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Die ZSC Lions greifen an

Obschon Hollenstein und Bodenmann kommen, darf Wick bleiben – bis 2020.

Erhielt einen neuen Vertrag für zwei weitere Jahre: Roman Wick.
Erhielt einen neuen Vertrag für zwei weitere Jahre: Roman Wick.
Christian Merz, Keystone

Kein Sportchef war in dieser Saison so aktiv wie Sven Leuenberger bei den ZSC Lions. Er verlängerte die Verträge von Robert Nilsson und der jungen Verteidiger Phil Baltisberger und Roger Karrer, lotste Simon Bodenmann (aus Bern) und Denis Hollenstein (Kloten) ins Hallenstadion und erledigte auch die Personalie Roman Wick: Der bald 32-jährige Flügel erhielt nun doch einen neuen Vertrag für zwei weitere Jahre bis 2020.

Wick war von einigen zur Personifizierung der talentierten Lions erkoren worden, die in den entscheidenden Momenten versagen. In den letzten Wochen bewies er, dass er auch anders kann: In einem dezimierten Team zeigte er sich als Leader, spielte er so gradlinig und körperbetont, wie man sich das stets von ihm wünschen würde. Damit überzeugte er, der unbedingt in Zürich bleiben wollte, auch Leuenberger.

Die Vertragsverlängerung mit Wick widerspricht dem Trend dieses Transferherbsts. Das Karussell drehte sich rasant: Fribourg (Zuzüge von Furrer, Schneeberger, Walser), Lausanne (Boltshauser, Grossmann, Kenins) und Zug (Albrecht, Zgraggen, Zryd) griffen kräftig zu, der SCB (Grassi, Sciaroni) betrieb Kaderkosmetik, Ambri (Kienzle), Davos (Hischier), Kloten (Helbling), Lugano (Loeffel) und die SCL Tigers (Glauser) ergänzten ihr Team.

Was passiert mit Pestoni?

Es waren aber die ZSC Lions, die mit dem Fünfjahresvertrag für Hollenstein den grössten Transfercoup landeten. Dass sie sich trotzdem auch noch Wick leisten, unterstreicht ihre Ambitionen. Auch wenn Leuenberger sagt, die Mannschaft der nächsten Saison werde günstiger sein als die aktuelle.

Abgesehen von den Ausländern steht das ZSC-Team der nächsten Saison beinahe. Seger tritt zurück, Kenins geht, für Guerra und Künzle dürfte es keinen Platz mehr haben, Schlegel würde man gerne als zweiten Goalie behalten. Am Flügel sind die Lions so breit besetzt, dass man sich überlegen wird, Spieler mit weiterlaufenden Verträgen abzugeben. Pestoni würde man kaum Steine in den Weg legen, wenn ihn jemand übernehmen würde. Und Herzog ist eine einzige Enttäuschung. Von den Ausländern hat aus­gerechnet Shore noch einen Kontrakt bis 2019. Pettersson dürfte bleiben – sofern nicht eine der beiden Parteien den Vertrag kündigt, verlängert er sich. Und die Lions haben nicht vor, das zu tun. Die Zukunft von Klein und Korpikoski ist offen, Sjögren wird gehen.

Kaum mehr Junge eingebaut

Sofern Pettersson und Shore bleiben, würden ein ausländischer Verteidiger und Center dazukommen. So reich das Team besetzt ist, am dünnsten ist es in der Mitte. Ein spielstarker ausländischer Mittelstürmer, der ihm aktuell fehlt, tut Not. Bleibt zudem zu hoffen, dass die Lions künftig wieder konsequenter eigene Junge einbauen. Sonst macht ihre breite Nachwuchs­förderung wenig Sinn.

Ein Bekenntnis haben die ZSC Lions in diesem Herbst mit ihrem aktiven Vorgehen auf dem Markt jedenfalls abgelegt: jenes zum Spitzeneishockey.

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