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Galaabend auf kleiner Bühne

Die Schweizer Nationalmannschaft bezwingt Russland 8:2 und gewinnt das Vierländerturnier in Visp. Swiss Ice Hockey möchte den Anlass im Wallis etablieren.

Torhüter Melvin Nyffeler glänzte insbesondere im Mitteldrittel mit zahlreichen Paraden. Erst in der 53. Minute konnte Russland den Torhüter der Lakers erstmals bezwingen.
Torhüter Melvin Nyffeler glänzte insbesondere im Mitteldrittel mit zahlreichen Paraden. Erst in der 53. Minute konnte Russland den Torhüter der Lakers erstmals bezwingen.
Pascal Muller/Freshfocus
Eine Berner Kombination brachte die Schweiz in der 8. Minute auf die Siegesstrasse. Thomas Rüfenacht lenkte den Schuss von Tristan Scherwey (im Bild) zum 1:0 ab. Scherwey erzielte das letzte Schweizer Tor 20 Sekunden vor Spielende.
Eine Berner Kombination brachte die Schweiz in der 8. Minute auf die Siegesstrasse. Thomas Rüfenacht lenkte den Schuss von Tristan Scherwey (im Bild) zum 1:0 ab. Scherwey erzielte das letzte Schweizer Tor 20 Sekunden vor Spielende.
Pascal Muller/Freshfocus
Artyom Galimov schirmt den Puck gegen Andres Ambühl ab.
Artyom Galimov schirmt den Puck gegen Andres Ambühl ab.
Pascal Muller/Freshfocus
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Sieg am Deutschland-Cup im November, Sieg am Vierländerturnier im Dezember – so liesse es sich aus Schweizer Optik weiterfahren. Erst recht in einer Saison, die für das Nationalteam im Mai mit dem Höhepunkt Heim-WM enden wird.

In Visp überzeugte die Auswahl von Patrick Fischer gegen Norwegen (5:0) und gegen Russland (8:2) mit keckem Spiel, Präsenz und Tempo. Kurz vor Jahresende hatten die Auftritte nichts mit Pflichterfüllung gemein: Bei jedem Spieler war der Wille sicht- und spürbar, sich für einen Platz im WM-Kader aufzudrängen.

Die besten Spieler fehlten

Spielverderber würden aber entgegnen: Norwegen war am Donnerstag ein schwacher Kontrahent. Und beim gestrigen Gegner handelte es sich um eine C-Ausgabe des russischen Nationalteams. Die B-Auswahl bestreitet zurzeit ein Turnier in Moskau. Und die meisten Akteure der besten Version sind in der NHL engagiert.

Dennoch hat der Erfolg seinen Wert, zumal er auf eindrückliche Weise zustande kam und auch bei der Schweiz nicht das bestmögliche Team im Einsatz stand. Neben den in Übersee engagierten Akteuren fehlten Spieler der Champions-League-Teilnehmer Zug, Biel und Lausanne. Die Auftritte haben Fischer aufgezeigt, wie weit der Kreis valabler WM-Spieler mittlerweile ist.

3844 Zuschauer verfolgten die gestrige Gala. Sie wurden verzückt. Tags zuvor hatten 2740 Besucher den Match gegen Norwegen gesehen. Womit die Lonza-Arena halb gefüllt und schlechter besetzt war als zuletzt bei den Partien des lokalen Swiss-League -Clubs im Schnitt. Der finanzielle Abschluss steht noch aus. Patrick Bloch, Geschäftsführer des Verbands, sagt: «Wir sind zufrieden und zuversichtlich, eine gute Basis gelegt zu haben.» Was auch auf die finanzielle Unterstützung des Naming-Partners zurückzuführen ist. «Die Grösse der Halle ist ideal, der Standort Visp ebenfalls. Das Wallis besitzt eine Eishockey-Tradition. Wir möchten das Turnier etablieren.» Angedacht ist vorerst eine Zusammenarbeit bis 2022.

«Wir können den Partnern nicht jede Woche einen Auftritt unseres Teams in der Heimat bieten, wie das bei den Clubs der Fall ist.»

Patrick Bloch, Geschäftsführer von Swiss Ice Hockey

Dorn im Auge hier, wichtige Plattform da

Nur weiss auch Bloch, dass der Event bei den Clubs auf wenig Gegenliebe stösst. Einige Vertreter möchten den Dezember-Zusammenzug streichen, was kein Thema ist, weil der Weltverband dieses Datum als Länderspieltermin schützt. Bloch sagt: «Im Dezember sind die Zuschauerzahlen in der Meisterschaft traditionell hoch. Den Clubs entgehen Einnahmen. Aber für den Verband ist die Plattform sehr wichtig. Wir können den Partnern nicht jede Woche einen Auftritt unseres Teams in der Heimat bieten, wie das bei den Clubs der Fall ist. Zudem schätzen es die Spieler, aus dem Alltag auszubrechen, ein anderes Trainergesicht zu sehen, das Nationalmannschafts-Feeling zu spüren.»

Um ein Vielfaches grösser wird die Plattform im Mai sein. In Visp konnte die Schweiz im kleinen Rahmen Werbung für die Heim-WM betreiben. Hinsichtlich des Saisonhöhepunkts existiert punkto Zuschaueraufkommen noch Luft nach oben. Stand heute sind drei Partien ausverkauft. Es handelt sich um die Schweizer Gruppenspiele gegen Finnland, die USA und Russland – Russland A, versteht sich.

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