Ein Abend der Zuger Ovationen

Mit einem 5:2-Heimsieg gegen Lausanne zieht der EVZ zum zweiten Mal innert dreier Jahre in den Playoff-Final ein. Und da hätte das Zuger Publikum lieber Biel statt des SCB zum Gegner.

Grosser Jubel: Der EVZ spielt um den Meistertitel – für Lausanne ist die Saison zu Ende.

Grosser Jubel: Der EVZ spielt um den Meistertitel – für Lausanne ist die Saison zu Ende. Bild: Claudio Thoma/Freshfocus

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Als Amuse-Bouche servierte der EVZ seinem Publikum den Meisterpokal. Noch nicht den der Grossen, aber immerhin jenen der Novizen Elite, den sie am Sonntag in Scuol errungen hatten. Und die Jung-Champions und ihr Coach Marcel Jenni sorgten mit ihrem Einmarsch gleich einmal für stehende Ovationen.

Es sollten nicht die letzten bleiben in der Bossard-Arena. In der 25. Minute erhob sich der ­Zuger Anhang erneut klatschend, Senteler hatte soeben das 4:0 ­erzielt. Und zwar so spektakulär, dass dieses Tor selbst in der NHL in den Highlights gezeigt würde: Der Flügel spielte den Puck durch die eigenen Beine und traf dann per Backhand ins Lattenkreuz.

Lausanner Slapstick

Damit war der Arbeitstag, pardon die Saison von Lausanne-Goalie Zurkirchen vorbei. Boltshauser ersetzte ihn. Zurkirchen war kein Vorwurf zu machen, ­seine Vorderleute hatten ihn schlicht im Stich gelassen. Vor dem 1:0 Sentelers (9.) hatte Kenins den Puck in der eigenen Zone preisgegeben, vor dem 2:0 Leuenbergers (12.) war es Emmerton gewesen. Und vor dem 3:0 Suris (21.) prallten Frick und Kenins wie in einem Slapstick-Film zusammen, sodass die Zuger zu dritt auf den einsamen Zurkirchen zustürmen konnten.

Lausannes Sportchef Jan Alston schüttelte auf der Tribüne nicht einmal den Kopf, er lächelte nur noch. Er hatte wohl schon vor dem Spiel geahnt, dass auch die Rückkehr von Jeffrey keine Wende mehr in dieser einseitigen ­Serie bewirken würde.

4:0 Siege und 18:11 Tore im Viertelfinal gegen Lugano, 4:1 Siege und 19:8 Tore gegen Lausanne – der EVZ ist mit Tempo in seinen zweiten Playoff-Final innert dreier Jahre gebraust. Und hatte man den Zugern gegen ­Lugano noch eine gewisse defensive Durchlässigkeit vorwerfen müssen, so machten sie gegen Lausanne zuletzt hinten dicht. Stephan liess sich ab Spiel 3 nur noch zweimal bezwingen. Kenins beendete seine Ungeschlagenheit nach 149 Minuten und 32 Sekunden. Wobei anzumerken ist, dass den Lausannern nach dem kräfteraubenden Viertel­final gegen die SCL Tigers wohl schlicht die Energie fehlte, um Zug in Bedrängnis zu bringen.

«Speed kills», sagen sie in Nordamerika, was so viel heissen will wie: Tempo ist die effektivste Waffe. Und das bewies der EVZ gegen die Waadtländer auf eindrückliche Weise. Ein gutes Beispiel waren in Spiel 5 die Puckgewinne vor den ersten beiden Treffern – Lausanne war von der Zuger Pace überfordert.

Auch wenn alles so nach Routine aussah, für Coach Dan Tangnes ist dieser Erfolg im Playoff eine Novität. Zuvor hatte der Norweger auf höchster schwedischer Stufe mit Linköping alle drei Viertelfinals verloren. Nun würde er, da es so schön ist, wohl gerne auf seinem Erfolgsweg im Playoff weiterfahren.

Erneut sechs Tage Pause

Wie schon nach der Lugano-­Serie dürfen sich die Zuger nun vor dem Finalstart vom kommenden Donnerstag eine Pause gönnen. Diesmal beträgt sie aber nicht neun, sondern nur sechs Tage. Was wohl gar nicht so schlecht ist. Verletzte beklagt der EVZ ja keine, gestern kehrte auch Everberg ins Line-up zurück.

Wen sie sich als Gegner im ­Final wünschen, dazu geben sich alle direkt Beteiligten natürlich bedeckt. Das Zuger Publikum ist weniger diplomatisch: Es jubelte, als der Bieler 2:0-Sieg in Bern auf dem Videowürfel angezeigt wurde. Vor dem SCB, gegen den der Final 2017 mit 2:4 ­verloren ging, scheint man hier mehr ­Respekt zu haben.


Bildstrecke: Die Halbfinalpartien vom Donnerstag


Erstellt: 04.04.2019, 23:15 Uhr

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