ZSC feiert späten Sieg im Tessin

Der Tabellenführer tat sich in Ambri schwer. Krüger sorgte 20 Sekunden vor Schluss für den 3:2-Siegtreffer.

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Der ZSC-Schwede Marcus Krüger schiesst nicht viele Tore. Dafür aber wichtige. Zweimal schon sicherte er den Lions den Zusatzpunkt in der Overtime, in Ambri erzielte er nun 19 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit das siebringende 3:2. Weil Manzato im Torraum berührt woran war, überprüften die Schiedsrichter den Treffer am Video, erkannten ihn aber an. Denn der Puck, der Manzato zwischen den Schonern hindurch rutschte, hatte die Linie bereits überquert, bevor es zum Kontakt mit Bodenmann kann.

Damit schafften es die ZSC Lions bereits zum sechsten Mal in dieser Saison, eine Partie noch zu drehen. 1:2 zurück nach 40 Minuten, traten sie im Schlussabschnitt mit der Vehemenz auf, die ihnen zuvor gefehlt hatte. Blindenbacher (50.) glich in Überzahl mit seinem ersten Saisontor aus, im Finish standen die Zürcher dem dritten Tor mehrmals sehr nahe - ehe es schliesslich noch fiel. Ambri war in einer intensiven Partie lange leicht besser gewesen, hatte es aber in seinen zahlreichen Powerplays verpasst, die Zürcher zu distanzieren.

Diese begehen die Nationalteam-Pause damit als Leader und mit 2,11 Punkten pro Schnitt, Ambri als Letzter, mit minimalem Rückstand. Das Verletzungspech traf die Tessiner in den letzten Monaten hart, doch bald kommt Besserung: Der Kanadier Scottie Upshall (36) absolviert in den nächsten Tagen medizinische Tests und wird zum Team stossen, wenn alles gut geht. Und Stammgoalie Benjamin Conz, der seit einer Hüftoperation im Mai ausfiel, hat sich beim Farmteam Rockets warmgespielt. (sg.)

Zug siegt im Krisengipfel

Als der EV Zug das letzte Mal in Bern gastierte, feierte der SCB seine 16. Meisterschaft. Tempi passati. Beide Teams sind auf Formsuche, wobei sich der Meister im Vergleich noch mehr Blösse gibt. Gestern gab er gar eine 3:0-Führung preis. Letztlich setzten sich die Zuger 5:4 nach Penaltyschiessen durch.

Das Spiel war nichts für schwache Nerven. Unterhaltungswert und Fehlerquote waren beidseits hoch. Die Berner begannen hervorragend, lagen dank dem starken Praplan nach zweieinhalb Minuten 2:0 in Führung. Zug-Coach Tangnes nahm das Timeout, danach glich sich das Geschehen aus. Nach Scherweys 3:0 brachte sich Jalonens Equipe selbst in die Bredouille: Mal um Mal durften die Zuger alleine auf Schlegel ziehen, dreimal taten sie das erfolgreich, zweimal in Unterzahl. Für Zug hatte selbst der Restausschluss von Morant nach einem Check gegen Arcobello keine Konsequenzen.

Nochmals legte das Heimteam dank Scherwey vor. Doch in der Schlussminute und mit zusätzlichem Feldspieler für Genoni traf Kovar zum 4:4. Im Penaltyschiessen erwiesen sich die Gäste als effizienter. So oder so: Die Nationalmannschaftspause kommt für beide Teams wie gerufen. (rek)

Langnau für einmal eiskalt

Die SCL Tigers holen gegen Rapperswil-Jona mit dem 4:1 den dritten Sieg in Folge. Es liegt gewiss nicht falsch, wer behauptet, der 4:1-Erfolg der SCL Tigers sei zumindest ein bisschen zu hoch ausgefallen. Denn so klar wie es das Resultat vermuten lässt, war das Rencontre zwischen Langnauern und Rapperswilern keineswegs. Aber: Ersteren gelang das Kunststück, die Tore im richtigen Moment zu schiessen.

