Die ZSC Lions in den Flitterwochen

Perfekter Einstand für Nothelfer Hans Kossmann: Beim 6:1 über Lugano sprühen die Zürcher vor Energie.

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Ein winziges Detail fehlte zum perfekten Zürcher Hockey-Nachmittag: ein Treffer von Jubilar Seger. Einmal war er nah dran, als ihn Schäppi von hinter dem Tor ideal anspielte. Doch Segers Schuss flog am Tor vorbei. Er machte augenzwinkernd das Material dafür verantwortlich. Für den 40-Jährigen war es das 1000. Spiel im ZSC-Dress, für Hans Kossmann die Premiere hinter der Zürcher Bank. Beide durften danach zufrieden sein. 10 328 Zuschauer waren ins Hallenstadion gekommen, und die meisten von ­ihnen amüsierten sich beim 6:1 über den alten Rivalen Lugano köstlich. So dürfte es sich die ZSC-Führungscrew vorgestellt haben, als sie in der Weihnachtspause das Schwedenduo Wallson/Johansson durch Kossmann ersetzte.

(Quelle: SRF)

«Diese Mannschaft will laufen», konstatierte der Kanadaschweizer. «Also muss man sie laufen lassen. Wie wilde Pferde.» Mit so viel Energie hatte man die Zürcher schon lange nicht mehr spielen sehen. Chris Baltisberger gab früh mit einem wuchtigen Check den Takt an, im zweiten Drittel fielen die Tore: Bachofner, Pettersson, Wick und Schäppi stellten von der 22. bis zur 37. Minute auf 4:0. Danach liessen es die Lions etwas gemächlicher angehen. ­Geering und Chris Baltisberger erhöhten im Finish mit zwei Powerplaytoren dann aber noch auf 6:1. Gegen ein ­Lugano, das reichlich konfus war und die sechste Niederlage in den letzten ­sieben Spielen kassierte.

Kossmanns Rollendenken

Nachdem seine Spieler für die Musik ­gesorgt hatten, sagte Kossmann: «Wenn man eine Mannschaft übernimmt, ist es wie in den ersten Wochen einer Ehe: Man ist in den Flitterwochen.» Auf die Frage, was er verändert habe, sagte er: «So wenig wie möglich.» Und er verwies darauf, dass er in Power- und Boxplay von der Vorarbeit der Vorgänger profitiert habe. Was auffiel: Kossmann verteilte die Kräfte. Und so resümierte er denn auch: «Alle vier Linien haben mir gefallen. Die vierte holte zwei Strafen heraus und setzte immer wieder Nadelstiche. Die dritte war defensiv solid. Und die ersten zwei Linien schossen die Tore.» Seine Worte zeigen schon, dass er viel mehr in Rollen denkt als Wallson.

Und wie schätzt Kossmann dieses Team ein im Vergleich mit Gottéron 2012/13, das er in den Final führte? ­«Diese Mannschaft hat sicher mehr Breite», sagte er. «Wenn man nur schon sieht, wie viel Qualität da auf dem Eis ist, obschon wir so viele Verletzte haben.» Gegen Lugano kam ein weiterer dazu, Korpikoski schied im Startdrittel mit einer Gehirnerschütterung aus. Seine Absenz fiel aber kaum auf, zumal die Jungen wie Bachofner und Prassl zu überzeugen wussten. Am Samstag und Sonntag geht es für Kossmann nun gegen seinen Ex-Club Fribourg weiter. Eine der Profiteure des Trainerwechsels könnte Seger sein, der gegen Lugano viel Verantwortung erhielt. «Kossmann will uns unser Selbstvertrauen zurückgeben», sagte der Ex-Captain. «Er möchte, dass wir schneller spielen und gradliniger. Die ersten Ansätze waren gut.»

«Hey Legende, was geht ab?»

An sein erstes Spiel für den ZSC, am 11. September 1999 in Langnau (3:1), konnte er sich nicht mehr genau erinnern. «Ich weiss nur noch, dass uns (Sportchef) Simon Schenk 100 Franken für die Mannschaftskasse versprach, wenn wir gegen seinen Ex-Club gewinnen. Ich glaube, wir haben gewonnen.» Dann machte sich Seger davon und kreuzte Verteidigerkollege Kevin Klein, der ihn mit den Worten bedachte: «Hey Legende, was geht ab?»

Erstellt: 02.01.2018, 20:51 Uhr

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