Gesichtslose Flyers

Klotens Saison ist zu Ende. Das 0:4 in der Viertelfinal-Serie gegen Davos ist in jeder Hinsicht verdient.

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Die Saison der Flyers ist zu Ende. So früh wie möglich und mit einem Verdikt, das bedenklich stimmt. Nicht wegen des Resultats: 0:4 gegen diesen HCD hätte auch manch anderes Team verloren. Nein, Besorgnis erregen viel mehr die Schlüsse aus einer Serie, in der Kloten schlicht chancenlos war.

Physis, Laufbereitschaft, Härte, Systemtreue, Erfahrung, Torhüter, Coaching: In allen Aspekten war der Meister hochüberlegen. Kein Spieler wird so etwas je zugeben, weil er dann gar nicht mehr antreten müsste. Doch jeder spürt es auf dem Eis.

Es sind Defizite, die so schnell nicht zu korrigieren sind. Die Stürmer können sich nicht 10 Zentimeter grösser und 15 Kilo schwerer machen. Niemand kann Kampfgeist und Erfahrung der zurückgetretenen Stancescu und Jenni herbeizaubern. Frühere Leader wie Lemm, Liniger oder Gerber werden nicht plötzlich fünf Jahre jünger.

Tieferer Punkteschnitt als Hollenstein und Tamfal

Mehr denn je sind die Flyers ein Team ohne Gesicht. Sean Simpson wäre es: Als Sportchef will er sein künftiges Team mit den Transfers von Helbling und Ramholt immerhin härter machen. Doch als Trainer blieb er seinem Ruf nicht erst im Playoff viel schuldig. Sein Punkteschnitt in der Qualifikation (1,35 pro Spiel) ist tiefer als jener der entlassenen Vorgänger Hollenstein (1,51) und Tamfal (1,38).

Dass kein Sportchef da ist, der die Leistung des Trainers unabhängig beurteilt, gehört ebenso zu den Flyers 2016 wie ein 7-Millionen-Defizit und Fragezeichen bei den kanadischen Besitzern. Sie verärgerten die Fans mit ihrer Ticketpolitik, brüskierten die ­eigenen Mitarbeiter, indem diese aus den Medien erfahren mussten, dass der Präsident Ligakonkurrent Lausanne gekauft hatte. Und während man von den Fans erwartete, dass sie via Playofftickets die leeren Kassen etwas füllten, erlebten die Besitzer den Viertelfinal lieber daheim in Nordamerika.

Dieses 0:4 gegen den Meister ist in jeder Hinsicht verdient.

Erstellt: 10.03.2016, 21:55 Uhr

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