Zu Beginn des Mitteldrittels hatten die SCL Tigers zuerst einen Penalty verschossen (Yannick Blaser) und sich dann von den Gästen ziemlich unter Druck setzen lassen. Doch ausgerechnet in dieser Phase entwischte Larri Leeger und bezwang Melvin Nyffeler mit einem satten Schuss zum 2:1. Für Rapperswil-Jona war das ein veritabler Schlag in den Nacken. Und die Langnauer, sonst alles andere als Meister der Effizienz, setzten nach. In der 39. Minute erhöhte Julian Schmutz nach einem Energieanfall auf 3:1 - und spätestens nach seinem zweiten Treffer in der 48. Minute war die Partie entschieden. Einziger Wermutstropfen aus Emmentaler Optik: Im Startdrittel fiel Chris DiDomenico verletzt aus.

Für die Langnauer handelt es sich um den dritten Sieg de suite, derweil die Rapperswiler nicht mehr vom Fleck kommen. Nach dem 5:3-Sieg über Biel am 22. Oktober verabschiedete sich Trainer Jeff Tomlinson vom Team, weil er sich einer Nierentransplantation unterziehen musste. Seither kassierten die St. Galler vier Niederlagen de suite. (mop)

Biels versöhnlicher Abschluss

Eine Marathonwoche mit vier Spielen in sechs Tagen mündete für die Bieler in ein Happy-End: Der fleissige Mittelstürmer Jan Neuenschwander bescherte ihnen in Lugano mit dem 2:1 in der 55. Minute den Sieg. Im Finish drückten die Bianconeri zwar noch auf dem Ausgleich, und Lajunen spedierte den Puck tatsächlich über die Torlinie. Doch das 2:2 zählte nicht, weil der Finne den Puck mit der Hand ins Tor geschubst hatte.

Lugano dürfte froh sein über die Nationalteam-Pause: Die Bianconeri, die gut in die Saison gestartet waren, verloren zuletzt dreimal. Und Loeffels Ausgleich gegen Biel in der 46. Minute war das erste Tor für die Tessiner nach über fünf Dritteln. Das Happening bei den Tessinern war zuletzt das NL-Debüt des 16-jährigen Canonica, eines Talents aus den Elitejunioren. Aber natürlich konnte auch er es nicht richten. (sg.)

Das Team der Stunde heisst Davos

Ist es langsam mehr als bloss ein kleines Ausrufezeichen? Der letzte Saison arg gebeutelte Rekordmeister gewinnt und gewinnt, kommt beim 4:3 gegen Lausanne zum fünften Sieg in Serie. Obwohl die Bündner bis zu sieben Spiele weniger ausgetragen haben als die Konkurrenz, belegen sie bereits Rang 5 – nur Leader ZSC holte bislang mehr Punkte pro Partie als Davos. Die ersten drei Heimspiele hat der HCD allesamt gewonnen.

Gegen den Lausanne HC, der Tags zuvor Bern 5:0 bezwungen hatte, lassen sie sich auch durch den 0:1-Rückstand kurz vor Spielmitte nicht beirren, nach einer Druckphase und dank starkem Powerplay steht es neun Minuten später 4:1. Die erste Überzahl-Formation mit Rantakari, Corvi, Lindgren, Palushaj und Tedenby spielt gross auf. Der bislang im Abschluss blasse neue Ausländer Palushaj wird plötzlich mehr involviert, erzielt mit satten Schüssen seine Saisontore 2 und 3 – er feiert sie entsprechend ausgelassen. Danach setzt bei den Bündnern der Schlendrian ein, der Sieg kommt noch arg in Gefahr. Das dürfte Trainer Christian Wohlwend vielleicht sogar passen. Es gibt nun auch nach dem fünften Sieg etwas zu kritisieren und zu verbessern. (kk)


