Erfahrene Schweizer – und der Star aus Oerlikon

Die Schweizer Junioren haben an der U-20-Eishockey-WM in Finnland einen schweren Stand. Im Blickpunkt steht allerdings ein Stürmer aus Zürich Nord.

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Er ist mit Vorschusslorbeeren Überschüttet worden – und hat in Folge die Kritiker in der National League A nicht enttäuscht: Auston Matthews, 18-jähriges Talent aus dem Wüstenstaat Arizona und Stürmer der ZSC Lions, soll heuer an den U-20-Titelkämpfen in Finnland die USA zu Gold führen. Ron Wilson, ehemaliger Verteidiger des HC Davos und des ZSC in den 80er-Jahren, coacht die amerikanischen Talente und kann sich auf die Qualitäten seines kompletten und begabten Teamleaders verlassen. Wie jedes Jahr sind die Kanadier, die auf ein anderes Ausbildungssystem setzen als ihre Nachbarn im Süden, Favorit auf den Titel.

Die Schweiz backt kleinere Brötchen: Nach dem enttäuschenden 9. Platz im vergangenen Jahr will sie an den am Samstag beginnenden Turnier in Helsinki mindestens die Viertelfinals erreichen. Zum Auftakt trifft das Team von Trainer John Fust am Stephanstag auf Schweden. Die weiteren Gegner in der Vorrunde sind Dänemark sowie...Kanada und die USA. Die ersten vier der Gruppe qualifizieren sich für die Viertelfinals, der Letztklassierte kämpft gegen den Abstieg.

Ein routiniertes Team

Die Hoffnungen vor der letzten U20-WM in Montreal und Toronto waren gross gewesen, da die Schweizer mit einem sehr talentierten Team antraten. Trotz eines 5:2-Sieges zum Auftakt gegen Tschechien blieb am Schluss aber die Ernüchterung. Es stellte sich als Nachteil heraus, dass die SIHF-Auswahl gleich mit 13 Spielern unter dem maximalen Alter antrat. Dies gehörte jedoch zu einem langfristigen Plan, mit einem Kern etwas aufzubauen. Insofern sind nicht weniger als zehn Spieler aus jener Equipe auch in der finnischen Hauptstadt wieder dabei.

Headcoach Fust erhofft sich insbesondere von der Verteidigung viel. Dort kann er mit Simon Kindschi und Fabian Heldner auf zwei zählen, die bei Schweizer Meister Davos zu den Stammspielern gehören. Der von Zug ausgeliehene Marco Forrer ist seit Mitte Oktober ebenfalls unter den Fittichen von Arno del Curto und hat 14 Partien für die Bündner absolviert. Hervorzuheben ist zudem der Zweitrunden-Draft Jonas Siegenthaler von den ZSC Lions.

Mit den Dänen noch eine Rechnung offen

Die Offensive kann sich mit Spielern wie Timo Meier, Denis Malgin, Noah Rod, Damien Riat und Pius Suter ebenfalls sehen lassen. Letzterer gehört in der NLA beim ZSC zu den Shooting-Stars und hat in 28 Partien bereits zehn Tore geschossen. Bei den beiden Siegen in den Testspielen gegen Finnland (4:3) und die Slowakei (4:2) traf er je zweimal.

Fehlen wird allerdings Kevin Fiala, der vor einem Jahr mit vier Treffern der beste Torschütze im Schweizer Team gewesen war. Der 19-jährige Uzwiler bevorzugt einen Verbleib in der AHL bei den Milwaukee Admirals, wo es ihm zuletzt besser lief.

Die Schweizer spielen in der auf dem Papier schwierigeren Gruppe B. Mit Dänemark haben sie noch eine Rechnung offen, verloren sie doch vor einem Jahr 3:4 nach Penaltyschiessen. Deshalb erreichten damals die punktgleichen Skandinavier die Viertelfinals.

(fal/si)

Erstellt: 25.12.2015, 17:59 Uhr

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