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Ein rauschendes Jubiläumsfest mit artigen Zürcher Gästen

Die Rapperswil-Jona Lakers lassen den ZSC Lions beim 3:0 zu ihrem 75. Geburtstag keine Chance. Goalie Nyffeler und der Ausländersturm brillieren.

Beim Duell zwischen den ZSC Lions und den Rapperswil-Jona Lakers hat nur ein Team zu jubeln.
Beim Duell zwischen den ZSC Lions und den Rapperswil-Jona Lakers hat nur ein Team zu jubeln.
Patrick B. Kraemer, Keystone
Ein Affiche der besonderen Art: Die Lakers feiern ihr 75-jähriges Jubiläum.
Ein Affiche der besonderen Art: Die Lakers feiern ihr 75-jähriges Jubiläum.
Patrick B. Kraemer, Keystone
Zug schlägt Ambri 3:1 und grüsst als neuer Leader von der Tabellenspitze.
Zug schlägt Ambri 3:1 und grüsst als neuer Leader von der Tabellenspitze.
Alexandra Wey, Keystone
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Es kann sein, dass die Rapperswil-Jona Lakers das Playoff auch in ihrer zweiten Saison nach dem Aufstieg verpassen. Das ist sogar ziemlich realistisch. Doch die Stimmung lassen sie sich dadurch am Obersee nicht verderben. Und an diesem 17. Januar war sie sogar überschäumend. Nicht nur, weil die Rapperswiler exakt auf den Tag ihr 75-Jahre-Jubiläum feierten. Sondern auch, weil sie zu diesem speziellen Anlass gleich auch noch die ZSC Lions 3:0 schlugen.

Es war vom Anfang bis zum Schluss ein Spiel ganz nach dem Gusto der Lakers. Empfangen von einem rotblauen Fahnenmeer und gekleidet in schlichte rote Retro-Shirts mit zwei Rosen auf der Brust (wie in den Sechzigerjahren), stürmten sie von der ersten Sekunde nach vorne, als hätten sie nur etwas zu gewinnen. Was wohl auch stimmte. Denn selbst bei einer Niederlage wären sie bei entsprechendem Engagement gefeiert worden.

Das frühe 1:0 Rowes konnte ZSC-Coach Rikard Grönborg noch mit einer Coach’s Challenge eliminieren. Es fiel dann in der 13. Minute durch Simek. Und weil eine Zürcher Reaktion ausblieb, begannen die Rapperswiler zu spüren, dass dies ihr Abend sein könnte. Natürlich brauchten sie einen Nyffeler im Tor in Hochform. Doch je länger die Partie dauerte, desto frecher spielte der Aussenseiter auf. Rowe (43.) und Cervenka (45.) sorgten mit ihrer Doublette zum 3:0 bereits für die Entscheidung.

Für Aufruhr sorgte nur noch ein harter, aber korrekter Check Martis gegen Dünner, der den ZSC-Hünen kommen sah, aber nicht mehr ausweichen konnte. So prallte er spektakulär aufs Eis. Das war es dann aber auch schon mit dem Zürcher Lebenszeichen.

Nach drei Siegen in Serie offenbar der Meinung, es laufe jetzt wieder von selbst, verblüfften die ZSC Lions mit einem erstaunlich passiven Auftritt. Es zeigte sich wieder einmal, dass es nicht automatisch leistungsfördernd ist, wenn Topspieler wie Roe und Krüger in die Mannschaft zurückkehren. Weil dann andere meinen könnten, jene würden es nun wieder richten.

Bei den Lakers zahlte sich die Massnahme Jeff Tomlinsons aus, einen Ausländersturm mit Cervenka, Rowe und Clarke zu bilden. Die drei wirbelten die ZSC-Defensive gehörig durcheinander, hätten auch noch ein, zwei Tore mehr erzielen können.

Der Tabellenletzte feierte seinen dritten Sieg in den letzten vier Spielen, es fehlen aber immer noch neun Punkte zu Rang 8 und dem SC Bern. Doch dass sie an einem guten Abend auch ein Topteam schlagen können, zeigten die Lakers gegen die ZSC Lions wieder einmal.

75 Jahre nach ihrer Gründung im Hotel «Freihof» präsentierten sich die Rapperswiler also von der besten Seite. Zweimal stiegen sie in die höchste Liga auf (1994, 2018), einmal gewannen sie eine Playoff-Serie (2006 gegen Zug), das Highlight der Clubgeschichte ist aber das temporäre Engagement von NHL-Star Doug Gilmour 1994. Für neun Spiele war der Obersee damals der Nabel des Eishockeywelt. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

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Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

Rapperswil-Jona Lakers - ZSC Lions 3:0 (1:0, 0:0, 2:0)

5891 Zuschauer. - SR DiPietro/Urban, Altmann/Progin.Tore: 13. Simek (Kristo, Vukovic) 1:0. 43. Rowe (Cervenka) 2:0. 45. Cervenka 3:0. - Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers, 5-mal 2 Minuten gegen ZSC Lions. - PostFinance-Topskorer: Clark; Suter.Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Vukovic, Dufner; Schneeberger, Profico; Hächler, Maier; Egli, Randegger; Kristo, Dünner, Simek; Clark, Rowe, Cervenka; Eggenberger, Wetter, Casutt; Forrer, Ness, Hüsler.ZSC Lions: Ortio; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Sutter; Suter, Roe, Wick; Bodenmann, Diem, Hollenstein; Chris Baltisberger, Krüger, Prassl; Simic, Schäppi, Sigrist; Brüschweiler. Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Schlagenhauf, Schweri (beide verletzt) und Loosli (krank), ZSC Lions ohne Blindenbacher, Flüeler, Pedretti (alle verletzt) und Pettersson (überzähliger Ausländer).

Rangliste: 1. Zug 35/68 (114:93). 2. ZSC Lions 38/68 (124:93). 3. Davos 36/67 (119:98). 4. Genève-Servette 38/65 (103:91). 5. Lausanne 35/54 (100:95). 6. Biel 37/54 (107:108). 7. SCL Tigers 36/51 (88:106). 8. Bern 37/50 (98:109). 9. Lugano 38/49 (94:106). 10. Fribourg-Gottéron 35/45 (82:96). 11. Ambri-Piotta 37/45 (90:105). 12. Rapperswil-Jona Lakers 36/41 (92:111).

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