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Gnade für die Sünder vom Obersee

Die Vergehen der Lakers-Spieler Markus Bütler und Sanny Lindström in der montäglichen NLA-Partie gegen die ZSC Lions (1:4) ziehen keine weiteren Strafen nach sich –vorderhand wenigstens.

Fataler Aufprall: Löwe Blindenbacher bleibt nach dem Sturz benommen liegen, Rapperswils Bütler ist nach seiner ungeschickten Aktion nicht wohl in der Haut.
Fataler Aufprall: Löwe Blindenbacher bleibt nach dem Sturz benommen liegen, Rapperswils Bütler ist nach seiner ungeschickten Aktion nicht wohl in der Haut.
Keystone

Bütler touchierte Severin Blindenbacher in der 16. Minute dermassen ungeschickt mit seinen Schlittschuhen, dass der National-Verteidiger das Gleichgewicht verlor und in vollem Tempo in die Bande stürzte. Der ZSC-Star blieb eine Minute lang benommen auf dem Eis liegen. Er erlitt eine schwere Hirnerschütterung, die ihn wochenlang ausser Gefecht setzen wird. Der Lakers-Stürmer erhielt eine Fünfminuten-Strafe inklusive Restauschluss aufgebrummt. Liga-Jurist Reto Steinmann lässt es nach TV-Studium des Vorfalls bei diesem Strafmass bewenden und verzichtet auf ein ordentliches Verfahren gegen den Rapperswiler, der als Gentleman in der Szene gilt und die Aktion bedauerte.

Rauhbein Lindström

Neben Leistungsträger Blindenbacher verletzte sich zudem Teamkollege Oliver Kamber. Der Center wurde von Seebube Lindström, der sich in seiner ersten NLA-Saison bereits einen Ruf als Rauhbein geschaffen hat, so attackiert, dass der Löwe mit einer Knieverletzung ausschied. Kamber dürfte einen Monat lang ausfallen. Diese fragliche Szene hat der NLA-Einzelrichter noch nicht beurteilen können. «Es fehlen mir die Video-Bilder. Vielleicht schicken mir die Zürcher noch ein Tape», erklärt Steinmann.

Zu allem Unglück für den ZSC erlitt Daniel Schnyder eine Verletzung am Jochbein, die noch genauer untersucht werden muss. Diese Blessur zog sich der Abwehrspieler ohne gegnerische Einwirkung zu.

Ein harter Schlag für die Löwen

Diese Ausfälle, namentlich jene von Blindenbacher und Kamber, treffen die Zürcher hart. In einer Woche, in der sie insgesamt vier Einsätze innnert fünf Tagen zu absolvieren haben, wären sie froh, auf das gesamte Kader zurückgreifen zu können. Gerade das zweite Gruppenspiel der Champions Hockey League (CHL) gegen Slavia Prag (Tsch) am Mittwoch hätte der Schweizer Eishockey-Meister gerne komplett bestritten. Nach dem 7:2-Exploit in Linköping (Sd) will der Tabellenführer der NLA die Kampagne auf europäischem Niveau erfolgreich fortführen. ZSC-Sportchef Peter Iten weist einmal mehr darauf hin, «wie ernst wir diesen Wettbewerb nehmen».

Pech für Iten und die Löwen ist es, dass Montagnacht um 24 Uhr die Frist für mögliche Transfers in der CHL abgelaufen ist. «Ich hatte keine Zeit mehr, nach dem Spielschluss in einer Stunde einen ausländischen Spieler zu verpflichten», sagt Iten mit einem Anflug von Galgenhumor. Auch punkto Meisterschaft kommt der Einzug der Verletzungshexe ins Hallenstadion ungelegen. Und nicht nur Head-Coach Sean Simpson zeigt Unverständnis für die Spielplangestaltung. Schliesslich gilt bei einem Mammutprogramm die Regel: Je mehr Spieler ausfallen, desto härter wird die Belastungsprobe.

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