, Pestoni; Pelletier, Prassl, Hinterkircher. Davos: Senn; Schneeberger, Paschoud; Forrer, Aeschlimann; Heldner, Jung; Kindschi, Grossniklaus; Marc Wieser, Corvi, Ambühl; Sciaroni, Johansson, Little; Frehner, Egli, Dino Wieser; Simion, Walser, Jörg. Bemerkungen: ZSC Lions ohne Pettersson, Korpikoski (Nationalmannschaft), Kenins, Blindenbacher, Nilsson, Flüeler, Marti (alle verletzt) und Mirana (U20-Nationalmannschaft), Davos ohne Nygren (Nationalmannschaft), Rödin, Kessler, Lindgren, Kousal, Du Bois (alle verletzt), Eggenberger und Barandun (beide U20-Nationalmannschaft). Timeout Davos (60.), von 59:20 bis 59:52 ohne Goalie. Pestoni im 2. Drittel verletzt ausgeschieden

Bern - Lugano 2:1 (1:0, 1:0, 0:1) 16'333 Zuschauer. - SR Diepietro/Koch, Progin/Wüst. Tore: 15. Rüfenacht (Haas, Burren) 1:0 35. Ebbett (Penalty) 2:0. 51. Reuille (Walker) 2:1. Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Bern, 4mal 2 Minuten gegen Zug. PostFinance-Topskorer: Ebbett; Fazzini. Bern: Genoni; Untersander, Blum; Andersson, Gerber; Kamerzin, Krueger; Burren; Bodenmann, Arcobello, Rüfenacht; Raymond, Haas, Scherwey; Kämpf, Ebbett, Pyörälä; Berger, Hischier, Randegger. Lugano: Merzlikins; Wellinger, Vauclair; Sanguinetti, Ronchetti; Chiesa, Sartori, Kparghai; Fazzini, Lapierre, Bertaggia; Bürgler, Sannitz, Klasen; Brunner, Cunti, Hofmann; Walker, Romanenghi, Morini; Reuille. Bemerkungen: Bern ohne Meyer (krank), Morin (überzähliger Ausländer), Noreau (Team Canada), Heim (U20-Nationalteam) und Moser. Lugano ohne Furrer, Ulmer (alle verletzt), Lajunen (Nationalteam Finnland) und Riva (U20-Nationalteam). - Pfosten-/Lattenschüsse: 2. Klasen, 2. Kämpf, 58. Haas. - Timeouts: Lugano (58:06); Bern (59:13). - Lugano von 58:06 bis 58:14 und ab 58:30 ohne Goalie.

Fribourg-Gottéron - SCL Tigers 1:3 (0:0, 1:1, 0:2) 5735 Zuschauer. - SR Oggier/Stricker, Bürgi/Schüpbach. Tore: 31. Gustafsson (Erkinjuntti/Ausschluss Birner) 0:1. 33. Fritsche (Rivera, Chavaillaz) 1:1. 60. (59:36) Thuresson 1:2. 60. (59:54) Pascal Berger (Gagnon, Thuresson) 1:3 (ins leere Tor). Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Fribourg, 4mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers. PostFinance-Topskorer: Birner; Erkinjuntti. Fribourg-Gottéron: Waeber; Kienzle, Stalder; Rathgeb, Chavaillaz; Kühni, Abplanalp; Mottet, Slater, Birner; Rossi, Bykow, Devos; Fritsche, Rivera, Vauclair; Meunier, Schmutz, Marchon; Neuenschwander. SCL Tigers: Punnenovs; Zryd, Seydoux; Huguenin, Blaser; Lardi, Erni; Randegger; Thuresson, Gustafsson, Erkinjuntti; Elo, Gagnon, Dostoinow; Kuonen, Pascal Berger, Neukom; Gerber, Albrecht, Haas. Bemerkungen: Fribourg ohne Cervenka, Glauser, Schilt, Sprunger (alle verletzt), Brust und Holös (beide Nationalmannschaft), SCL Tigers ohne Nüssli, Stettler, Peter, Nils Berger (alle verletzt), Koistinen und Himelfarb (überzählige Ausländer). Timeout Fribourg (49.). Fribourg von 59:41 bis 59:54 ohne Goalie.

Lausanne - Genève-Servette 3:5 (0:1, 2:1, 1:3) 6556 Zuschauer. - SR Urban/Wehrli, Fluri/Küng. Tore: 6. Riat (Loeffel, Richard/Ausschluss Borlat) 0:1. 32. Pesonen (Froidevaux) 1:1. 39. (38:07) Danielsson (Miéville, Genazzi/Ausschluss Richard) 2:1. 39. (38:28) Riat (Forget) 2:2. 48. Richard 2:3. 52. Romy (Ausschluss Rubin!) 2:4. 54. Danielsson (Genazzi/Ausschluss Richard) 3:4. 57. Rod 3:5. Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Lausanne, 6mal 2 Minuten gegen Servette. - PostFinance-Topskorer: Jeffrey; Richard. Lausanne: Zurkirchen; Genazzi, Fischer; Gernat, Borlat; Schelling, Frick; Thévoz; Zangger, Froidevaux, Pesonen; Vermin, Jeffrey, Danielsson; Ryser, Miéville, Herren; Kneubuehler, In-Albon, Conz; Roberts. Genève-Servette: Descloux; Vukovic, Petschenig; Wick, Loeffel; Jacquemet, Heinimann; Wyniger; Riat, Rubin, Rod; Da Costa, Richard, Spaling; Schweri, Romy, Simek; Traber, Forget, Douay; Holdener. Bemerkungen: Lausanne ohne Nodari, Walsky, Gobbi, Trutmann (alle verletzt) und Junland (Nationalmannschaft), Servette ohne Fransson, Tömmernes (beide Nationalmannschaft), Bezina, Mercier, Almond, Bays, Gerbe, Hasani, Massimino, Mayer (alle verletzt) und Trainer Woodcroft (Nationalmannschaft). Vermin und Borlat im 1. Drittel verletzt ausgeschieden. Timeout Lausanne (52.). Schweigeminute für Zarley Zalapski, ehemaliger Spieler von Lausanne. (jul/SDA)

Erstellt: 15.12.2017, 19:19 Uhr

Artikel zum Thema

Kein Schweizer Duell im Halbfinal

Der SC Bern verpasst in der Champions League den Einzug in die Halbfinals ebenso wie der ZSC. Die Berner scheitern an Växjö, die Lions an Bili Tygri Liberec. Mehr...

Die ZSC Lions und der Hammermann

2:5 in Biel, 1:5 gegen Kloten – die Zürcher zahlen den Tribut für ihre Verletzungswelle und intensive Wochen. Doch Zeit zum Ausruhen bleibt nicht, es folgt am Dienstag Liberec. Mehr...

Der EHC Kloten zieht den Löwen die Zähne

Derby-Überraschung: Tabellenschlusslicht Kloten deklassiert die ZSC Lions im Hallenstadion mit 5:1. Der SC Bern beendet in Lausanne seine Negativserie dank eines 3:2-Sieges nach Verlängerung. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Mamablog Papas Notenverweigerung

Geldblog Investieren Sie 3.-Säule-Gelder vorsichtig

Die Welt in Bildern

Reparaturen am Schiff: Ein Mann arbeitet auf einer Werft entlang des Buriganga Flusses am südlichen Rand der Stadt Dhaka in Bangladesch. (15. Oktober 2019)
(Bild: Zakir Hossain Chowdhury/NurPhoto/Getty Images) Mehr...