Die ZSC Lions erstmals trittsicher

Mit einem 3:0-Heimsieg gegen Biel verschafften sich die Zürcher vor den Augen von Ueli Steck zwei Halbfinalpucks.

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Bei den ZSC Lions liess man sich etwas Besonderes einfallen, um die Spieler auf die Herausforderung Playoff vorzubereiten. Sportchef Edgar Salis, fasziniert von der rasanten Besteigung Ueli Stecks der Eiger-Nordwand, zeigte Coach Marc Crawford ein Video davon. Und der nahm das Thema mit dem Team auf. So behände, so trittsicher, so fokussiert wie Steck, der die Eiger-Nordwand 2008 in 2 Stunden und 47 Minuten bewältigte, sollten die Zürcher im Playoff voranschreiten. Der Einstieg gelang ihnen zwar nicht, es drohte gegen Biel schon früh das Ende der Mission Titelverteidigung. Doch nun scheinen sie ihren Tritt gefunden zu haben. Beim 3:0 in Spiel 5 traten sie erstmals souverän auf – und das vor den Augen von Ueli Steck.

Der Bergsteiger, der am Nachmittag zu den Novizejunioren der ZSC Lions sprach, nahm die Einladung ins Hallenstadion gerne an. Und nach der Partie stattete er, braun gebrannt, wie man das erwartet, dem Team in der Kabine noch einen Besuch ab. Was da diskutiert wurde, blieb hinter verschlossenen Türen. Jedenfalls dürfte die Laune in der Zürcher Garderobe gut gewesen sein. Denn mit ihrem überzeugenden Auftritt und dem ersten Playoff-Heimsieg im Hallenstadion verschafften sich die Lions zwei Chancen auf den Einzug in den Halbfinal. «Daran dürfen wir gar nicht denken», mahnte indes Keller. «Wir dürfen am Donnerstag nicht mit dem Gedanken nach Biel fahren, dass wir noch ein Spiel 7 hätten, falls wir verlieren.»

«Trotzdem eine schöne Story»

Der Kanadier kennt die Psyche des Teams gut. Er war schliesslich dabei, als die Zürcher letztes Jahr gegen Lausanne 3:1 führten und gegen Servette 3:2 – und beide Male eine entscheidende siebte Partie nötig wurde. Der Meister wäre jedenfalls gut beraten, den Schwung, den er aus dem glückhaften 3:2-Overtimesieg vom Samstag schöpfte, weiterzuziehen. Biel wirkt gezeichnet, und Kevin Schläpfer sagte mit einer entwaffnenden Offenheit: «Selbst wenn wir am Donnerstag verlieren sollten, ist es eine schöne Story. Dann verabschieden wir uns vor vollen Rängen von unserem Stadion.» Nächste Saison beziehen die Seeländer ihre Duplex-Arena, die der Schlüssel in eine prosperierende Zukunft sein soll.

So weit ist es aber noch lange nicht. Und obschon die ZSC Lions gestern klar überlegen waren, so hätte die Partie trotzdem noch kippen können. Denn nach 40 Minuten und einem Schussverhältnis von 26:9 stand es nur 1:0. Das 2:0 zu Beginn des Schlussabschnitts sorgte dann wenigstens für etwas Ruhe – Keller stibitzte dem jungen Jelovac den Puck und bezwang Rytz zwischen den Beinen.

Nilsson und Cunti harmonierten

Der beste Playoff-Torschütze von 2014 kommt also immer besser in Form, und nebst ihm auch andere wie Goalie Flüeler und Cunti, der an vielen gelungenen Offensivaktionen beteiligt war. Es war eine gute Idee Crawfords, die kreativen Geister Cunti und Nilsson zusammenspielen zu lassen – erstmals in dieser Saison. Sie harmonierten gut, sorgten immer wieder für Überraschungsmomente.

Crawford sprach ein Speziallob aus auf Flüeler und die Jungen Siegenthaler und Malgin und freute sich, dass sein Team bis zum Finish kaum Torchancen zugelassen hatte. Und dann sprach Keller, vorausblickend auf Donnerstag, auch noch den Satz, der nie fehlen darf: «Der vierte Sieg ist immer der schwierigste.»

ZSC Lions - Biel 3:0 (1:0, 0:0, 2:0)
9475 Zuschauer. - SR Koch/Wiegand, Espinoza/Tscherrig. - Tore: 17. Bärtschi (Cunti, Tallinder) 1:0. 41. Keller 2:0. 59. Shannon (Ausschluss Bergeron!) 3:0 (ins leere Tor). - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 4mal 2 Minuten gegen Biel. - PostFinance-Topskorer: Wick; Arlbrandt.
ZSC Lions: Flüeler; Geering, Bergeron; Tallinder, Siegenthaler; Blindenbacher, Schnyder; Schmuckli; Künzle, Trachsler, Schäppi; Keller, Shannon, Wick; Baltisberger, Fritsche, Senteler; Bärtschi, Cunti, Nilsson; Malgin.
Biel: Rytz; Untersander, Jelovac; Cadonau, Fey; Gossweiler, Wellinger; Steiner, Jecker; Arlbrandt, Olausson, Herburger; Umicevic, Kamber, Spylo; Tschantré, Peter, Rossi; Wetzel, Haas, Berthon.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Seger, Bastl, Stoffel (alle verletzt), Smith und Tabacek. Biel ohne Samson (überzählige Ausländer), Ehrensperger und Rouiller (beide verletzt). - 48. Bärtschi scheitert mit Penalty an Rytz. - Timeout Biel (58.). - Biel von 57:54 bis 58:12 ohne Goalie.

Erstellt: 10.03.2015, 23:52 Uhr

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