Eine happige Niederlage für Klotens Lazarett

Auch das zweite Spiel im neuen Jahr verlor der EHC, sogar ziemlich happig. In Weinfelden setzte es gegen Thurgau ein 2:6 ab – nach einer 1:0-Führung.

Kloten-Trainer André Rötheli mahnt, dass die Spieler wieder wissen, wo der Boden ist.

Kloten-Trainer André Rötheli mahnt, dass die Spieler wieder wissen, wo der Boden ist. Bild: Christian Merz

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Am Ende wurde es richtig brutal. Nochmals fanden innert kürzester Zeit zwei Pucks den Weg ins Klotener Tor zum 6:2. Die Halle mit der Saisonrekord-Zuschauerzahl von 2178 feierte. Aus der Garderobe der Thurgauer tönte lupfige Ländlermusik – und nebenan mussten sich die Klotener mit dieser Niederlage befassen. Sie war eine Kombination aus zu knappem Kader und einer zu wenig konsequenten Leistung.

Mit Patrick Obrist und Romano Lemm fehlten erneut zwei Center, mit Kindschi und Nicholas Steiner zwei zuverlässige Verteidiger, dazu spielt Marco Lehmann an der U-20-WM. Diese Personalsituation, schon für einen Schlussmann wie Joren Van Pottelberghe eine Herausforderung, wurde zu einem Test auf höchstem Niveau für Goalie Andrin Seifert. Der 21-Jährige hatte am 24. November in Langenthal bei der 1:4-Niederlage sein bis gestern letztes Spiel in der Swiss League absolviert. Er ist am Freitag nicht durchgefallen, aber seinen Vorderleuten konnte er auch nicht die erhoffte Sicherheit geben. Dass die ihn aber dann so im Stich liessen, hat er nicht verdient.

Während der Partie übrigens wurde das Klotener Lazarett noch um einen Namen reicher. Ryan MacMurchy, der schon vor der Weihnacht wegen Rückenproblemen ausgefallen war, konnte nicht fertig spielen. Er dürfte auch am Sonntag, wenn es um 18.30 Uhr gegen Olten geht, fehlen. Klotens Trainer André Rötheli hofft, dass für den nächsten Match Obrist oder Lemm (oder beide) zurückehren. Es könnte allerdings gut sein, dass er zwei Elitejunioren ins Kader nehmen muss.

Drei Tore innert 52 Sekunden

Die fehlenden Spieler waren aber eben nur das eine. Das andere waren die fehlende Konsequenz und Entschlossenheit der Anwesenden. Typisch waren die Szenen in der sechsten Minute. Wie sich nachher zeigen sollte, waren die zumindest richtungsweisend. Innerhalb von nur 52 Sekunden fielen drei Tore, zuerst der Powerplaytreffer von Ganz zum 1:0, danach folgten zwei Thurgauer Tore. Zwischen dem 1:1 und 2:1 lagen nur gerade neun Sekunden. Wie es zum 1:1 kam, erinnerte schon beinahe an Amateur-Eishockey. Bei Kloten stürmten nach einem Scheibengewinn alle fünf Mann nach vorne, selbst das routinierte Verteidigerduo Back/Kellenberger.

Niemand dachte daran, dass Janik Loosli zu bequem fürs Zurücklaufen war – oder war der Thurgauer Stürmer schlicht nur clever? Dass er dann nach dem abgewehrten Klotener Vorwärtsdrang ganz alleine auf den Goalie losziehen und den Ausgleich erzielen konnte, deutet auf die zweite Variante hin.

Diese Geschehnisse in der 6. Minute spielten am Ende auch in der Beziehung eine Rolle, als dass Kloten sich mit Toreschiessen erneut schwer tat – und es da wohl besser gewesen wäre, wenn die Defensive nicht ihre Aussetzer gehabt hätte. In Sachen Treffer erzielen sind die Ausländer vor allem in der Bringschuld. Ryan MacMurchy und Jack Combs schossen ihre letzten Goals am 18. Dezember. MacMurchy fehlte nachher verletzt, Combs wurde für drei Spiele gesperrt. Am Freitag absolvierten beide die dritte Partie nach dem Unterbruch, die Bilanz aus diesen Partien liest sich mit dem einen gestrigen Tor von Combs zum 2:2 so ziemlich bescheiden.

In der Tabelle abgerutscht

Kloten verlor mit den zwei Niederlagen zuerst Platz 2 und dann Platz 3 in der Tabelle. Nach dem Olten-Spiel vom Sonntag kommt am Dienstag Leader La Chaux-de-Fonds. Es ist Zeit, dass die, die fit sind, wieder das spielen, was nötig ist.

Rötheli sprach von einem «perfekten Prüfstein». «Wir waren auf einer Wolke, die für jeden wahnsinnig schön war, jetzt wissen wir hoffentlich wieder, wo der Boden ist.» Sie hätten diese neun Partien in Folge nur gewonnen, weil jeder gearbeitet habe. Das haben am Freitag und schon am Vortag in Zug zu wenige der wenigen getan. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich Mannschaften nach einem Höhenflug nicht mehr richtig einschätzen können.

Erstellt: 05.01.2019, 08:04 Uhr

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