Glücksgefühle gegen Biels Playoffteam

Nach zweimaligem Rückstand besiegt Kloten die Seeländer 3:2.

Jubel übers Siegtor: 3:2-Schütze Patrick Obrist dreht ab.

Jubel übers Siegtor: 3:2-Schütze Patrick Obrist dreht ab. Bild: Patrick B. Kraemer/Keystone

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Es war die Affiche zweier Gegensätze, die im Zürcher Unterland geboten wurde. Da war einerseits der EHC Kloten, der 18 seiner 21 letzten Spiele verloren hatte und seit Oktober auf zwei Siege in Serie wartet. Er hatte am Vortag das Playoff verpasst. Und da war andererseits der EHC Biel, der im November den Trainer gewechselt hatte. Er befindet sich unter dem 67-jährigen Mike McNamara seither im Steigflug und hatte sich am Vortag fürs Playoff qualifiziert. Wer also darauf wetten wollte, welche Mannschaft nach 98 Sekunden ihr Timeout nimmt, hätte auf die Zürcher tippen müssen. Und Recht behalten.

Einmal mehr nämlich zeigte Kloten das Gegenteil einer Trotzreaktion: Zum x-ten Mal kassierte es ein frühes Gegentor, und Trainer Pekka Tirkkonen versuchte daraufhin das zu tun, was ihm in der Garde­robe einmal mehr nicht gelungen war: seine Mannschaft wachzurütteln. Der Erfolg der Massnahme hielt sich in Grenzen: Nach zehn Minuten folgte der nächste Bieler Treffer.

Man konnte dem Finnen, der bei den budget­bewussten Flughafenstädtern erstaunlicherweise nie zur Debatte stand, also nicht fehlendes Engagement vorwerfen. Und seinem spielenden Personal ebensowenig. Vielmehr zeigten die Klotener über weite Strecken ein altbekanntes Symptom von Verunsicherung: Übereifer: Sie schossen oft, aber planlos. Sie handelten sich Strafen ein wegen Bandenchecks oder Hakens.

Kloten mit erst zweiten Vollerfolg 2017

Biel dagegen demonstrierte die Gelassenheit der Erfolgreichen. Sportchef Martin Steinegger witzelte schon vor dem Match, das ungewohnt ruhige Ende der Qualifikation sei nicht gut für seinen Kreislauf, ihm fehle das Adrenalin. Stammgoalie Hiller wurde geschont, stattdessen kam wieder einmal die frühere Nummer 1 Rytz zum Einsatz. Für die fünf Ausländer wurde neu ein Turnus beschlossen, und in Sachen Vertragsverlängerung mit dem Trainer konnte Steinegger lächelnd sagen: «Natürlich sieht es viel besser aus als auch schon.» Drei Ränge hat Biel seit dem Wechsel gewonnen, Kloten in dieser Zeit fünf verloren.

Dass es nicht mehr sind, verdanken die Zürcher ihrer Unnachgiebigkeit, die sie sich bei allen Krisensymptomen bewahrt haben. Zweimal machten sie ­gestern einen Rückstand wett, dann drosch Obrist den Puck zum 3:2 ins Netzdach, dann überstand der EHC mit etwas Glück die Bieler Schlussoffensive. Dank der drei Punkte kletterte Kloten zurück auf Rang 9. Und weil die Konkurrenten unter dem Strich alle verloren, konnten sich die Zürcher bei ihrem zweiten Voll­erfolg des Jahres zur Abwechslung wieder einmal so richtig als Sieger fühlen.

Erstellt: 18.02.2017, 23:02 Uhr

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