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

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Ambri-Piotta - ZSC Lions 2:3 (1:1, 1:0, 0:2)
5317 Zuschauer. - SR Salonen/Stefik, Obwegeser/Wolf. Tore: 12. Berni (Roe) 0:1. 16. D'Agostini (Plastino, Rohrbach/Ausschluss Blindenbacher) 1:1. 38. Hofer (D'Agostini) 2:1. 50. Blindenbacher (Geering, Hollenstein/Ausschluss Dotti) 2:2. 60. (59:41) Noreau 2:3.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Ambri, 7mal 2 Minuten gegen ZSC. - PostFinance-Topskorer: D'Agostini; Roe.
Ambri-Piotta: Manzato; Ngoy, Fischer; Plastino, Jelovac; Fohrler, Dotti; Trisconi, Flynn, Egli; Neuenschwander, Goi, Bianchi; Hofer, Müller, D'Agostini; Rohrbach, Dal Pian, Zwerger; Mazzolini.
ZSC Lions: Flüeler; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Blindenbacher; Pettersson, Roe, Suter; Hollenstein, Krüger, Bodenmann; Sigrist, Prassl, Wick; Chris Baltisberger, Schäppi, Pedretti; Brüschweiler.
Bemerkungen: Ambri ohne Conz (im Aufbau im Farmteam), Fora, Pinana, Kneubuehler, Incir, Kostner, Novotny und Sabolic, ZSC Lions ohne Simic und Diem (alle verletzt) und Ortio (überzähliger Ausländer). Pfostenschuss Suter (21.). Ambri ab 59:41 ohne Goalie.

Bern - Zug 4:5 (3:1, 0:2, 1:1, 0:0) n.P.
16'848 Zuschauer. - SR Hebeisen/Kaukokari, Fuchs/Cattaneo.
Tore: 2. Praplan (Andersson, Arcobello) 1:0. 3. Berger (Praplan) 2:0. 11. (10:23) Scherwey (Ebbett) 3:0. 12. (11:06) Klingberg 3:1. 26. Leuenberger (Ausschluss Zgraggen!) 3:2. 37. Klingberg (Kovar/Ausschluss Morant!) 3:3. 47. Scherwey (Krueger, Rüfenacht) 4:3. 60. (59:03) Kovar (Diaz) 4:4 (ohne Torhüter). - Penaltyschiessen: Klingberg 0:1, Praplan 1:1; Martschini 1:2, Scherwey-; Lindberg-, Arcobello-; Simion 1:3, Andersson-.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 3mal 2 plus 5 (Morant) Minuten plus Spieldauer (Morant) gegen Zug. PostFinance-Topskorer: Arcobello; Hofmann.
Bern: Schlegel; Untersander, Burren; Andersson, MacDonald; Krueger, Blum; Colin Gerber; Rüfenacht, Ebbett, Scherwey; Praplan, Arcobello, Moser; Sciaroni, Bieber, Kämpf; Berger, Spiller.
Zug: Genoni; Morant, Diaz; Schlumpf, Alatalo; Zryd, Zgraggen; Stadler; Martschini, Kovar, Hofmann; Klingberg, Lindberg, McIntyre; Simion, Leuenberger, Bachofner; Langenegger, Albrecht, Zehnder.
Bemerkungen: Bern ohne Grassi, Koivisto, Mursak, Pestoni, Beat Gerber, Heim und Jeremi Gerber, Zug ohne Schnyder, Thorell und Senteler (alle verletzt). Timeout Zug (3.). Pfostenschüsse: Moser (35.), Praplan (46.). Zug von 58:18 bis 59:03 ohne Goalie.

SCL Tigers - Rapperswil-Jona Lakers 4:1 (1:1, 2:0, 1:0)
6000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Wiegand/Urban; Altmann/Schlegel.
Tore: 11. Neukom (Earl, Schmutz) 1:0. 20. Hüsler (Casutt, Ness) 1:1. 34. Leeger (Glauser) 2:1. 39. Schmutz (Neukom) 3:1. 48. Schmutz (Earl, Neukom) 4:1. Strafen: 1mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers, keine gegen die Rapperswil-Jona Lakers. - PostFinance-Topskorer: Pesonen; Clark.
SCL Tigers: Punnenovs; Schilt, Blaser; Glauser, Leeger; Cadonau, Huguenin; Lardi; Kuonen, Maxwell, Dostoinow; DiDomenico, Pascal Berger, Pesonen; Schmutz, Earl, Neukom; Andersons, Diem, Rüegsegger.
Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Hächler, Maier; Vukovic, Dufner; Egli, Randegger; Gähler, Schmuckli; Clark, Rowe, Dünner; Kristo, Wellman, Simek; Mosimann, Schlagenhauf, Forrer; Hüsler, Ness, Casutt.
Bemerkungen: SCL Tigers ohne Gagnon, Erni und Bircher. Rapperswil-Jona Lakers ohne Cervenka, Profico und Antonietti (alle verletzt). - DiDomenico Mitte des ersten Drittels verletzt ausgeschieden. - 14. Lattenschuss Schmutz. - 24. Nyffeler hält Penalty von Blaser. - 40. Casutt verletzt ausgeschieden.

