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«Der Tiger trägt noch immer dieselben Streifen»

«Du kannst Vergangenes nicht beeinflussen - im Gegensatz zur Zukunft», sagt Servette-Coach Chris McSorley. Foto: Keystone

Chris McSorley, Sie haben das Playoff-Duell zwischen Genf und Bern einst mit dem Kampf David gegen Goliath verglichen. Hat David die Steinschleuder endlich gefunden?

Sie untertreiben.

Bern begann die Serie mit drei harten Checks in den ersten 30 Sekunden. Ihr Team teilte weniger aus. Weshalb?

Das klingt Servette-atypisch.

Wie bereitet man eigentlich ein Team auf eine Playoff-Serie gegen einen Kontrahenten vor, den man in sechs Anläufen nie bezwingen konnte?

Mit einem Sieg am Dienstag hat Genf die Chance, den SCB gewaltig unter Druck zu setzen.

Vertreten Sie immer noch die Meinung, der SCB werde von den Schiedsrichtern bevorteilt.

Natürlich.

Und inoffiziell?

Zuletzt verhielten Sie sich jedenfalls erstaunlich ruhig. Das war nicht immer so. In Erinnerung ist die Aktion, als Sie in Bern die Bandentür malträtierten…

Solche Ausraster gibt es von Ihnen kaum mehr zu sehen.

Sie haben selbstverständlich immer objektiv und nur zum Wohl aller Spieler gehandelt.

Also doch keine Altersmilde?

Aber Sie haben Fachliteratur über die Generation der Millennials studiert und den Umgang mit den Spielern angepasst.

Wir leben im Zeitalter der Selbstverwirklichung und der Selbstinszenierung der Spieler in sozialen Medien. Inwiefern beeinflusst diese Entwicklung Ihre tägliche Arbeit?

Sind Sie auf Social Media aktiv?

Sie sollten vermehrt auf diesen Kanälen präsent sein.

«Diesen Goliath bringst du nicht mit einem Stein zu Fall. Du brauchst eine riesige Ladung.»

Chris McSorley, Cheftrainer HC Genève-Servette

Weil Sie der geborene Verkäufer sind. Sind Sie nach 18 Jahren in Genf nicht müde davon, Servette zu repräsentieren?

Letztes Jahr passte der Schlüssel nicht. Sie wurden von der Führung um Hugh Quennec und Mike Gillis zum Sportchef ohne Kompetenzen zurückgestuft.

Sie waren gekränkt.

Sie bezeichneten sich als «teuerste Sekretärin der Schweiz».

Der Rückhalt in der Stadt ist Ihnen gewiss. Von einer Lokalzeitung werden Sie gar als «Jesus Chris» gefeiert. Es gibt kleinere Fussstapfen.

Sie hatten immer ein gutes Näschen für Nordamerikaner mit Schweizer Vorfahren und Schweizer Lizenz. Zuletzt wechselten Spieler wie Tyler Moy aber zur Konkurrenz, weil sie dort mehr Geld verdienen. Schmerzt diese Realität?

Vor der Saison sagten Sie: «Will ich dieses Team ins Playoff führen, muss ich den besten Job meiner Karriere machen.» Haben Sie das gemacht?

Wer die Qualität seiner Arbeit betont, der fürchtet um seinen Job. Präsident Laurent Strawson hat gesagt: Sollte das Playoff verpasst werden, müssten Konsequenzen gezogen werden.

Genf könnte sich eine Trennung von Ihnen nicht leisten. Ihr Vertrag läuft bis 2024.

Letztes Jahr waren Sie die teuerste Sekretärin der Schweiz. Nun sind Sie wieder der teuerste Trainer.