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«Es ist extrem schade»

Vom 2:1 zum 2:6. Die Schweizer Nationalmannschaft zerstörte zum Abschluss des Karjala-Cups gegen Russland den guten Eindruck der ersten zwei Drittel.

Musste sich sechs Mal bezwingen lassen: Der Schweizer Torhüter Jonas Hiller. Bild: Keystone
Musste sich sechs Mal bezwingen lassen: Der Schweizer Torhüter Jonas Hiller. Bild: Keystone

Plötzlich war fast jeder Schuss ein Treffer. 304 Sekunden brauchten die Russen zwischen der 47. und 52. Minute nur, um aus dem Defizit einen uneinholbaren 5:2-Vorsprung zu machen. «Das ist extrem schade, zwei Drittel lang hatten wir wirklich sehr gut gespielt», sagte Nationaltrainer Patrick Fischer gegenüber Redaktion Tamedia.

Selbst der sonst so besonnene Zuger verlor kurzzeitig die Contenance ob so viel Unbill, nach dem 2:4 schmetterte er wutentbrannt seine Wasserflasche zu Boden. «Da war ich vor allem auf mich selber wütend, weil ich nach dem 2:3 kein Timeout genommen hatte.»

Dass die Russen zu Beginn des Schlussabschnitts überhaupt noch auf die Wende hoffen durften, lag an mangelnder Kaltblütigkeit der Schweizer. Spielerisch überzeugten sie vor allem im zweiten Abschnitt und erspielten sich ein Schussverhältnis von 14:8. Allerdings endete das Drittel torlos, was vor allem angesichts einer fünfminütigen Powerplayphase – Restausschluss gegen Plotnikow – nicht hätte passieren dürfen. «Wir hatten ein paar Grosschancen, aber das reicht nicht», befand Fischer.

Wende ohne Happy-End

Im Vergleich zum 2:3 am Vortag gegen Tschechien waren die Schweizer ganz anders aus der Kabine gekommen. Nicht schläfrig sondern entschlossen, bereit, das hohe Tempo der «Sbornaja» anzunehmen. Und nach dem frühen 0:1 durch Schalunow (5.) gelang Simon Moser und Vincent Praplan die Wende, zweimal mit Powerplaytreffern und zweimal aus dem Slot heraus erzielt.

Drei Niederlagen in drei Spielen, ein Gesamttorverhältnis von 6:12: Die Bilanz fällt nur unwesentlich besser aus als im Vorjahr zum Auftakt der Saison beim Deutschland-Cup gegen allerdings deutlich minder klassige Widersacher.

Allerdings war die Standortbestimmung auf höchstem Niveau gerade hinsichtlich der Olympischen Spiele wertvoll. Zutage traten vor allem zwei Defizite, die es in den nächsten drei Monaten zu beheben gilt, wie Fischer sagt: «Die Strafen haben uns in allen drei Partien das Genick gebrochen und zudem ist es uns nie gelungen, über 60 Minuten konstant zu spielen. Und das müssen wir, wenn wir die Topnationen schlagen wollen.»

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