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Die ZSC Lions brechen aus

Beim 6:1 über die SCL Tigers feiern die Zürcher ihren ersten Dreipunkte-Sieg seit der Vorweihnachtszeit. Weil ihr Powerplay endlich wieder funktioniert.

Simon Graf
Bieler und Zuger kämpfen um jede Scheibe. Es fallen viele Tore auf beiden Seiten, ein Offensivspektakel.
Bieler und Zuger kämpfen um jede Scheibe. Es fallen viele Tore auf beiden Seiten, ein Offensivspektakel.
Das Spiel zwischen Genf und Bern ist zerfahren. Jeder Scheibengewinn ist harte Arbeit.
Das Spiel zwischen Genf und Bern ist zerfahren. Jeder Scheibengewinn ist harte Arbeit.
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Kürzlich sagte Rikard Grönborg mit ernstem Gesicht: Wenn einige Spieler aus- und das Toreschiessen schwerfallen würden, brauche man ab und zu einen Treffer in Überzahl. Und der Mann, der zweimal Weltmeister wurde mit Schweden, versteht etwas vom Eishockey.

In Langnau funktionierte das ehemals beste Powerplay der Liga erstmals seit längerem wieder wunschgemäss, und so feierten die ZSC Lions ihren ersten Dreipunkte-Sieg seit sieben Spielen und einem 3:0 in Freiburg in der Vorweihnachtszeit.

So klar das Resultat ausfiel, die Weichen zum Sieg stellten die Zürcher primär mit einem Mann mehr: Pettersson (11.) glich in Überzahl mit einem wuchtigen Schuss zum 1:1 aus, Chris Baltisberger (39.) lenkte kurz vor der zweiten Pause zum wegweisenden 3:1 ab. Somit nützten die Lions zwei von drei Langnauer Strafen zu Toren, derweil der Gegner all seine vier Chancen verstreichen liess. In den drei Spielen zuvor waren die Zürcher ohne Powerplaytor geblieben, was auch mit der Absenz von Regisseur Roe zu erklären ist.

Für einmal belohnt

Der Amerikaner, der inzwischen mit dem Noro-Virus im Bett liegt, fehlte an der Ilfis zum vierten Mal in Serie. Doch die Lions machten dies von Beginn weg mit einer enormen Laufbereitschaft wett. 16:5 lautete das Schussverhältnis im Startdrittel, 41:21 am ganzen Abend.

Und für einmal wurde das Team Grönborgs für seinen grossen Aufwand belohnt. Das 4:1 Hollensteins (45.) war bereits die Entscheidung, danach gaben sich die SCL Tigers auf. Wie frei Noreau (48.) und Schäppi (51.) bei den weiteren ZSC-Toren zum Schuss kamen, dürfte Langnaus Coach Heinz Ehlers die Nackenhaare aufgestellt haben. Galten die Tigers unter dem Dänen lange als defensiv äusserst solide, erinnert ihre Abwehr gegen die ZSC Lions in dieser Saison eher an löchrigen Emmentaler Käse. In vier Spielen gegen die Zürcher haben sie 19 Tore zugelassen, fast fünf im Schnitt. Und inzwischen haben die Tigers vier ihrer letzten fünf Spiele verloren.

Backmans diskretes Debüt

Bei den ZSC Lions gab in Abwesenheit Roe und des angeschlagenen Krüger dessen Landsmann Backman von den GCK Lions ein unauffälliges Debüt. Grönborg hatte lange zugewartet, bis er dem 28-Jährigen das erste ZSC-Spiel zugestand, um nicht ohne Not eine weitere Ausländerlizenz zu vergeben. Sechs von acht sind nun weg, was Sportchef Sven Leuenberger im Hinblick aufs Playoff immer noch etwas Raum lässt. Letzte Saison hatte Backman in 16 ZSC-Spielen 11 Punkte geskort. Einer der besten Spieler in der Swiss League ist er eine Liga höher ein valabler Erstzausländer, der einmal einspringen kann. Mehr aber nicht.

Backman ergänzte den neu gebildeten Paradesturm mit Suter und Pettersson. Topskorer Suter rückte in die Mitte und zeigte die gewohnt gute Partie. «In einigen Momenten liessen wir zu viel zu, aber da rettete uns Ortio», resümierte er. «Wichtig war, dass wir im Powerplay reüssierten und unser Boxplay so stark war.» Und es habe nach fünf Overtimes in Serie auch einmal gut getan, nicht bis zum Ende zittern zu müssen.

Weil Leader Servette seine verblüffende Serie fortsetzte, beim 2:1 über den SC Bern den siebten Sieg nacheinander feierte, reichte es den ZSC Lions nicht zurück an die Spitze. Aber vielleicht war dieser Kantersieg ja der Auftakt zu wieder besseren Zürcher Zeiten. Nach einem freien Wochenende geht es am Dienstag im Hallenstadion erneut gegen die Tigers weiter.

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