Eine Frage des Tabellenrangs

Die ZSC Lions verlieren gegen einen kämpferischen HC Lugano 1:3, bleiben aber Leader.

Luganos Bertaggia legt sich im Zweikampf gegen Lions-Spieler Geering kurz mal hin. (Foto: Keystone)

Luganos Bertaggia legt sich im Zweikampf gegen Lions-Spieler Geering kurz mal hin. (Foto: Keystone)

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Bald ist es einen Monat her, dieses 7:2 der ZSC Lions gegen Lugano. Es war ein Zürcher Galaabend gewesen im Hallenstadion, eine eindrückliche Festigung der Leaderposition. Was da kaum einer dachte: Die Zürcher würden in den vier folgenden Wochen nur noch einmal wirklich überzeugen, dies vorletzten Samstag beim 5:0 in Davos.

Leader, das sind die Lions zwar auch nach dem gestrigen 1:3 in Lugano, einem Spiel, das so wenig gemeinsam hatte mit dem letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams. Hatten beim Duell in Zürich die Tessiner Mühe gehabt, irgendetwas gegen die Spiel- und Lauffreude der Zürcher unternehmen zu können, gelang ihnen diesmal nun mehr, als die Partie bloss ausgeglichen zu gestalten. Sie überzeugten kämpferisch, hatten in diesem Bereich ein Plus gegenüber den Lions. In einem nicht immer wirklich guten Spiel machte das am Ende den Unterschied.

Die einen durften, die anderen mussten

Es war wohl auch eine Frage der Tabellenlage. Die ZSC Lions haben derzeit als ständiger Leader eine Phase der Qualifikation erreicht, in der sie gewinnen dürfen und in Spitzenspielen wie eben jenem in Davos zweifellos auch unbedingt gewinnen wollen. Doch der HC Lugano, bei dem sich seit jenem 2:7 bezüglich sportlichem Erfolg nicht viel verändert hat und der Match für Match um den Anschluss im Kampf um die Playoff-Plätze kämpft – er muss gewinnen.

Wenn vor dem Match Sportchef Domenichelli seinem Trainer Kapanen im TV-Interview den Rücken stärkt («Wir gehen da gemeinsam durch») und dennoch Veränderungen ankündigt («Unser Team wird bald anders aussehen»), dann zeigt das genauso die latente Unzufriedenheit wie das Transparent der Tifosi, das während des ganzen Spiels riesengross da hängt: «Ihr habt uns extrem verärgert» – und das ist die geschönte Übersetzung eines englischen Satzes mit je einem F- und einem P-Wort …

Dennoch feiern am Ende die Luganesi, die immer noch unter dem Strich sind. Und herrscht Missmut bei den Lions, die immer noch Leader sind. Trainer Grönborg versucht den Ärger zu kaschieren, es gelingt nicht immer, Stürmer Bodenmann, Schütze des 1:3, nervt es ebenfalls, dass er zugeben muss, dass ein Sieg nicht verdient gewesen wäre.

Historischer Fehlstart

Nach einem fast schon historischen Fehlstart am Vorabend gegen die Lakers (0:3 nach 107 Sekunden) kassieren die Lions zwar nur ein frühes Tor (nach 104 Sekunden), sie können dennoch nicht so vehement darauf reagieren wie 24 Stunden zuvor, als es am Ende zu einem 5:4-Shootout-Sieg reicht. In Lugano steht auch nach 40 Minuten 0:1, mit guten Special Teams, vor allem dem Unterzahlspiel, kämpfen sich die Lions Schritt für Schritt in die Partie.

Ein Tessiner Doppelschlag zu Beginn des Schlussdrittels verunmöglicht aber die Aufholjagd. Nebst der Niederlage könnte weiteres Ungemach folgen: ZSC-Verteidiger Maxim Noreau streckt unmittelbar vor dem 0:2 Luganos Mauro Jörg mit einem Check gegen den Kopf nieder. Im Match gibt es eine 10-Minuten-Strafe, in der Nachbetrachtung dürfte für den Kanadier mehr drohen.

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Erstellt: 07.12.2019, 23:40 Uhr

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