Lugano - Biel 1:2 (0:0, 0:1, 1:1)
5868 Zuschauer. - SR Lemelin/Tscherrig, Balazs/Ambrosetti. Tore: 23. Kreis (Rajala) 0:1. 47. Loeffel (Klasen/Ausschluss Fuchs) 1:1. 55. Neuenschwander (Fuchs) 1:2.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Lugano, 3mal 2 Minuten gegen Biel. - PostFinance-Topskorer: Klasen; Rajala.
Lugano: Zurkirchen; Ohtamaa, Chorney; Loeffel, Vauclair; Chiesa, Riva; Jecker, Wellinger; Klasen, Lajunen, Fazzini; Bürgler Sannitz, Bertaggia; Suri, Haussener, Lammer; Jörg, Vedova, Canonica.
Biel: Hiller; Moser, Kreis; Rathgeb, Forster; Fey, Salmela; Sataric; Tschantré, Pouliot, Rajala; Künzle, Fuchs, Riat; Schneider, Cunti, Kessler; Ulmer, Neuenschwander, Holdener.
Bemerkungen: Lugano ohne Morini, Zangger, Romanenghi und Walker. Biel ohne Hügli, Lüthi, Kohler, Ullström, Gustafsson und Brunner (alle verletzt). 2. Riat verletzt ausgeschieden. - 32. Tor von Kessler wegen Torhüterbehinderung aberkannt. - 59. Tor von Lajunen annulliert (Handtor). - Timeout Lugano (59.). - Lugano von 58:38 bis 58:43 und von 59:25 bis 59:55 ohne Goalie.

Davos - Lausanne 4:3 (0:0, 4:2, 0:1)
4961 Zuschauer. - SR Stricker/Dipietro; Kaderli/Kehrli.
Tore: 25. Bertschy (Frick, Emmerton/Ausschluss Palushaj) 0:1. 27. (26:11) Baumgartner (Kienzle, Ambühl) 1:1. 28. (27:39) Stoop (Guerra, Lindgren) 2:1. 30. Palushaj (Du Bois, Herzog/Ausschluss Frick) 3:1. 34. Palushaj (Tedenby, Corvi/Ausschluss Junland) 4:1. 37. Vermin (Herren, Nodari) 4:2. 44. Vermin (Junland, Jeffrey/Ausschluss Paschoud).
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Davos, 9mal 2 Minuten gegen Lausanne. - PostFinance-Topskorer: Lindgren; Bertschy.
Davos: Van Pottelberghe; Du Bois, Jung; Rantakari, Paschoud; Stoop, Guerra; Kienzle; Marc Wieser, Lindgren, Palushaj; Hischier, Corvi, Tedenby; Herzog, Baumgartner, Ambühl; Frehner, Marc Aeschlimann, Dino Wieser; Eggenberger.
Lausanne: Stephan/Boltshauser (ab 30.); Lindbohm, Frick; Heldner, Junland; Nodari, Genazzi; Oejdemark; Bertschy, Emmerton, Jooris; Vermin, Jeffrey, Herren; Moy, Almond, Kenins; Antonietti, Froidevaux, Leone.
Bemerkungen: Davos ohne Buchli und Nygren (beide verletzt). Lausanne ohne Grossmann und Traber (beide krank). - 34. Pfostenschuss Ambühl. - Timeouts: Davos (47.); Lausanne (59.). - Lausanne ab 58:24 bis 58:28 und ab 58:55 ohne Goalie.

Rangliste: 1. ZSC Lions 19/40 (67:47). 2. Biel 20/35 (53:49). 3. Lausanne 18/30 (55:48). 4. Genève-Servette 19/30 (54:51). 5. Davos 13/27 (45:35). 6. Zug 17/27 (57:51). 7. Lugano 18/25 (45:50). 8. SCL Tigers 17/24 (43:49). 9. Bern 19/22 (55:65). 10. Rapperswil-Jona Lakers 19/21 (45:58). 11. Fribourg-Gottéron 16/20 (33:38). 12. Ambri-Piotta 19/20 (43:54).


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Erstellt: 02.11.2019, 22:14 Uhr

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