Die ZSC Lions und der Hammermann

2:5 in Biel, 1:5 gegen Kloten – die Zürcher zahlen den Tribut für ihre Verletzungswelle und intensive Wochen. Doch Zeit zum Ausruhen bleibt nicht, es folgt am Dienstag Liberec.

Der Blick nach vorne zum Spiel gegen Liberec: ZSC-Trainer Hans Wallson.

Der Blick nach vorne zum Spiel gegen Liberec: ZSC-Trainer Hans Wallson. Bild: Christian Merz/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die meisten Hobby-Marathonläufer haben schon Bekanntschaft gemacht mit dem Hammermann. Man denkt, es gehe noch eine Weile so weiter, doch plötzlich wird jeder Schritt zur Qual. Meistens wartet der Hammermann ab Kilometer 30 hinter einer Ecke.

Die ZSC Lions suchte er am Freitagabend in Biel heim, nach der zweiten Pause beim Stand von 2:3. Die Zürcher hatten nochmals alles aus sich herausgepresst, den Gegner dominiert (36:11 Torschüsse) und etwas wenig Fortüne im Abschluss gehabt. Doch plötzlich ging gar nichts mehr. Die folgenden vier Drittel ver­loren sie mit dem Skore von 1:7.

Das schwächste Saisonspiel

Das Zürcher Derby vom Samstag im Hallen­stadion (1:5) war mit Abstand ihr schwächstes Saisonspiel. Nur während ein paar Minuten im Mitteldrittel erinnerten sie an ein NLA-Team. Zuletzt sehnten sie nur noch das Ende herbei. Unter normalen Umständen wären zwei klare Niederlagen gegen deutlich tiefer eingestufte Gegner ein Grund, Alarm zu schlagen.

Doch diesmal gilt es, Verständnis zu haben. Die vergangenen Wochen mit einem arg dezimierten Team und einem Marathonprogramm mit 12 Spielen innert 26 Tagen, inklusive einer Reise in den Norden Tschechiens, forderte ihren Tribut.

«Unser Tank war leer», sagte Coach Hans Wallson. «Wir pushen schon eine Weile, die Spieler sind auch nur Menschen.» Der Schwede sah am Samstagabend von einer Standpauke ab. «Man muss auch Respekt haben vor den Spielern», sagte er. «Wäre es an der Einstellung gelegen, wäre das eine andere ­Geschichte gewesen. Aber sie konnten einfach nicht mehr.»

Es war indes auch nicht förderlich, dass Wallson in Biel von der 25. bis 48. Minute nur mit drei Linien spielen liess, seine Schlüsselspieler unnötig überforcierte. Derweil die Jungen Prassl und ­Miranda wieder einmal zu spüren bekamen, dass sie nur Lückenbüsser sind.

Dass einer wie Miranda, immerhin einer der besten Stürmer der Schweizer U-20, selbst in Zeiten dieser Zürcher Verletzungswelle nur acht (in Biel), respektive sieben Minuten (im Derby) Eiszeit erhält, muss schon zu denken geben.

Natürlich kann er noch kaum Akzente setzen. Doch irgendwann muss man einem Jungen die Möglichkeit geben, Erfahrungen zu sammeln. Am Dienstag beginnt für Miranda nun die Vorbereitung auf die Junioren-WM in Buffalo.

Schmales Polster gegen Liberec

Apropos Dienstag: Da empfangen die Zürcher in der Champions League fürs Viertelfinal-Rückspiel Liberec. Das 1:0 aus dem Hinspiel ist ein schmales Polster. Die Tschechen schlagen ein ganz ­anderes Tempo an als Kloten.

«Wir wissen, was uns erwartet», sagt Captain ­Geering. «Liberec spielt hart, schnell und energisch. Das Auswärtsspiel war ein Abnützungskampf. Wenn wir erneut bestehen wollen, müssen wir schon zwei, drei Schippen drauflegen.»

Fragt sich nur, ob das die Zürcher können. ­Zumal ihnen auch Antreiber Pettersson fehlt, der mit dem schwedischen Nationalteam unterwegs ist.

Wallson hofft, dass Pius Suter nach seiner Gehirnerschütterung das Comeback geben kann. Und dass der freie Sonntag und das nur lockere Training vom Montag reichen, damit seine Spieler wieder frische Beine haben.

«Wir nehmen die Champions League sehr ernst», sagt der Coach. «Uns ist dieses Spiel sehr wichtig.» Es kommt nicht ­gerade zu einem günstigen Zeitpunkt.

Erstellt: 10.12.2017, 16:59 Uhr

Artikel zum Thema

Wallson: «Das war unser bestes Spiel bislang»

Interview ZSC-Trainer Hans Wallson über die Entwicklungen in seinem Team und ob es schwedische Spieler einfacher haben bei ihm. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Kommentare

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Feuerschweif: Eine Spezialeinheit demonstriert am Indian Navy Day in Mumbai ihr Können. (4. Dezember 2019)
(Bild: Francis Mascarenhas) Mehr...